Hommage an Altersgenossen

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Helga und Dr. Siegfried Dalferth würdigen mit einem Banner das immaterielle Weltkulturerbe und pflegen die Schankgerechtigkeit des „Pfauen“.
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Helga und Dr. Siegfried Dalferth würdigen mit einem Banner das immaterielle Weltkulturerbe und pflegen die Schankgerechtigkeit des „Pfauen“.

Schwäbisch Gmünd. Es ist eine schöne Ergänzung zu den Altersgenossenfesten: Das Gmünder Ehepaar Helga und Dr. Siegfried Dalferth begleitet die Umzüge der Altersgenossen in diesem Jahr am Haus in der Kornhausstraße 3 mit einem Banner, das die nunmehr fast 160 Jahre währende Tradition würdigt. Bereits zum 40er-Fest freuten sich die Altersgenossen, als sie den „Pfauen“ bei ihren zwei Umzügen streiften.

Dies sei eine „Hommage an die Altersgenossenfeste“, sagt der Pharmazierat und Apotheker Dalferth. Er und seine Frau Helga seien seit 1964 „Gmünder mit tiefen Wurzeln“. Sie besitzen das Traditionshaus „Pfauen“ in der Kornhausstraße 3. Dort tagten seinerzeit Gmünder Ratsherren in der „mittelalterlichen bürgerlichen Trinkstube“. Aus dieser Zeit gibt es noch den Eintrag der „Schankgerechtigkeit“ im Grundbuch, die den Besitzern einen Schanktag erlaubt. Diese Schankgerechtigkeit haben Helga und Dr. Siegfried Dalferth in den vergangenen Jahrzehnten liebevoll gepflegt. Immer wieder öffneten sie den Keller im „Pfauen“, verköstigten und verpflegten Gäste, unter denen von Stadträten über Kommunalpolitiker und Abgeordnete aus Bund und Land bis zu Guggenmusiken große Vielfalt herrschte. 

Einen Bezug zu den Altersgenossenfesten kann das „Pfauen“-Wirtsehepaar herstellen, weil in dieser Gaststube im Jahr 1863 das erste Altersgenossenfest stattfand. Es war kein Fest der 40er, sondern der 50er des Jahrgangs 1813. Siegfried Dalferth zitiert dabei aus dem „Boten vom Remsthal“ vom 10. Februar 1863: „Letzten Samstag feierten im Gasthaus zum Pfauen dahier die im Jahr 1813 Geborenen ihr 50jähriges Wiegenfest. Die fröhliche Stimmung durchwehte den ganzen Abend die zahlreiche, auch von Frauen besuchte Gesellschaft. Gesang und Deklamation wechselten ununterbrochen ab. Ein Dreizehner eröffnete den Reigen der Heiterkeit mit einer launigen Begrüßungsgedichte.“

Diese Tradition des Hauses wollen Siegfried und Helga Dalferth festhalten. Dass der Brauch der Altersgenossenfeste zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO ernannt worden ist, war ihnen die passende Gelegenheit. Sie entwarfen das Banner, das die Geschichte der Altersgenossen erzählt. Es beginnt mit dem Bericht im „Boten vom Remsthal“. Es verweist auf das erste Fest im „Pfauen“. Es erzählt und zeigt in Bildern, wie nach und nach die 40er, die 60er, die 70er und die 80er dazukamen. Und es verweist auf das Datum des 10. Dezembers 2018. An diesem Tag erfolgte der Eintrag der „in Deutschland einzigartigen“ Gmünder Altersgenossenfeste in das Verzeichnis des Weltkulturerbes. Gleichzeitig nutzten Helga und Siegfried Dalferth das 50er-Fest dieses Jahres, um mit Gästen auf das Anbringen des Banners anzustoßen. Und sie schlugen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Denn sie hatten, nach dem Stillstand der Corona-Jahre, für diese kleine Feier einen Schanktag für den „Pfauen“ beantragt. Die Schankgerechtigkeit nämlich bleibt ihnen nur, wenn sie den Schanktag mindestens alle drei Jahre durchführen. Sonst verfällt sie. Was ein Verlust einer ebenfalls schönen Tradition wäre.

Dr. Siegfried Dalferth, Helga Dalferth, Oberbürgermeister Richard Arnold und Petra Büttner vom Dachverband der Altersgenossen (von links) mit dem neuen Banner am „Pfauen“ im Hintergrund.

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