Im Stein liegt die echte Berufung

+
Georg Weitz FSJ Münsterbauhütte
  • schließen

Georg Weitz arbeitet in der Münster-Bauhütte. Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege. Unterstützung durch die Stiftung Kessler & Co.

Schwäbisch Gmünd. Die Leidenschaft für das Handwerk, das Interesse am Material Stein, haben ihn nach Schwäbisch Gmünd geführt: Georg Weitz (23), der in der Münsterbauhütte ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege absolviert. Unterstützt wird dieses Engagement von der Stiftung Kessler & Co. für Bildung und Kultur, die die Kosten für den einjährigen Einsatz in Schwäbisch Gmünd übernimmt.

Die berufliche Perspektive von Georg Weitz ging zunächst in eine andere Richtung. Der gebürtige Heidelberger, der später in Dresden aufwuchs, studierte dort nach dem Abitur Physik. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit der Holzbildhauerei, das Interesse am Handwerk wurde immer größer. Georg Weitz orientierte sich neu: Die Jugendbauhütte Esslingen organisiert Stellen in Firmen, vorwiegend im Bereich der Denkmalpflege. Viele Interessenten kommen bei Handwerkern unter, Georg Weitz schätzt es ganz besonders, bei einer der seltenen Münsterbauhütten gelandet zu sein, der einzigen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, wie deren Leiterin Adelheid Maria Weber anmerkt. Dort geht es um den Beruf des Steinmetz und Steinbildhauers.

„Nur positive Erfahrungen“ sind es bis jetzt für Georg Weitz, der seit September in Schwäbisch Gmünd ist. Auch wenn es „eine harte und oft schwierige Arbeit ist“. Dabei erinnert er sich an sein erstes Werkstück, an die ersten Schläge auf den Sandstein ganz genau. Mit dem Material hat er sich angefreundet. Ein Pflanzenornament hat er schon in Stein gehauen. Weitere Themen warten schon, Anatomie, Faltenwurf oder Haare etwa. Dabei schätzt Georg Weitz die Arbeit in der Werkstatt ebenso wie auf der Baustelle am Münster selbst. Und ist schon gespannt auf die Seminare, in denen sich die Freiwilligen aus dem Land begegnen und aus ihren unterschiedlichen Handwerken berichten.

Für den Einsatz gibt’s ein „Taschengeld“, das die Stiftung komplett übernimmt. Vor Ort informierte sich jetzt Firmenchef Gerhard Grimminger über die Arbeit der Münsterbauhütte und war nach Worten von Adelheid Maria Weber auch an Details der Restaurierung interessiert, am Erhalt des Münsters, auch dem Einsatz neuer Technologien. Die Stiftung Kessler & Co. unterstützt viele Projekte im Bereich Bildung und Kultur, unter anderem auch eine Promotion zum Thema Münsterbau vor dem Hintergrund des sozialen und politischen Umfelds im Mittelalter.

Wie es am Münster weitergeht

Unterdessen gehen die Arbeiten am Heilig-Kreuz-Münster weiter. Aktuell läuft der zweite Bauabschnitt mit Arbeiten im nordwestlichen Bereich des Chors. Insgesamt sind elf Bauabschnitte geplant, eine Arbeit für die nächsten zehn Jahre. Reparaturen an Fugen und die Ausbesserung von defekten Quadern stehen auf dem Plan. Adelheid Maria Weber rechnet mit dem Abschluss des zweiten Bauabschnitts im Frühjahr 2022. Dann wandert das Gerüst auf die Südseite. Das Konzept für die Sanierung des dortigen Treppenturms steht.

Besonders reparaturbedürftig ist der Turmhelm, der bei der großen 30 Jahre dauernden Münstersanierung nicht gemacht wurde. Jahr für Jahr dürften dabei rund 500 000 Euro in die Erhaltung des Parler-Baus fließen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare