Seit 50 Jahren ein glückliches Paar

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Seit 50 Jahren ein glückliches Paar
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Wie sich Concetta D'Annunzio und Felice Mangieri in dem Schwäbisch Gmünder Gasthaus kennengelernt haben und wie die Familie ihr Leben prägt.

Schwäbisch Gmünd

Im Haus von Concetta D'Annunzio und Felice Mangieri in der Gmünder Franz-Schubert-Straße herrscht immer Leben. Mit der einjährigen Urenkelin leben hier vier Generationen unter einem Dach. Das Leben in Großfamilien ist etwas, das zum Leben des Ehepaares schon immer dazugehört. Wenn ein Familienfest gefeiert wird wie die heutige Goldene Hochzeit, reicht der Platz im Haus schon lange nicht mehr aus, lachen Concetta und Felice, die ihre Wurzeln in Italien haben.

Concetta kam 1965 als 13-Jährige aus Castel di Sangro, einem Örtchen in den Abruzzen, nach Schwäbisch Gmünd. Hier lebten und arbeiteten der Vater und zwei Brüder der insgesamt zehnköpfigen Familie. Die Mutter und die restlichen fünf Geschwister zurückzulassen, fiel dem Mädchen damals nicht leicht, aber „jemand musste den Haushalt von Papa führen“.

Concetta begeisterte sich schon immer für die Schneiderei, bei der Firma Susa erhielt sie als damals jüngste Mitarbeiterin sofort eine Anstellung. Es sei zu dieser Zeit in Italien üblich gewesen, dass junge Menschen in dem Alter zum Familieneinkommen beitragen, erzählt sie.

Ein Jahr zuvor war der 16-jährige Felice Mangieri aus dem Ort Genzano di Lucania aus der süditalienischen Region Basilikata mit seinem Vater zum Arbeiten nach Deutschland gekommen. Die Mangieris wohnten in Ruppertshofen, Felice begann eine Ausbildung zum Stuckateur.

Das Gmünder Restaurant „Kanne“ war in jener Zeit der Treffpunkt der italienischen Jugend, neben Billard und Café waren dort „lauter schöne junge Männer“ zu finden, meint Concetta und lacht. Beim ersten Zusammentreffen mit Felice habe buchstäblich „der Blitz eingeschlagen“. Auch Felice fühlte sich zu der temperamentvollen Concetta hingezogen, war allerdings zu dieser Zeit bereits liiert. Die Entscheidung für Concetta fiel bei einem Urlaub am Bodensee.

Üblicherweise ist für italienische Paare eigentlich eine längere Verlobungszeit vorgesehen, Töchterchen Grazia kürzte diese Frist ab, strahlen Concetta und Felice. Die komplizierten bürokratischen Abläufe im Konsulat verhinderten allerdings eine Eheschließung vor der Geburt des Töchterchens.

Am 16. Oktober war es dann soweit. In Ruppertshofen ging es vor den Standesbeamten und tags drauf in der Gmünder Kapelle St. Josef vor den Altar. Es folgte ein buntes, fröhliches Hochzeitsfest in Ruppertshofen „mit 150 Gästen“. Einziger Wermutstropfen: Concettas Mutter und Geschwister konnten zur Hochzeit nicht nach Deutschland kommen.

Endlich wieder vereint

Die kleine Familie fand eine liebevolle Unterkunft bei Felices Eltern in Ruppertshofen, später zogen Concetta und Felice mit der Familie, die zwischenzeitlich mit der zweiten Tochter Maria vervollständigt wurde, nach Schwäbisch Gmünd in die Franz-Schubert-Straße. Als 1972 Concettas Mama mit den restlichen Geschwistern nach Gmünd zog, ging für die junge Frau ein Traum in Erfüllung. „Endlich waren alle wieder zusammen.“

Dass die jährlichen Sommerurlaube in Italien verbracht werden, stand außer Frage, die Ferienzeit wurde zwischen den Familien des Paares aufgeteilt. Fußballbesessen wie viele seiner Landsleute, war Felice über 30 Jahre beim Club AS Stella Italia als Spielleiter, zeitweise als erster Vorsitzender und als Zeugwart das „Mädchen für alles“. Ein Spiel ohne Felice war für den Club damals undenkbar. Jetzt spielen die Enkel bei der Normannia und Felice ist auch hier die „helfende Hand“, wenn Hilfe benötigt wird.

Während Felice seiner Fußballleidenschaft nachgeht, engagiert sich Concetta seit Jahrzehnten ehrenamtlich in der italienischen Gemeinde San Giovanni Bosco und ist aktiv im Team, wenn es um Veranstaltungen und Gottesdienste geht.

Langeweile im Hause D'Annuncio und Mangieri kommt nie auf, lacht Concetta. Warum hat das Paar nie ein Haus in Italien gebaut wie viele ihrer Landsleute? Das stand nie zur Debatte, meint Concetta „Italien ist die Heimat, aber Deutschland ist das Leben.“

„Italien ist die Heimat, aber Deutschland ist das Leben.“

Concetta D'Annunzio

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