Immer mehr sind autonom unterwegs

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Auch Semesterarbeiten sehen Interessierte an diesem Samstag in der HfG.
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Die Zukunft hat an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd längst begonnen. Semesterausstellung auch an diesem Samstag.

Schwäbisch Gmünd

Ein voll autonomes System, das den Holzfußboden abschleift und konserviert, ein ebenso autonomes Fahrsystem, das weniger Verkehr zur Folge haben kann, ein Leihsystem gegen das Wachstum und für die Nachhaltigkeit: drei von mehr als 50 Abschlussarbeiten an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd. Sie alle begeistern Gmünds Ersten Bürgermeister Christian Baron, der nach dem Rundgang von der Innovationsfreude an der Hochschule schwärmt und so manche Entwicklungen am liebsten in Schwäbisch Gmünd umgesetzt sehen würde. 

Etwa das Projekt „muvit“ von Sven Hornburg und Mario Rieker. Es geht um eine an den Nutzern orientierte Form der Mobilität, die Integration von selbst fahrenden Shuttels  im ländlichen Raum. Sie könnten die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs steigern und Alternative zum privaten Pkw sein. Es ist eine Masterarbeit im Studiengang Strategische Gestaltung, für die Christian Baron in Schwäbisch Gmünd durchaus ein Anwendungsgebiet sehen würde. Die Studierenden bescheinigen dem ÖPNV auf dem Land deutliche Unbeliebtheit, es fehle an Flexibilität, Komfort und zufriedenstellende Verfügbarkeit. Das von ihnen entwickelte „On-Demand-Ride-Pooling“ nimmt Nutzer mit ähnlichem Fahrtziel auf, sie teilen sich die Kosten. Der Effekt: kosteneffizienter und umweltfreundlicher, weil so weniger private Autos auf die Straße kommen.

„Da würde ich auch umsteigen“, sagt Christian Baron.

Zählungen im ländlichen Raum rund um Schwäbisch Gmünd hätten ergeben, dass in Privatautos durchschnittlich nur 1,2 Personen unterwegs sind. Der Zugang zum neuen System soll unkompliziert sein, eine einzige App für mehrere Nutzungsformen soll ausreichend sein. 

Professor Hartmut Bohnacker, Prorektor für die Lehre, und Prorektor für Forschung, Professor Matthias Held, streifen beim Eröffnungs-Rundgang durch die Semesterausstellung im Hauptgebäude an der Rektor-Klaus-Straße zu weiteren zukunftsweisenden Projekten. „Hartmut – Utopie erleben“ ist eines davon. Dahinter stehen Jakob Engelhard, Amelie Neb und Aileen Gedrat aus dem Studiengang Kommunikationsgestaltung.  Bohrhammer, Tapeziertisch oder Dreirad im Keller? Alles nicht nötig. Das System sieht vor, Gegenstände des nicht alltäglichen Gebrauchs zu leihen, statt sie alleine zu besitzen. „Damit verbunden ist die Auseinandersetzung mit dem gemeinschaftsorientierten Lebensstil. Ein speziell ausgestatteter Stand soll für dieses Projekt werben, das etwa in Vereinsform angesiedelt werden könnte. „Finanzieren würden wir das über Mitgliedsbeiträge, öffentliche Zuschüsse und eventuell in einigen Fällen Leihgebühren“, sagt Amelie Neb. Andere Baustelle, im wahrsten Sinn des Wortes: „Floorens“ heißt die Entwicklung von Jan Haller und Marius Lorenzo Knipp. Weil es ohnehin weniger Arbeitskräfte im Handwerk gibt, soll der autonome Handwerker ans Werk. Ein Roboterarm setzt aus der zentralen Einheit sechs Schwarmroboter  aufs Parkett, die mit unterschiedlichen Belägen nacheinander übers Holz fahren. Zwischendurch geben sie den Schleifstaub im Hauptgerät ab, das an der Tür wartet. Eine Arbeit aus dem Bereich Produktgestaltung.

Aktuell sind an der Hochschule für Gestaltung mehr als 700 Studierende eingeschrieben, 115 haben jetzt ihren Abschluss geschafft. Die Semesterausstellung ist auch noch an diesem Samstag von 10 bis 17 Uhr  im Hauptgebäude an der Rektor-Klaus-Straße 100 in Schwäbisch Gmünd zu sehen. Neben Abschlussarbeiten aus den Studiengängen Internet der Dinge, Interaktion-, Kommunikations- und Produktgestaltung zeigt die Hochschule auch Projektarbeiten Studierende aus den Semestern eins bis sechs.

Nicht immer mehr kaufen, immer mehr nutzen: Das soll das Projekt „Hartmut - Utopie erleben“ möglich machen. Eine von zahlreichen Abschlussarbeiten, die jetzt an der HfG in Gmünd zu sehen sind. Fotos: Jan-Philipp Strobel
Das Thema Holz beschäftigt gleich mehrere Absolventinnen und Absolventen.

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