In Gmünd: Tiny-Häuser auch in Gärten und auf Flachdächer?

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Tiny House herlikofen
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„Gefahr, dass man Energieschleudern baut“: Pläne für Tiny Houses in Gmünd werden von den Stadträten ausführlich diskutiert .

Schwäbisch Gmünd

Kann man „Tiny Houses“ auch auf großen Flachdach-Arealen bauen? Wie sparsam sind die kleinen Häuser eigentlich beim Energieverbrauch? Sollte man den Bauenden spätere Erweiterungen möglich machen?

Zur Frage „Tiny-Häuser für Gmünd“ war das Stadtparlament gefragt: Im Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats wurden die ersten planerischen Entwürfe der Stadtverwaltung ausführlich diskutiert. Das Ergebnis: ein „Ja, aber“. „Muss man viele Punkte genau anschauen, damit wir kein Eigentor schießen“, sagte etwa Martin Bläse (CDU).

Es darf kein Campingplatz daraus werden.“

Johannes Zengerle, SPD-Stadtrat

Über alle Fraktionen hinweg gab es grundsätzliche Zustimmung zur Idee, diese relativ neue Wohnform auch in Gmünd möglich zu machen. „Es ist ein aktuelles Thema, dem Thema müssen wir uns stellen“, meinte Karl Miller von den Grünen. Die Stadträte gaben der Verwaltung aber viele Einwände und Anregungen mit auf den Weg für die weitere Planung.

„Es darf kein Campingplatz daraus werden“, sagte Stadtrat Johannes Zengerle (SPD) und fasste damit einige Wortbeiträge zusammen. Die Sorge um städtebauliche Qualität der Gebiete machten viele Stadträte deutlich – es soll keine „Bauwagen-Atmosphäre“ entstehen in den Tiny-House-Gebieten.

Zwei Flächen hat die Stadtverwaltung als mögliche Baugebiete für die Mikrohäuser ausfindig gemacht: eine Fläche in der Schwarzwaldstraße im Wohngebiet „Herlikofer Berg“, eine weitere neben der Kleingartenanlage im Lindenfeld bei der Znaimer Straße.

Professor Dr. Andreas Benk (Die Linke) sah die ausgewählten Gebiete sehr kritisch: „Das ist weniger eine sparsame Flächennutzung als der Versuch, das letzte herauszupressen aus Wohngebieten, indem man auch noch bisherige Grünflächen nutzt.“ Das halte er für fragwürdig. „Wenn schon dann sollten sie auf Flachdächern angesiedelt werden, das wäre energetisch wesentlich besser – aber bei einem Lifestyle-Häuschen natürlich nicht so schick.“

Oberbürgermeister Richard Arnold ging auf den Einwand gleich ein: „Wir sind da auch dran, dass wir auf größeren Flachdächern etwas machen.“ Die nun vorgelegte Planung habe ihren Grund im Vorzug, schneller realisierbar zu sein: „Es ging darum, dass wir schauen, wie man schnell auf den Bedarf reagieren kann.“ Dr. Constance Schwarzkopf-Streit hatte eine weitere Idee, wo Tiny-Häuser auch sinnvoll platziert sein könnten: „Warum sollte man die nicht auch in größeren Gärten errichten können?“

Auch über den Vorschlag der Stadt, die Bauplätze für 25 Jahre in Erbpacht zu vergeben, wurde breit diskutiert. Mit dem Tenor: Es sollte länger sein. „Eine gute Basis wären 25 Jahre mit Option auf Verlängerung um noch einmal 25 Jahre“, sagte Martin Bläse.

Karl Miller mahnte einen „Effizienzhausstandard“ an: „Tiny-Häuser, die auf dem Markt sind, werden zu energetischen Minimalstandards gebaut, das kann es nicht sein. Wir müssen schauen, dass man hier nicht neue Energieschleudern baut – die Gefahr ist sehr groß.“

Die Diskussion wird weitergehen, am Mittwoch wurde die Verwaltung zunächst nur beauftragt, die Anregungen der Fraktionen aufzunehmen und an der Planung weiter zu arbeiten.

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