Hilfe für Not leidende Nepalesen

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Menschen, für die es im Krankenhaus keinen Platz mehr gibt: Die Bilder von der zweiten Pandemie-Welle in Nepal gleichen jenen aus Indien, der Verein „Haus der Hoffnung“ will helfen.

„Haus der Hoffnung – Hilfe für Nepal“ verteilt erneut Lebensmittel. Neues Projekt über „gut-fuer-die-ostalb“ und „betterplace“ zur Unterstützung armer Menschen, die an den Folgen der Pandemie leiden.

Schwäbisch Gmünd

Nach Monaten mit extrem niedrigen Inzidenzen befindet sich Nepal nun in einer zweiten Corona-Welle, die das Land – wie Indien - an den Rand einer Katastrophe führt. Sie hat ihren Ursprung im Verhalten der Regierung und Bevölkerung, dem Herüberschwappen der Pandemie aus Indien und dem Trekkingtourismus, teilt die Hilfe für Nepal „Haus er Hoffnung“ mit. Die fallenden Inzidenzen ließen die Menschen leichtsinnig werden. Um den im Lockdown ausgefallenen Verdienst aufzuholen, wurden Busse wie eh und je vollgestopft. Demos gegen die Absetzung des Parlaments durch den Premierminister und religiöse Feste trieben Tausende auf die Straßen. Nach dem ersten Lockdown habe die Regierung keine Vorsorge für den Fall getroffen, dass das Virus mutiert und wiederkommt, berichtet der Verein weiter. Mit der starken Ausbreitung der Pandemie in Indien verloren viele dort arbeitende Nepalesen ihren Job und kehrten noch schnell vor dem zweiten Lockdown über die grüne Grenze in ihre Heimat zurück.

Touristen bringen das Virus mit

Nepal hänge vom Tourismus ab und wolle sich kein zweites Mal die Trekkingsaison im Frühjahr entgehen lassen. Für den Mount Everest erteilte die Regierung 408 Besteigungsgenehmigungen, so viele wie nie zuvor. Allein sie bringen 4 Millionen US-Dollar. Etwa den gleichen Betrag lassen die Touristen zusätzlich liegen. Ergänzt um Expeditionspersonal hielten sich derzeit rund 1500 Menschen im Basislager auf der nepalesischen Südseite des Bergs auf. Seit das Virus dort kürzlich auftrat, haben sich laut Himalayan Rescue Association mehr als 17 Personen infiziert. Auch am Dhaulagiri, einem anderen Achttausender im Westen Nepals, seien mindestens 19 Corona-Fälle unter Bergsteigern gemeldet worden.

Nepal habe für seine etwa 30 Millionen Bewohner 1600 Intensivbetten. 0,7 Ärzte kämen auf 100 000 Einwohner, in Deutschland seien es je 500 Ärzte. Rund 9000 neue Coronafälle und 47 Prozent positiv Getestete täglich seien die Bilanz, die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Einmal Geimpfte bekämen ihre zweite Dosis nicht, da Indien allen Impfstoff selbst brauche.

Internationale Organisationen wie die WHO und das Rote Kreuz warnen vor einer mit Indien vergleichbaren Situation. Die meisten staatlichen Krankenhäuser seien überbelegt, die Preise für ein Bett im Krankenhaus könnten sich Arme nicht leisten, eine staatliche Pflichtversicherung gebe es nicht.

Der Verein „Haus der Hoffnung – Hilfe für Nepal“ unterstützt mit Restspenden aus seinem Projekt „Kampf dem durch den Lockdown bedingten Hunger und der Winterkälte in Nepal “ bei „betterplace“ und „gut-fuer-die-ostalb“ sowie den auf dem Spendenkonto des Vereins dafür eingegangenen Spenden erneut arbeitslos gewordene und hungernde Menschen mit Nahrungsmitteln. Es seien schon die ersten Care-Pakete an Familien verteilt. In Zusammenarbeit mit der „Studentengruppe 100“ versorgt der Verein in verschiedenen Stadtteilen von Kathmandu arbeitslose Tagelöhner und deren Familien, die zu den Armenspeisungen kommen. Der Verein hat dieser Gruppe bereits 300 Kilo Reis, 60 Kilo Linsen, 40 Liter Öl, 60 Kilo Sojabohnen und 100 Kilo Salz gegeben.

Der Verein will seine Hilfe ausdehnen und hat ein neues Projekt bei „betterplace“ und „gut-fuer-die-ostalb“ namens „Hilfe für arme Coronakranke in Kathmandu“ unter dem Link www.gut-fuer-die-ostalb.de/projects/95105/ eingestellt. Es steht erneut unter der Federführung der „group 100‘s“, mit der der Gmünder Verein bereits bei den Armenspeisungen zusammenarbeitet.

Zunächst sammelt der Verein Spenden für Geräte und Materialien für Behandlung und Untersuchungen wie Thermometer, Spirometer, Pulsoximeter und Sauerstoffflaschen sowie Hygienematerial.

Mehr Informationen auf www.hausderhoffnung-nepal.de.

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