Illegale Holzfäller an der Kreisstraße

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Illegale Holzfäller an der Kreisstraße
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Zwischen Lindach und Mutlangen wurden mindestens fünf stattliche Bäume abgesägt und mitgenommen. Das Landratsamt hat Anzeige erstattet. Anlieger entdeckt die Tat.

Schwäbisch Gmünd
Stattliche Ahorn-Bäume säumen seit Jahrzehnten die Straße zwischen Mutlangen und Lindach, vorbei am Paulushaus. Jetzt muss es heißen: säumten die Straße. Mindestens fünf dieser vielleicht 40 oder 50 Jahre alten Bäume sind weg. Aufgefallen ist das Jakob Hokema, Mit-Geschäftsführer der dort nahe gelegenen Gärtnerei Fehrle. Er ärgert sich, weil es sich um gesunde Bäume handelte, die niemand im Weg gestanden hätten. Deshalb wendet er sich an die Medien und schreibt: „Wie lange dauert es noch bis endlich begriffen wird dass unsere Nahrungsmittel nicht aus Maschinen kommen, dass die Luft zum Atmen aus der Natur kommt und entsprechend gehandelt was muss. Was muss noch passieren bis begriffen wird, dass intakte Natur unsere Lebensgrundlage ist?“ 
Jakob Hokema hat sich zunächst an die Stadt gewandt, um nach dem Grund für die Fällungen zu fragen. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, wurde er an das Landratsamt verwiesen. „Wir haben die Bäume nicht entfernen lassen“, bekommt er von dort zu hören. Der Sachverhalt war rasch geklärt: es handelt sich um illegale Baumfällungen. Der Ostalbkreis hat inzwischen Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Dort wird nun ermittelt.
„Da hat sich vielleicht jemand Brennholz geholt“, vermutet Jakob Hokema und nennt es ein dreistes Vorgehen. Immerhin ist die Straße gut befahren, eine solche Aktion müssten Viele bemerkt haben.
„Baumfällungen an einer belebten Straße sind nicht so einfach“, sagt Johann Reck, Forstdezernent des Ostalbkreises. In der Regel müsste dafür die Straße sogar teilweise gesperrt werden. Und er geht auch von einem längeren Zeitraum aus, der für diese Arbeiten nötig ist. „So etwas geht nicht in einer halben Stunde.“ Immerhin hatten die Bäume nach Worten von Jakob Hokema einen Stammdurchmesser von 30 bis 40 Zentimetern. Für den Abtransport müssten die gefällten Bäume zerlegt werden, das Astwerk zerkleinert. Ein erheblicher Zeitaufwand, vermutet Johann Reck, dessen Behörde aber nicht für Straßenbäume, sondern für den Wald im Kreis zuständig ist. Vergleichbare Fälle kommen nach seinen Worten kaum vor, er erinnert sich an einen einzelnen Straßenbaum, der vor Neuler gefällt wurde. Eher passierten Holzdiebstähle direkt im Wald, wo häufig geschnittenes Holz in unterschiedlichen Längen aufgestapelt ist. „Wenn jemand mit einem Langholzfahrzeug aus dem Wald fährt, ist das ja nicht verdächtig“, sagt der Forstdezernent.

Behutsamer schneiden

Auch wenn in diesem Fall die Straßenbauabteilung nichts mit dem problematischen Umgang mit der Natur zu tun hat, will sich Jakob Hokema an die Behörde wenden. Er möchte sich grundsätzlich dazu äußern, wie mit Bäumen und Hecken entlang von Straßen umgegangen wird, Vorschläge für eine schonendere Behandlung der Hecken unterbreiten. Die seien Schonraum für Vögel und Insekten, würden aber häufig mit viel zu großen Maschinen extrem zurückgeschnitten. Das ist für ihn kaum nachvollziehbar, weil in der Regel genug Platz für eine breitere Hecke da ist. „Damit sie für Tiere sinnvoll ist, muss eine Hecke einen Meter breit sein“, so Jakob Hokema. Das sollte bei künftigen Schnitten auf jeden Fall bedacht werden, rät er.

Illegale Holzfäller an der Kreisstraße
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