Hochaktuelle Themen zur Beratung

Im Kirchengemeinderat Flüchtlingshilfe und Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

Schwäbisch Gmünd. Bei seiner öffentlichen Sitzung diese Woche hatte der Rat der Evangelischen Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd unter anderem Hilfe für Flüchtlinge und die Einführung von Segnungsgottesdiensten für gleichgeschlechtliche Paare auf der Tagesordnung.

Beim Gemeindeabend zum Thema der Segnungsgottesdienste hatte es nur Zustimmung und Bestärkung gegeben. Das sowie der Austausch gehören für den Weg der Landeskirche als eine Etappe dazu, damit eine Kirchengemeinde öffentliche Segnungsgottesdienste gleichgeschlechtlicher Paare einführen darf. Weitere Bedingung ist, dass drei Viertel des Pfarrteams und drei Viertel des Kirchengemeinderats einer Gemeinde zustimmen. Beides wurde in der Kirchengemeinderatssitzung positiv beschieden. Alle 19 anwesenden Mitglieder stimmten dafür. „Nun warten wir, bis uns der Oberkirchenrat die Erlaubnis erteilt und die örtliche Gottesdienstordnung mit Segnungsgottesdiensten für gleichgeschlechtliche Paare ergänzt“ so Dekanin Ursula Richter. „Wir gehören damit zu dem ersten Viertel von Kirchengemeinden unserer etwa 1300 Kirchengemeinden zählenden Landeskirche, die diesen von der Landessynode beschlossenen Weg beschreiten kann.“

Geist der Einigkeit

Auch beim Thema Flüchtlinge war der Geist der Einigkeit zu spüren, Menschen in Not zu helfen. Die Kirchengemeinde unterstützt das Engagement von Stadt und Landkreis. Auch mit ihren fünf Kitas ist sie bereit, Flüchtlingskinder aufzunehmen. „Menschlichkeit geht vor Bürokratie“, betont Dekanin Richter, „wir können bei einer solchen Herausforderung nicht auf gewohnten Standards beharren. Das betrifft uns alle. Dafür müssen aber KVJS und Evangelischer Landesverband auch rechtlich ermöglichen, zur Betreuung der Kinder neben Fachpersonal geeignete Menschen, auch Ehrenamtliche, zur Unterstützung hinzuziehen zu dürfen.“ Kirchenpfleger Eberhard Schmid ergänzt, bereits in zwei evangelischen Kitas seien Kinder aus der Ukraine aufgenommen worden, aber das durch die Coronajahre schon schwer beanspruchte Personal brauche Unterstützung.

Weiter beschloss der Kirchengemeinderat, dass die Kirchengemeinde selbst Wohnraum zur Verfügung stellt. Die Wohnung über der Martin-Luther-Kirche könne nach den nötigen Renovierungsarbeiten auf dem Rehnenhof für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung stehen. Dies wurde so beschlossen. Ebenso, dass der Stadt der nicht mehr genutzte Raum im oberen Stock der Friedenskirche zur Verfügung gestellt werden kann. Kirchengemeinderatsvorsitzer Wolfgang Schmidt und Dekanin Ursula Richter hatten bereits nach Kriegsbeginn per Eilbeschluss 3000 Euro aus dem Notfonds der Kirchengemeinde bewilligt. Davon wurden bereits für 650 Euro Lastwagenfahrten und 1000 Euro für Lebensmittel für die durch Tetjana Kuznjetsova und Team organisierten Hilfsgüterlieferungen finanziert. Auch der „Diakonieladen“ hilft in Abstimmung mit der Stadt Gmünd durch Kleidergaben an ukrainische Flüchtlinge. Die Kirchengemeinde sponsert auch dies durch den Nothilfefonds, beschloss man. Man wolle beim Diakonischen Werk Württemberg, das eine Förderung für solche Projekte bietet, Geld beantragen, so Vorsitzender Schmidt. Es wurde vereinbart, dass die Parochieausschüsse in den Wohnbezirken darauf achten, wo man unterstützen und sich kümmern kann.

Gebete und Begegnungen

Der Kirchengemeinderat begrüßt das von Dekanin Richter und Dekan Kloker eingeführte wöchentliche Ökumenische Friedensgebet freitags 17 Uhr in St. Franziskus. Inzwischen gibt es auch von der Stadt organisierte Personen, die ins Ukrainische übersetzen. Die eigentlich neu geplanten monatlichen Abendgebete in Augustinus sollen, solange es die Friedensgebete gibt, ein anderes Format bekommen. So wird am 29. April im Anschluss ans Friedensgebet in und um die Augustinuskirche zu Begegnung und Austausch mit Musik und Imbiss eingeladen. Alle sind willkommen.

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