Immer mehr Ratten in Gmünd

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Bauverwaltung begegnet dem Problem mit einer ämterübergreifenden Projektgruppe und neuen Strategien.

Schwäbisch Gmünd

Die Zahl der Ratten in Gmünd nimmt zu. Die Stadtverwaltung weiß dies und hat eine neue Strategie entwickelt: eine ämterübergreifende Zusammenarbeit, um dem Ungeziefer auf die Pelle zu rücken. Dabei ist Baubürgermeister Julius Mihm zuversichtlich, "dass wir das Problem so in Griff kriegen".

FDP / FW-Stadtrat Dr. Peter Vatheuer hatte das Problem in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause angesprochen. Er sei von Bürgern in der Weststadt darauf aufmerksam gemacht worden, dass sie dort Ratten gesehen hätten.

Ratten würden insgesamt überall dort auftreten, wo es Wasser und Essensreste gebe, hatte dazu Bürgermeister Dr. Joachim Bläse gesagt. Die Stadt überdenke deshalb ihre bisherige Strategie der unterirdischen Bekämpfung und bewerte das Thema neu. Baubürgermeister Julius Mihm erläuterte dies auf GT-Anfrage. "Es gibt seit Jahren eine Zunahme bei den Ratten", sagte Mihm. Die Stadtverwaltung beobachte dies selbst, und sie werde auch von Bürgern vermehrt darauf aufmerksam gemacht. Dies ist auch die Erfahrung der Gmünder Tagespost: Immer wieder melden sich Leser zu Wort, die insbesondere im Umfeld von Altglas- und Kleidercontainern wilde Müllansammlungen und in der Folge Ratten entdecken.

So kriegen wir das Problem schnell in Griff.

Julius Mihm, Baubürgermeister

Das Thema sei komplex, sagte dazu Mihm. Ratten tauchen laut Baubürgermeister an verschiedenen Orten auf, sagte Mihm und nannte "uneinsichtige Orte und Plätze, wo Menschen zur Ruhe kommen, essen und Essensreste anfallen". Die Zunahme des Ungeziefers führt Mihm auch darauf zurück, dass die Sommer der vergangenen Jahre immer heißer geworden sind und die Menschen sich deshalb häufiger im Freien aufhalten. Ratten, sagte der Chef der Bauverwaltung, seien deshalb nicht nur in Gmünd ein Problem.

Mihm weist darauf hin, dass sich in den vergangenen Jahren beim Essen und Trinken eine "To-go-Kultur" entwickelt habe. Diese führe zu einer zunehmenden Vermüllung. Sei dies einst ein Ordnungskräftethema gewesen, so habe sich dieses, auch aufgrund der Vermehrung der Ratten, zu einem Hygienethema entwickelt. Um dem Herr zu werden, sind die Ratten nun nicht mehr nur ein Thema des Tiefbauamtes. Dies war zu der Zeit so, als Ratten insbesondere in Kanalsystemen bekämpft wurden. Nun habe die Bauverwaltung eine Projektgruppe zusammengestellt, zu der neben dem Tiefbauamt das Baubetriebsamt, das Hochbauamt und das Amt für städtische Liegenschaften gehören. Deren Amtsleiter seien alle geschult worden und hätten bei dem Thema mittlerweile Übung. Und Hausaufgaben. Eine davon ist, neue Tötungsmethoden zu prüfen. Dies bedeutet, dass Ratten nicht mehr allein durch Gift beseitigt werden, sondern beispielsweise durch Nadeln in Kanälen, mit denen die Ratten getötet werden. Die Bauämter, nennt Mihm ein weiteres Beispiel, sind dafür sensibilisiert, so zu bauen und Röhren so zu legen, dass für Ratten keine Schlupflöcher bleiben. Mit den neuen Strategien, ist Mihm überzeugt, "kriegen wir das Problem schnell in den Griff".

Eine weitere Maßnahme, die die Stadtverwaltung verfolgt, ist vermehrte Information der Bürger über die Schulen. Das Amt für Bildung und Sport weise Schulen darauf hin, Schülern den Umgang mit Nahrungsmitteln zu erläutern: dass keine Essensreste weggeworfen werden sollen. Auch Restaurants sollen in diese Strategie einbezogen werden: dass keine Essensreste von der Küche ins Freie gelangen und dort Ungeziefer anziehen. Am Ende, sagt Baubürgermeister Mihm, müsse man beim Bürger selbst anfangen, denn "die Zahl der Ratten hängt von unserem Verhalten ab".

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