Heute im TV: Bunte Marokko-Küche aus Gmünd

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Eineinhalb Stunden köchelt das Tajine, bis es fertig ist.
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Aziz Ait Oujane und Claudia Reiter sind an diesem Samstag mit ihrer Osteria im SWR-Fernsehen. Wie es dazu kam und welche Einblicke in die marokkanische Küche die beiden geben.

Schwäbisch Gmünd

Im Südwesten kocht die Welt", heißt eine Sendung des Saarländischen Rundfunks. Und in Schwäbisch Gmünd kocht Aziz Ait Oujane aus Marokko. Er betreibt mit seiner Frau Claudia Reiter die Osteria im Türlensteg als eines von wenigen marokkanischen Restaurants im Südwesten. Daher hat das Fernsehteam im Frühjahr 2020 bei den beiden angefragt, ob sie Darsteller in der Folge über marokkanische Küche werden wollen. Der Anruf kam mitten im ersten Lockdown, erinnert sich Claudia Reiter, "als wir wegen des Berufsverbots viel Zeit hatten". Da mussten die beiden nicht lange überlegen. Für Oktober war der Dreh angesetzt. Neben den Aufnahmen in Schwäbisch Gmünd sollte es ursprünglich auch Drehtage in Marokko geben. Diese fielen wegen der Reisebeschränkungen allerdings aus, erzählt Claudia Reiter.

Als das Fernsehteam in Gmünd ist, gehen sie und ihr Mann auf den Wochenmarkt, wo sie auch sonst ihr Gemüse und Fleisch kaufen. Nur die Gewürze bestellen sie direkt in Marokko.

Beim Dreh bereitet Aziz Ait Oujane draußen im Zelt vor der Osteria Gerichte im Tajine vor, dem marokkanischen Lehmschmortopf. Diese langsam gegarten Speisen esse er selbst auch am liebsten, erzählt der 53-Jährige, gerne mit Lamm oder Huhn. Beim Dreh gibt es jedoch vegane Gemüse-Tajine sowie Kaninchen-Tajine mit Kartoffeln und Oliven. Es gleicht einer Farbexplosion, als er und seine Frau das Gemüse in marokkanischen Schälchen anrichten, bevor es in den Schmortopf und dieser aufs Feuer kommt. Eineinhalb Stunden braucht es, bis die Zutaten gar sind und sich das volle Aroma entfaltet hat.

Genug Zeit für ein Interview: Aziz Ait Oujane stammt aus Agadir im Süden Marokkos. Seine Oma hat für den Königspalast gekocht, seine Familie später eine Art Cateringservice für Hochzeiten betrieben. Aziz Ait Oujane lernte Hotelkaufmann und war während seiner Ausbildung auch in Berlin tätig. Wegen seiner ersten Frau, eine Gmünderin, die er in Marokko kennengelernt hatte, zog er 1997 nach Schwäbisch Gmünd – und ist geblieben. Am Anfang sei es schwer gewesen, erzählt er, doch "ich bin Schwabe geworden".

Zur Gastronomie kamen er und Claudia Reiter, die seit 1999 ein Paar sind, allerdings erst 2009. Auf der Suche nach einem geeigneten Lokal stießen sie auf die Osteria im Türlensteg. Das historische Gebäude mit dem großen Garten passte perfekt, erzählt die 43-Jährige.

Ich bin Schwabe geworden.

Aziz Ait Oujane, Osteria-Betreiber

Die beiden leiden nun wie andere Gastronomen unter dem Corona-Lockdown. Seit November dürfen sie keine Gäste mehr bewirten, sondern nur Essen zum Mitnehmen anbieten. Ein paar Stammkunden nehmen das Angebot an, erzählt Claudia Reiter. Doch es werde Zeit, dass sie ihr Lokal mit dem großen Garten öffnen dürfen. Aktuell leben sie von Coronahilfen und Rücklagen. Kurzarbeit gibt es für Selbstständige nicht. Daher bleibe nur aufzugeben oder zu hoffen und durchzuhalten, sagen die beiden. Und ans Aufgeben wollen sie nicht denken.

Der Fernsehdreh sei auf jeden Fall eine schöne Abwechslung gewesen. Das Paar ist gespannt, was daraus geworden ist. Den geschnittenen Film haben sie selbst nämlich auch noch nicht gesehen.

Die Sendung "Im Südwesten kocht die Welt" läuft an diesem Samstag, 27. März, ab 17 bis 17.30 Uhr im SWR-Fernsehen.

Informationen zur Osteria gibt es auf www.osteria-gmuend.de.

Claudia Reiter und Aziz Ait Oujane plaudern im Interview mit dem Fernsehteam über marokkanische Traditionen.
Bunt ist es in der Osteria – von der Einrichtung bis hin zum Gemüse.

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