Im fernen Bali gibt es jetzt Mick-Spaghetti

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Mick Baumeister und Ulrike Schwebel sitzen gerne wieder auf dem Gmünder Marktplatz.

Ulrike Schwebel und Mick Baumeister nach "Zwangsurlaub" wegen Flugausfällen wieder zurück. Erlebnisse vor Ort.

Schwäbisch Gmünd

Endlich wieder heimischen Boden unter den Füßen: Ulrike Schwebel, im Rathaus Schorndorf für Tourismus zuständig, und Mick Baumeister, Pianist, Komponist und Gastronom, sind wieder in Schwäbisch Gmünd. Ihr Bali-Urlaub hatte sich unfreiwillig verlängert – weil wegen Corona fast vier Monate keine Flüge nach Deutschland möglich waren.

Sie wollten am 16. März heimfliegen. Warum hat das nicht geklappt?

Mick Baumeister: Wir waren pünktlich am Flughafen und mussten erfahren, dass der Flug um einen Tag verschoben wird. Am 17. März ging aber auch nichts. Dafür wurde uns ein fester Flugtermin am 4. Mai versprochen. Ulrike Schwebel: Für uns ein Grund, am Rückholprogramm der Bundesregierung nicht teilzunehmen. Alle, die einen festen Rückflug vor Augen haben, sollten auf die Rückholaktion verzichten.

Und dann?

Ulrike Schwebel: Zwei Tage zuvor wurde auch der Flug gecancelt, dann war Bali ganz zu, nichts ging mehr rein, nichts raus.

Wie haben Sie die Zeit verbracht?

Mick Baumeister: Wir hatten zum Glück Kontakt mit dem Chef der Bali Moovie Studios. Ich konnte ein Klavier organisieren, wir haben schon bald Studioaufnahmen gemacht und ein Live-Konzert online übertragen.

Was war in der Zeit am schwierigsten?

Ulrike Schwebel: Ein paar Tage war totaler Lockdown. Dann hatte man kein Internet, musste zuhause bleiben. Später war es oft nicht einfach, sich zu bewegen, weil die 40 000-Einwohner-Stadt in 17 Bereiche unterteilt ist, in denen jeweils andere Ausgangsregeln gelten. Also wussten wir oft nicht, ob wir wieder nach Hause kommen, wenn wir unterwegs waren. Die Polizei war allerdings immer freundlich, wer mal ohne Maske angetroffen wurde, erhielt eine kostenlos von den Polizisten.

Was hat Ihnen am meisten gefehlt:

Mick Baumeister: Auf jeden Fall mein Tonstudio zuhause, natürlich auch das Restaurant "Stern Mick live". Ulrike Schwebel: Manchmal auch ein Kartoffelsalat oder das persönliche Gespräch mit den Freunden zuhause. Skype ist halt doch nicht immer ein vollständiger Ersatz. Und natürlich kam zwischendurch auch das Heimweh auf.

Wie war die Begegnung mit den Menschen vor Ort?

Mick Baumeister: Wir haben sie immer besser kennengelernt. In einem benachbarten Restaurant steht heute auf der Speisekarte: "Mick Spaghetti". Dort habe ich einen Kochkurs gegeben, der ist auch gut angekommen. Ulrike Schwebel: Wir sind dann auch in der richtigen Facebook-Gruppe am Ort gelandet, dort wurden uns viele Regeln übersetzt, die wir sonst nicht verstanden hätten.

Was nehmen sie aus der Zeit mit nach Hause?

Mick Baumeister: Zum Beispiel zwei kleinere Kompositionsaufträge für Filme. Im einen Fall geht es um einen Fernsehspot gegen den dort häufig vorkommenden Schildkrötenfang. Ulrike Schwebel: Ich bringe den balinesischen Gleichmut mit ins Büro nach Schorndorf, das bedeutet gute Laune. Die habe ich trotz vieler Hürden beibehalten.

Wie geht's im Stern Mick Live in Metlangen weiter?

Mick Baumeister: Wir eröffnen am Freitag, 24. Juli, mit gewohntem Programm, mit schwäbischen Gerichten – und mit einer Überraschung: auch eine Speise aus Balis Küche steht dann auf der Karte.

Und was fällt Ihnen zum Thema "nächster Urlaub" ein?

Mick Baumeister: Da ist aktuell sicher keine Fern(ost)reise geplant.

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