Im Frieden mit sich selbst sein

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Dekan Robert Kloker (rechts) und Alfons Wenger segnen Gläubige und Kerzen an Mariä Lichtmess im Gmünder Münster.
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Was der heilige Simeon den heutigen Menschen lehren kann, zeigt Gmünds Dekan Robert Kloker in einem Gottesdienst an Mariä Lichtmess auf.

Schwäbisch Gmünd

Einen Gottesdienst, der ganz im Zeichen des Lichts steht, feiern die katholischen Christen am 2. Februar, 40 Tage nach Weihnachten, mit Mariä Lichtmess, so auch am Mittwochvormittag im Gmünder Münster. Dekan Robert Kloker ging in seiner Predigt auf den alten Simeon aus dem Lukas-Evangelium ein, ein frommer Israelite, der in Jerusalem auf die Ankunft des Messias wartet. Gemeinsam mit der Prophetin Hanna erkennt er in dem 40 Tage alten Jesus den verheißenen Messias.

Der Lobgesang des Simeon lese sich wie ein Schlusspunkt am Ende seines Lebens, deutete Kloker die berühmte Bibelstelle Nunc Dimittis: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast.“ Den Lobgesang anstimmend, sei Simeons Herz erfüllt mit Freude, Heiligkeit und Klarheit, weil ihm das geschenkt wurde, was er Zeit seines Lebens erhofft hatte. „Nun kann er einen Blick auf sein Leben als Ganzes richten, und er stellt fest: Es ist komplett“, führte der Theologe weiter aus.

Kloker wertete es als großes Geschenk, wenn am Ende des Lebens Friede, Freude und Dankbarkeit stehen. „Auch für uns ist es ein großes Geschenk, wenn wir uns komplett fühlen können“, ging Kloker auf die Bedeutung für den heutigen Menschen ein, und meinte damit die familiäre Situation, die berufliche Laufbahn, überhaupt die Zufriedenheit mit sich selbst. „In jedem Fall ist es befreiend, wenn man sagen kann, ich bin angekommen und zufrieden, ich bin im Frieden mit mir selbst.“

Mit Jesus aufs Ganze schauen

Auch ins Nachtgebet der Kirche, Komplet genannt, hat der Lobgesang des Simeon Eingang gefunden – für Kloker auch ein persönliches Nachtgebet. „Und so geht es auch für uns darum, mit Jesus an unserer Seite auf das Ganze zu schauen.“ Auch für uns werde in Jesus die größte Liebe, die größte Befreiung und die größte Freude sichtbar.“ Denn zusammen mit Jesus könne beim Blick auf unser Leben vieles hell, klar und vollständig werden, sodass Frieden und Dankbarkeit auch unser Herz erfüllen können.

Feierlich war am Anfang der Eucharistiefeier der Einzug mit Kerzen, die an Mariä Lichtmess, auch Darstellung des Herrn genannt, gesegnet werden – nicht nur die des Münsters für das neue Jahr, auch die Gläubigen hatten Kerzen für den häuslichen Gebrauch mitgebracht, die vor dem Chorraum von den Geistlichen gesegnet wurden. Traditionell wurde das Kirchenlied „Zion öffne deine Pforte, öffne sie dem ewgen Worte“ gesungen.

Menschen und Kerzen gesegnet

Im Anschluss an die Messfeier spendeten Dekan Kloker und der frühere Münsterpfarrer Alfons Wenger mit dem nötigen Sicherheitsabstand und Masken den Blasiussegen, der vor Halskrankheiten schützen soll. „Ich brauche ihn selbst am dringendsten“, wies Kloker augenzwinkernd auf seine angeschlagene und heisere Stimme hin. Im zweiten Coronajahr sei der Segen zwar kein Schutz vor Omikron, aber eine Stärkung: „Gottes Heil und Segen ist jedem persönlich zugesagt.“

Gottes Heil und Segen ist jedem persönlich zugesagt.“

Robert Kloker, Dekan

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