Impfpflicht: Lang ist dafür, Gräßle hat Zweifel

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Ricarda Lang und Inge Gräßle
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Was Gmünder Abgeordnete sagen: Ricarda Lang sieht eine „positive Freiheitsbilanz“, Inge Gräßle sorgt sich um den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Schwäbisch Gmünd

Es gehe darum, „das Hamsterrad dieser Pandemie (zu) durchbrechen", das hat Ricarda Lang in der Bundestagsdebatte zur Impfpflicht gesagt. Darum hat sich die 28-jährige grüne Bundestagsabgeordnete in ihrer ersten Rede vor dem Bundestag hat für eine Impfpflicht ausgesprochen.  Dr. Inge Gräßle (CDU), die andere Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Gmünd/Backnang, hat sich nicht eindeutig pro oder contra positioniert. Sie habe Zweifel, „ob eine Impfpflicht das Problem mit der Pandemie löst oder nur neue Probleme zu den alten auf den Tisch lädt?“

Neue Probleme, das wäre für Gräßle etwa eine weitere Spaltung der Gesellschaft. Sie habe in mehreren Online-Veranstaltungen mit Bürgern ihres Wahlkreises eine „zunehmende Sprachlosigkeit zwischen den Impfbefürwortern und Impfgegnern“ festgestellt. „Wenn sich hier ein Graben in unserer Gesellschaft bilden oder verfestigen sollte, wäre der Preis, den wir (...) zahlen, noch viel größer, als er ohnehin schon ist.“ Gräßle plädiert dafür „sorgfältig zu  prüfen, ob es nicht doch noch andere Schritte gibt, mit denen wir unsere Ziele erreichen können“.

Auch Ricarda Lang hat klargemacht, dass sie sorgfältig abgewogen hat. "Es gibt gute Argumente für und gute Argumente gegen eine Impfpflicht“, das sei „eine komplexe Frage“, sagt sie. Aber Politik müsse bereit sein, „auch schwierige Entscheidungen zu treffen“.

Ricarda Lang hat sich in ihrer Rede mit dem Begriff der Freiheit auseinandergesetzt. Eine Impfpflicht sei natürlich „ein Eingriff in unsere Freiheit“ . Andererseits mache das Infektionsgeschehen immer wieder  Freiheitseinschränkungen notwendig. Darum steht für sie fest: „Die allgemeine Impfpflicht hat damit eine positive Freiheitsbilanz, sie schützt unsere Freiheit.“

Lang stellt am Ende klar: „Ich bin der Überzeugung, dass wir eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren brauchen, um dieses Hamsterrad der Pandemie endlich zu durchbrechen und nicht kommenden Herbst im nun dritten Jahr wieder vor den gleichen Problemen stehen."

Inge Gräßle hat ihre Rede mit einem Appell beendet: „Lassen Sie uns weiter im Gespräch bleiben, lassen Sie uns weiter für die Impfung werben, lassen wir den Graben in unserer Gesellschaft nicht zu groß werden.“

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