Im Trend: selber Balkonstrom produzieren

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Das „Gmünder Balkonkraftwerk“ besteht aus zwei Solarmodulen (a 340 Watt), einem Wechselrichter, einer Einspeisesteckdose, Befestigungs-Material und einer Internetschnittstelle, um die Produktion auf dem Handy mitverfolgen zu können.
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„Das Thema Energiekosten ist bei jedem angekommen“: Die Stadtwerke registrieren eine gestiegene Nachfrage nach so genannten „Balkonkraftwerken“.

Schwäbisch Gmünd. Zweieinhalb Meter auf 70 Zentimeter: So viel Platz braucht man, um sich ein kleines Solarkraftwerk ans Balkongeländer zu montieren. Damit können auch Mieter, die kein eigenes Hausdach besitzen, selbst Strom produzieren und verbrauchen. Die Nachfrage hat zugenommen: „Wir haben dazu vier bis fünf Anrufe pro Tag“, sagt Vertriebsleiter Steffen König. 


Für einen Zweipersonenhaushalt können die zwei Solar-Module einen nennenswerten Beitrag zum Stromverbrauch leisten. 2000 bis 3000 Kilowattstunden Strom braucht ein kleiner Haushalt ungefähr im Jahr. „Das Solarkraftwerk produziert etwa 700 Kilowattstunden pro Jahr, das spart rund 300 Euro. Damit hat man eine Amortisationszeit von fünf Jahren“, sagt König. 


Die Stadtwerke wollen damit Mietern in Gmünd ein Angebot bereitstellen, damit die, um Energiekosten zu senken, noch eine zweite Möglichkeit haben außer Sparen. 

„Das Thema ist auch bei Mietern angekommen“, so König. 


Über mangelnde Nachfrage können sich die Stadtwerke nicht beklagen. Mehr als 50 Kunden stehen derzeit auf der Warteliste. Das Problem ist das Angebot. „Normalerweise beziehen wir solche Anlagen vom Großhändler, aber im Moment ist da nichts zu bekommen“, sagt Thomas Nelles, Einkaufsleiter der Stadtwerke. „Wenn Sie mal fünf Minuten Zeit haben, geben Sie mal bei Google ‚Balkonkraftwerk‘ ein“, in der Regel stehe dann da: „Derzeit nicht lieferbar.“ Also hat sich Nelles auf Neuland begeben und selbst einen Lieferanten in China gesucht und gefunden. „Die ersten 25 Stück sollen im Juli geliefert werden“, sagt Nelles. 


Wenn sie erst mal geliefert sind, machen Balkonkraftwerke keinen großen Aufwand mehr. Die könne jeder mit etwas Heimwerker-Begabung selbst montieren, versichert Steffen König. „Die Halter sind vergleichbar mit denen eines Blumenkastens“, sagt Nelles. Dem Vermieter müsse man Bescheid geben, aber in der Regel spreche nichts gegen die Montage, fügt König hinzu. Auch mit Details wie etwa einer „Einspeisevergütung“ müssen sich die Balkonstrom-Erzeuger später nicht befassen, weil keine Einspeisung in nennenswertem Umfang stattfinde, sagt König. „Es sind in der Regel immer Geräte auf Stand by, der Kühlschrank läuft ständig, dadurch ist ja dauernd Verbrauch da.“ Überschüsse können vorkommen: „Eventuell geht eine kleine Menge zurück ins Netz“ , sagt König, die sei aber so gering, dass sie nicht mit einem Zähler registriert werden müsse, sagt König. 


Balkonstrom wird ein Wachstumsmarkt bleiben, dessen ist sich Steffen König sicher. 

Die Zeit spielt für die Idee: „Die Strompreise werden weiter steigen, das können wir jetzt schon absehen.“


Das „Gmünder Balkonkraftwerk“ besteht aus zwei Solarmodulen (a 340 Watt), einem Wechselrichter, einer Einspeisesteckdose, Befestigungs-Material und einer Internetschnittstelle, um die Produktion auf dem Handy mitverfolgen zu können. Außerdem übernehmen die Stadtwerke die Anmeldung im „Marktstammdatenregister“, die für Solarmodule Pflicht ist. 

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