Im Blick

Gmünds Tafelladen, Deutsche und Ukrainer

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Michael Länge
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Der Kunde im Porsche muss abgewiesen werden.


Der aufmerksame Gmünder hat dies schon vor der Ankunft erster Flüchtlinge aus der Ukraine in der Stadt beobachtet: Die Schlange vor dem Tafelladen wird länger und länger. Dies ist Beleg dafür, was in Deutschland fast schon eine Binse geworden ist: Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Der Armutsbericht der Bundesregierung von 2021 belegt dies. Corona hat die Situation verschärft. 
Wenn dann, wie Gmünds Tafelchef Steffen Witzke im GT-Gespräch sagt, von 230 täglichen Einkäufen 150 von Ukrainern getätigt werden, entsteht eine Gemengelage, eine gefährliche. Wenn Witzke zudem auf Kunden mit Porsche oder 500-Euro-Scheinen verweist, eine noch gefährlichere. Tilmann Haug von der GEBIB, die im Ostalbkreis vier Tafelläden betreibt, bestätigt dies. Verweist aber darauf, dass dies Einzelfälle seien. (Lesen Sie dazu „Einkauf im Porsche ist ein Einzelfall“.)

Dazu ist dies zu sagen: Der Kunde im Porsche muss abgewiesen werden. Die Mehrzahl ukrainischer Kriegsflüchtlinge darf nicht unter solchen Einzelfällen leiden. Solche wird‘s immer geben, nicht nur unter Ukrainern.
Ukrainern einen unbürokratischen Einkauf per Ausweis zu ermöglichen, war am Anfang richtig. Trotz der Trittbrettfahrer. Genau so richtig war es aber auch, diese unbürokratische Hilfe in geordnete Bahnen zu lenken. Damit bedürftige Menschen von hier nicht auf der Strecke bleiben. Es darf nicht sein, dass sich, wie Witzke geschildert hat, vor allem ältere Leute nicht mehr in den Tafelladen trauen. Dies könnte dazu führen, dass eine von Hilfsbereitschaft geprägte Stimmung kippt. Das will (hoffentlich) keiner!

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