Ideen-Zentrum für Digi-Hilfen im Alter oder bei Krankheit

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An der Oberbettringer Straße bei der Pädagogischen Hochschule soll die Kreativwerkstatt gebaut werden.
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Auf dem Gelände der Pädagogischen Hochschule könnte noch in diesem Jahr der Bau einer Kreativwerkstatt beginnen. 

Schwäbisch Gmünd

Eine Werkstatt, in der Firmen und Studenten zusammen digitale Hilfen austüfteln, die es älteren Menschen ermöglichen oder erleichtern, zuhause  selbstbestimmt zu leben: Eine solche Werkstatt soll in Gmünd entstehen. Wenn elles klappt, könnte der Bau noch in diesem Jahr beginnen, sagt der städtische Wirtschaftsbeauftragte Alexander Groll auf Anfrage. „Creative Hall assisted living“ ist der neudeutsche Name für diese Einrichtung, die  bei der Pädagogischen Hochschule  (PH) angesiedelt werden soll.

Finanziert wird das Projekt aus Landesmitteln sowie Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin   Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut übergab dafür bereits im Jahr 2019 einen Förderbescheid über 750 000 Euro an Vertreter der Stadt und des Landkreises, die gemeinsam den kommunalen Eigenanteil des Projekts finanzieren, wie Groll erläutert.  Die Kreativwerkstatt „greift die Herausforderungen, die sich durch den demografischen Wandel ergeben, auf und führt diese mit den Chancen zusammen, die die zunehmende Digitalisierung bietet“, sagte Hoffmeister-Kraut dabei.  Im Haushaltsplan der Stadt ist  das Vorhaben  nun mit Gesamtbaukosten von 1,96 Millionen Euro verzeichnet. 1,35 Millionen davon bekommt  die Stadt  dem Plan zufolge von dritter Seite.

Anderer Standort

Geplant war, die Kreativwerkstatt an die Wissenswerkstatt Eule beim Bahnhof anzubauen. Um Synergieeffekte nutzen zu können, habe man sich dann aber entschieden, stattdessen einen Neubau auf dem Gelände Pädagogischen Hochschule   zu planen, sagt Alexander Groll.  Denn der Studiengang Pflegewissenschaften  der PH  ist Initiator  des Projekts. Die Werkstatt soll nun  direkt an der Oberbettringer Straße in der Verlängerung der Mensa erstellt werden.  Mit der Angliederung an die Hochschule bekomme die Werkstatt auch die Campus-Atmosphäre.  Eingebunden werden sollen auch die Potenziale  der Hochschule für Gestaltung und der Technischen Hochschule Aalen.

Die Werkstatt soll ein „Innovationsmotor durch und mit wissenschaftlicher Begleitung“ im pflegerischen und medizinischen Bereich  werden. so definiert es Prof.  Dr. Steve Strupeit, der Direktor des Instituts für Pflegewissenschaft an der Pädagogischen Hochschule.  Sie soll einen Raum bieten, in dem sich kleine und mittelgroße Unternehmen aus der Region vernetzen können, um  neue Produkte oder Dienstleistungen  zu entwickeln und zu erproben.  Denkbar sei, dass sich dort Firmen ansiedeln, aber auch, dass Studenten mit innovativen Ideen dort unternehmerisch starten können. Als ein weiteres zentrales Ziel neben der Unterstützung älterer und kranker Menschen nennt Strupeit „die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region“.  Die Studenten könnten dort durch gemeinsame Vorlesungen, für alle Interessierten offene Veranstaltungen oder  auch Praktika in regionalen Unternehmen integriert werden.

Chancen eröffnen

Digitale Hilfen könnten gerade älteren Menschen künftig immense   Chancen  eröffnen, davon ist der Pflegewissenschaftler überzeugt. „Insbesondere im ländlichen Raum,  und damit meine ich nicht strukturschwach“,  könnten sie die Möglichkeit der Teilhabe erhöhen. Sie könnten  Unabhängigkeit trotz Einschränkungen in der Mobilität sowie die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität im Alter  oder bei Pflegebedürftigkeit verbessern. Die Kreativwerkstatt  in Gmünd solle zu einem nationalen oder sogar internationalen  Innovationsmotor  für solche Angebote werden. Strupeit stellt klar, dass in der Werkstatt keine Beratung für betroffene Bürger angeboten werden soll, solche Angebote gebe es bereits.  In öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen  oder Ringvorlesungen sollen interessierte Bürger aber natürlich über neue Möglichkeiten in diesem Bereich informiert werden.

Insbesondere im ländlichen Raum.“

Prof. Dr. Steve Strupeit, über den Nutzen digitaler Hilfen

Fünf Projekte landesweit werden gefördert

Das Land Baden-Württemberg fördert zur Stärkung regionaler Innovationsstrukturen  aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Landesmitteln  insgesamt fünf Projekte in Baden-Württemberg, darunter die Kreativwerkstatt in Gmünd. Damit soll eine Struktur geschaffen werden, um Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen die Erprobung und Nutzung von neuen und kooperativen Innovationsmethoden zu erleichtern. So sollen unter anderem anwendungsnahe Forschung und Entwicklung, Technologie- und Wissenstransfer, Vernetzungsaktivitäten und Unternehmensgründungen gestärkt werden.

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