Heute macht Carolin Arnold-Rösch Musik just for fun

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Carolin Arnold-Rösch bei einem Auftritt mit ihrer Partyband "Just for fun".
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Was macht eigentlich ... (5) Carolin Arnold-Rösch kam 2003 bei der Castingshow "Fame Academy" in die Siegerband. Sie erinnert sich gern an diese "nette Exkursion" in ihrem Leben.

Schwäbisch Gmünd

Mit Phil Collins musizieren, mit Ronan Keating im Duett singen, Sarah Connor oder auch Lionel Richie kennen lernen – all diese Erfahrungen mit Weltstars will Carolin Arnold-Rösch nicht missen. Und dennoch ist die 41-Jährige heute froh, dass sie nicht als Sängerin ihren Lebensunterhalt verdienen muss. Denn bis ganz nach oben schaffen es in der Branche nur die allerwenigsten, weiß die Gmünderin, die 2003 in der RTL-II-Fernehsendung "Fame Academy" in die Siegerband gekommen ist. Und das nach knapp drei nervenaufreibenden Monaten in der "Fame Academy" in Köln, wo sie zusammen mit zunächst 15 anderen Sängerinnen und Sängern unter ständiger Kamerabeobachtung wohnte. So erlebten die Zuschauer der Sendung täglich mit, wie die jungen Talente Gesangs- und Tanztrainings hatten, aber auch, wie ihr Alltag aussah.

Bei den Sonntagsshows entschieden die "Fame Academy"-Studenten und die Fernsehzuschauer per Telefonabstimmung, wer eine Runde weiter und schließlich in die Siegerband "Become One" durfte, die einen Plattenvertrag von BMG erhielt.

"'Become One' landete mit der ersten Single ‘Don‘t need your alibis' auf Platz 16 der deutschen Single-Charts, die zweite Single ‘Come Clean' floppte auf Platz 61", erzählt Carolin Arnold-Rösch. Kein Wunder. Nach dem Ende der Show musste alles ganz schnell gehen, um die Bekanntheit der Musiker aus der Fernsehsendung zu nutzen. "Da war alles vorproduziert, den Künstlern blieb keine Zeit, sich zu entwickeln", sagt sie. Und die Konkurrenz war groß. "Deutschland sucht den Superstar", "Popstars", ... – Bands aus Castingshows gab es schon einige. Die "Fame Academy" zählte mit rund 900 000 Zuschauern zu den weniger erfolgreichen Formaten, weshalb es später auch keine zweite Staffel mehr gab.

"Die Wahrscheinlichkeit, den großen Durchbruch zu schaffen, war minimal", weiß die heute 41-Jährige. So löste sich "Become One" im Sommer 2004 auf. Auftritte unter anderem bei den Musik-Fernsehshows "The Dome", "Bravo Supershow", "Top of the Pops" oder "MTV-Select" nahmen die sechs Musiker aber noch mit. "Das waren schon echte Erlebnisse", erzählt Carolin Arnold-Rösch. Besonders gern erinnert sie sich jedoch an den Auftritt der Band bei der Schulhoftour in Schwäbisch Gmünd. Vor Schülern und Lehrern ihrer alten Schule, der Schillerrealschule, sang sie mit "Become One" im Gmünder Stadtgarten.

Im Schülerchor bei Musiklehrer Manfred Hiebel habe sie ihre Leidenschaft fürs Singen entdeckt, erzählt Carolin Arnold-Rösch. Das erste Mal auf der Bühne stand sie 1999 mit der Showband "Escorial", die viele Gmünder von Auftritten unter anderem beim Stadtfest kennen.

Nach "Become One" trat Carolin Arnold-Rösch noch eine Zeitlang mit ihren Gmünder Musikerkollegen auf, bis sich die Band auflöste. Und heute? Das Singen vor Publikum ist ihr Hobby geblieben. Seit zehn Jahren ist Carolin Arnold-Rösch Frontfrau der Partyband "Just for fun", die bei Stadtfesten, Faschingspartys oder in Festzelten etwa auf dem Cannstatter Wasen und beim Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz Coversongs performt. In Schwäbisch Gmünd waren die sieben Musiker bei den Sommernachtspartys 2012 und 2016 im Stadtgarten auf der Bühne.

Die Wahrscheinlichkeit, den großen Durchbruch zu schaffen, war minimal.

Carolin Arnold-Rösch von der Siegerband der "Fame Academy"

Der Abschluss war Pflicht

Vorwiegend sind sie aber im Remstal unterwegs, erzählt Carolin Arnold-Rösch, die mittlerweile mit ihrem Mann, ihren zwei Söhnen im Alter von fünf und eineinhalb Jahren und mit Hund Bailey bei Winnenden lebt. Sie arbeitet bei einem Stuttgarter Personaldienstleister im Vertrieb. Ein Berufsweg, den sie gleich nach dem Abschluss ihres Studiums der Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen an der Hochschule Aalen eingeschlagen hatte. Für die "Fame Academy" hatte sie dort lediglich ein Urlaubssemester eingelegt – aus heutiger Sicht "eine nette Exkursion", sagt sie. Das habe sie dem damaligen Rektor Professor Dr. Dr. Ekbert Hering auch versprechen müssen, erzählt sie lachend: Egal, wie das mit der Musik weitergeht, ihren Abschluss müsse sie machen. So kam denn alles, wie es kommen musste. Und gerade in Zeiten von Corona ist Carolin Arnold-Rösch doppelt froh, dass sie Musik nur in der Freizeit macht, im wahrsten Sinne nur zum Spaß – "just for fun".

Die nächsten Auftritte haben Carolin Arnold-Rösch und ihre Bandkollegen von "Just for fun" beim Offenburger Oktoberfest in der Diskothek Freiraum in Offenburg am Freitag, 2. Oktober, und am Samstag, 3. Oktober, jeweils ab 19 Uhr. Die Besucher sitzen dabei in reservierten Bereichen, um die Corona-Auflagen einhalten zu können. Informationen gibt's auf www.freiraum-offenburg.de. Alle anderen gebuchten Auftritte der Band sind seit Fasching wegen Corona abgesagt.

Info über die Band "Just for fun" auf www.jff-partyband.de.

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