Gourmetkoch hat Zukunftspläne für „Egentalhütte“ in Degenfeld

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Anton Leberfinger Egentalhütte
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Anton Lebersorger bei Kochwettbewerben ganz vorne. Vorläufig sieht er seinen Platz im Sterne-Restaurant in Fellbach. Zukunftspläne für Degenfeld.

Schwäbisch Gmünd. Er ist 24, schätzt die schwäbische Küche, ist in der Gourmetküche zuhause und jetzt auch erfolgreicher Wettbewerbskoch: Anton Lebersorger mit Wurzeln in Winzingen, nach eigenen Worten „Koch mit Leib und Seele“. Und mit einer Überraschung, die man in Degenfeld gerne hören wird.

Doch der Reihe nach. Anton Lebersorgers Eltern übernehmen im Jahr 2000 das Restaurant Egentalhütte in Degenfeld. Anton Lebersorger und seine jüngere Schwester sind immer wieder dort, als Jugendliche helfen sie in den Sommerferien aus, „ganz ohne Zwang und mit viel Spaß“, wie er sagt. Was ihm die spätere Berufswahl erleichtert: „Die Eltern haben das immer mit Liebe gemacht.“

„Heute ist er „Chef de Partie“

So gibt es für Anton Lebersorger nach Abschluss der Mittleren Reife nicht anderes als die Ausbildung zum Koch. Er sollte im „Castello“ in Donzdorf starten, „aber genau zu dem Zeitpunkt hat der Inhaber den Standort gewechselt und ein Restaurant in Hagnau am Bodensee übernommen“. Anton Lebersorger geht mit und schätzt die Ausbildungsjahre in der neuen Umgebung.

Heute ist er „Chef de Partie“ im Zwei-Sterne-Lokal „Goldberg Restaurant und Winelounge“ in Fellbach. Dort liebt er nicht nur den Alltag in der Küche, sondern auch die Unterstützung für seine besonderen Aktivitäten, die Kochwettbewerbe. Antrieb gibt ihm der Sieg in der Kategorie „Gemüseküche“ beim „Falstaff Young Talents Cup“. „Ich habe mich direkt danach bei den „Jungen Wilden“ beworben, dem härtesten Kochwettbewerb Europas für Köche unter 30 Jahren.“ Eine besondere Herausforderung, wie er bald merkt.

Der wichtige Anruf

„Das ist kein Kindergeburtstag, sondern eine Begegnung echt professioneller Köche.“ 6500 Bewerber wollten am 24. und 25. Oktober in Graz ihr Können unter Beweis stellen. Aber nur wenige sind so weit gekommen. „Um so glücklicher war ich, als ich den Anruf der Zeitschrift ‚Rolling Pin‘ bekam, dem Veranstalter der ‚Jungen Wilden‘, dass ich im Vorfinale bin.“ Gegen fünf weitere ambitionierte Köche kämpft er um den Einzug ins große Finale. Für ihn der schwierigste Part. „Nach dem Startschuss war alles ganz hektisch, ein Umfeld wie auf einer Messe.“ Die sechs jungen Köche müssen sich rasch orientieren, sortieren und „alle waren gleich am Rumrennen“.

Und wenn dann nicht alles nach Plan läuft, gilt es Nerven zu zeigen: „Ich wollte ein Pastinakeneis herstellen. Dazu hatte ich einen eigenen Entsafter dabei“, erinnert er sich. Dabei unterschätzt er den Härtegrad der Pastinaken. „Das Gerät ist rasch in Rauch aufgegangen.“ Anton Lebersorger lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: „Ich habe auf Vanilleeis umgestellt.“ Alles richtig gemacht, das Finale ist erreicht. Einfach wird‘s auch dort nicht, die Bedingungen sind hart: Das Menü für zehn Personen darf nur 150 Euro für die Zutaten kosten. Nun heißt es vorbereiten auf den nächsten Tag. „Wir haben am Abend des Vorfinales eine Blackbox bekommen, aus der wir zusätzlich am Finaltag noch ein Gericht zubereiten mussten.“ Also nachts Gedanken machen, morgens Einkaufen und am Vormittag loslegen. Im Finale dann die drei wohl besten Köche unter 30 Jahren in Europa. „Meine zwei Konkurrenten mit jahrelanger Sterne-Erfahrung wollten den Titel genau so wie ich.“ Am Ende liegt er auf Platz zwei. „Das Beste des ganzen Wettbewerb war es, von Kochgrößen wie Hans Neuner, Luki Maurer und Heiko Antoniewicz (alle in der Jury) zu hören, dass ich lecker gekocht habe.“

Nun geht es erst mal zurück ins Sterne-Lokal nach Fellbach. Dort möchte Anton Lebersorger auch im nächsten Jahr bleiben, „und gerne weitere Wettbewerbe bestreiten“.

Zukunft in Degenfeld

„Natürlich denke ich schon heute an die nächsten Schritte“, sagt Anton Lebersorger. Sein Plan ist die Übernahme des Restaurants „Egentalhütte“ in Degenfeld. „In zwei oder drei Jahren kann es so weit sein.“ Er will aus dem traditionellen Haus kein Sterne-Restaurant machen. „Mir geht es um eine sehr gute traditionelle schwäbische Küche“, sagt er. Und „einige Besonderheiten aus der bisherigen Berufslaufbahn könnten schon dazu kommen“. Anton Lebersorger möchte“in jedem Fall ein Restaurant führen, in dem sich Jung und Alt wohlfühlen“.

Anton Leberfinger Egentalhütte
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