Im Rathaus wird die Katastrophe vorbereitet

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Auf dem Degenfelder Bezirksamt steht die einzige noch funktionsfähige Sirene im Stadtgebiet. Nun soll das Netz dieser Warngeräte wieder aufgebaut werden.
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Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung prüft Notwendigkeiten für Krisen von der Überschwemmung bis zum großen Waldbrand.

Schwäbisch Gmünd

Die Stadt möchte die althergebrachte, aber inzwischen wieder sehr geschätzte Möglichkeit, die Menschen bei Katastrophen mit Sirenen zu informieren , wieder beleben. Nachdem das Netz der Heuler wie in vielen anderen Städten auch fast komplett abgebaut worden war - einzig die Sirene auf dem Degenfelder Bezirksamt ist noch funktionsfähig -, sollen nun wieder rund 30 Sirenen im Stadtgebiet installiert werden. Sie sollen längst nicht nur bei Starkregen warnen. Eine Arbeitsgruppe im Rathaus berät allgemein die Möglichkeiten und Notwendigkeiten, wie die Verantwortlichen vor Ort in Katastrophenfällen handeln sollen. Als neues Thema in dieser Gruppe brachte Oberbürgermeister Richard Arnold die wachsende Gefahr von Waldbränden ein.

Gmünd mit seinem großen Waldbestand im Stadtgebiet sei von dieser ebenfalls mit dem Klimawandel wachsenden Gefahr stark bedroht, sagte Arnold in dieser Woche im Verwaltungsausschuss, als über die möglichen Vorkehrungen vor Starkregen diskutiert wurde. Er wies darauf hin, dass Wald zum Beispiel das Stadtgebiet Richtung Hornberg hin präge, ebenso der Hospitalwald westlich der Innenstadt. „Wie sind wir darauf vorbereitet?“ Diese Frage, sagt Rathaussprecher Markus Herrmann, soll die Arbeitsgruppe in der Verwaltung nun mit vielen Facetten beantworten. Denn auch wenn es in diesem Sommer immer wiedere regnete, waren die beiden vorigen Sommer extrem trocken. Erster Ansprechpartner sei natürlich die Feuerwehr, doch auch die Forstverwaltung des Landkreises soll dazu in die Gruppe geholt werden, um ihr Fachwissen einzubringen. Während beim Thema Starkregen schon erste Maßnahmen angegangen wurde, stehe die Diskussion über die Waldbrandgefahr noch am Anfang, sagt Herrmann. Bis Anfang nächsten Jahres könnte es aber erste Ergebnisse geben.

Szenarien aufgezeichnet

Weiter ist die Arbeitsgruppe bereits in der Frage, wie man die Bürger in Katastrophenfällen informiert. Zumindest die möglichen Szenarien sind aufgezeichnet - und die können durchaus beunruhigend sein. Zwar möchte die Stadt nun das Sirenen-Netz wieder aufbauen. Doch wenn die Bürger nachts vom Heulen der Geräte aus dem Schlaf gerissen werden, woher wissen sie dann, wovor konkret sie gewarnt wurden? Richard Arnold bereitetete die Stadträte schon mal darauf vor, dass eine zusätzliche Personalstelle im Amt für Kommunikation notwendig sein könnte. „Die Kommunikation ist dann der Dreh- und Angelpunkt“, sagt Amtsleiter Markus Herrmann. Die Menschen würden am Telefon, auf der Homepage der Stadt oder in den sozialen Medien nach Gründen für den Alarm suchen. Auf diesen Kanälen müsse die Stadtverwaltung dann sehr rasch Informationen bereitstellen und Ansprechpartner sein. Da in solchen Katastrophenfällen mit einer immensen Nachfrage zu rechnen wäre, prüft die Stadt bereits, ob und wie dann die Server-Kapazitäten erhöht werden können.

Die Überlegungen gehen jedoch noch weiter: Was ist, wenn die Stromversorgung zusammenbricht? Dann wären auch Handys oder Laptops keine geeigneten Mittel der Informationsbeschaffung mehr, skizziert Markus Herrmann den schlimmsten Fall. Für solche Situationen müsse überlegt werden, ob die Bevölkerung an zentralen Plätzen durch Ausrufer wie im Mittelalter oder durch Plakate darüber informiert wird, was geschehen ist und was zu tun ist.

Die städtischen Ämter sind derzeit bereits dabei, ihre Pläne für Katastrophenfälle zu überarbeiten. Oberbürgermeister Richard Arnold stellt fest: „Wir stehen noch ganz am Anfang dieses Prozesses.“

„Wir stehen noch ganz am Anfang.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister
  • Tipps für den Notfall
  • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe will ab sofort mit einer bundesweiten Aktion die Bürger informieren, welche konkreten Möglichkeiten sie haben, sich auf einen Katastrophenfall vorzubereiten. Dazu gehört zum Beispiel ein Vorrat an Lebensmitteln oder Getränken zuhause ebenso wie Bargeld für den Fall, dass bei einem Stromausfall Geldautomaten nicht mehr funktionieren. Doch es sollten auch Dokumente und Notgepäck bereitliegen für den Fall, dass man seine Wohnung sehr rasch verlassen muss. Mehr Informationen dazu auf der Homepage www.bbk.bund.de.
Auf dem Degenfelder Bezirksamt steht die einzige noch funktionsfähige Sirene im Stadtgebiet. Nun soll das Netz dieser Warngeräte wieder aufgebaut werden.

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