„Himmelspark-Ranger“ hat's im Blick

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Erwin Vogelmann sorgt dafür, dass der „Himmelsgarten“, Teil der Landesgartenschau 2014 in Gmünd, bis heute Besuchern ein freundliches Bild bietet.

Tag für Tag ist Erwin Vogelmann im ehemaligen Gartenschau-Gelände in Schwäbisch Gmünd unterwegs und achtet auf den Erhalt der Anlage.

Schwäbisch Gmünd

Ein Frühlingstag im Familienpark Himmelsgarten, dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände. Eine Familie mit zwei kleinen Jungs kommt nicht mehr vom kleinen Tierpark weg, dort sind neben Gänsen, Hühnern und Tauben auch Ziegen und wenige Tage alte Ziegenlämmer. Parkschützer Erwin Vogelmann sieht das, holt eines der Ziegenlämmer aus dem Gehege und lässt die Kinder streicheln. „Das war das Highlight des Wochenendes“, sagen im später die Eltern. Sie sind angetan vom Himmelsgarten, den Tieren und vom Parkschützer, den Freunde auch Himmelsgarten-Ranger nennen. Die Aufgabe im Park ist für Erwin Vogelmann Passion. Er ist längst pensioniert und Ehrenamtlicher aus Überzeugung. Tausende Stunden hat er sich schon für Aufgaben in der Stadt engagiert.

Und das kam so: Die Landesgartenschau 2014 steht in den Startlöchern, gerade ist die Staufersaga in Schwäbisch Gmünd zu Ende. Erwin Vogelmann ist begeistert von den Aufführungen, dem Spaß, den die Beteiligten haben. Er begegnet zufällig Carmen Bäuml vom Orga-Team der Staufersaga. Sie bereitet auch mit die Landesgartenschau vor, weiß, dass Ehrenamtliche gebraucht werden. Erwin Vogelmann muss sie nicht zweimal fragen. Er ist sofort im Boot, hilft zuerst bei der Herstellung der Ausweise für die (ebenfalls ehrenamtlichen) Gartenschau-Aufsichten und ist 2014 einer der Einsatzleiter, die im Himmelsgarten und rund um den Remspark für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Am Ende wird er dafür ausgezeichnet, ist mit rund 1000 Stunden im Ehrenamt Rekordhalter. Dass es ihm Spaß gemacht hat, glaubt man Erwin Vogelmann aufs Wort. Schließlich ist er 2016 bei der nächsten Aufführung der Staufersaga ebenso im Boot wie bei der Remstal-Gartenschau 2019. Die Jahre dazwischen dreht er nicht Däumchen, bringt sich ein bei der Einrichtung der Dauerausstellung des Vereins Staufersaga im Fünfknopfturm und hat jahraus jahrein den Himmelsgarten im Blick. Bis heute.

Alles im Griff

An schönen Wochenenden kommen (vor Corona) schon mal ein oder zweitausend Besucher, hunderte sind es an Werktagen. „Fast wie bei der Gartenschau“ sagt er und weiß, dass die Gäste – sie kommen aus der Region, aber auch aus ganz Süddeutschland – die gepflegte Anlage schätzen. „Am Anfang gab‘s mal Vandalismus“, erinnert sich Erwin Vogelmann. „Aber das haben wir in Griff bekommen.“ Er sorgt dafür, dass nächtliche Polizeieinsätze und Präsenz des Kommunalen Ordnungsdienstes die Szene verunsichern. „Die sind dann nicht mehr gekommen.“

Der Himmelspark-Ranger aber ist weiter zur Stelle. Jeden Tag. Samstag und Sonntag eingeschlossen. Er radelt am Vormittag mit seinem E-Bike aus dem gut zehn Kilometer entfernten Alfdorf-Brech an. Dann folgt er einem festen Ablauf. Der beginnt mit der Kontrolle, ob genügend Toilettenpapier vorhanden ist und erntet auch mal Dank der Besucher, die „sich freuen, dass es so eine Aufsicht gibt“. Gleich danach folgt eine erste Runde mit der Müllzange, um Papier und Flaschen aus dem Park zu holen. „Gerade an Wochenendtagen gibt‘s viel zu tun, sagt er. Danach sammelt er weitere Kilometer zu Fuß bei Rundgängen durch den Himmelsgarten und spürt, „dass ich nicht umsonst da bin“. Das hat auch etwas mit seiner Menschenkenntnis zu tun. „Ich spüre, wenn jemand eine Frage hat oder etwas sucht.“ Am „Suppenstern“ fragen ihn die Leute nach der Bedeutung der Einrichtung.

Viele Stationen

Es ist ein urbaner Garten, in dem hauptsächlich Gemüse angebaut wird. Fünf aus Hochbeeten gebaute Strahlen bilden einen Stern, in dessen Mitte sich eine Freiluftküche mit einem Versammlungsplatz befindet. Dahinter stehen Landfrauen und die Pädagogische Hochschule. Viele weitere Landesgartenschau-Einrichtungen werden bis heute gepflegt. Das „Gmünder Gärtle“ mit besonderen Pflanzen ebenso wie das Streuobst-Zentrum oder der Imker-Pavillon. Eine Attraktion ist der Aussichtsturm Himmelsstürmer, der wie das Backhäusle auf einen eigenen Freundeskreis setzen kann. Erwin Vogelmann kennt sie alle, kann (fast) alle Fragen von Besuchern beantworten und Ansprechpartner nennen. Und er kann trotz Sonnenschein auch mal ernste Miene machen: Wenn sich Leute nicht so benehmen, wie sie es zuhause tun würden. Wenn jemand zu bequem ist, den Weg bis zur Toilette zu gehen, gibt‘s die Standpauke auf dem Fuß. Und wer seine Plastikflasche einfach mal fallen lässt, hebt sie gerne wieder auf, wenn Erwin Vogelmann das beobachtet hat. Nicht nur einmal im Jahr muss er auch Hilfe holen. Wenn ein Kind auf der Hüpfmatratze stürzt und sich vielleicht den Arm bricht, wenn Besucher mal ein Kreislaufproblem haben, ruft er den Notarzt. All das komme nicht so oft vor. Viel häufiger kommt er mit Besuchern ins Gespräch, die sich einfach über den Park freuen und ihm sagen, „dass es dort noch immer so schön ist wie bei der Gartenschau“.

Fast wie bei der Gartenschau.“

Erwin Vogelmann, Parkschützer Himmelsgarten

Ehrenamt wird hier groß geschrieben

1361 Ehrenamtliche engagierten sich 2014 für die Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd mit ihren Schwerpunkten „Erdenreich“ und „Himmelsgarten“. Viele von ihnen waren 2019, wie Erwin Vogelmann, bei der Remstal-Gartenschau wieder zur Stelle. Seither ist der „Himmelsgarten“ zum beliebten Ausflugsziel geworden. Aussichtsturm, Wasserspiele, viel Natur und Spazierwege laden ein. kust

Vor allem Kinder haben Spaß an den Tieren im Park.
Stößt immer auf Interesse: Imkerpavillon im Himmelsgarten.

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