In Gmünds Kitas fehlen Erzieher und U-3-Plätze

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Verwaltung stellt den Stadträten die Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2022/23 vor.

Schwäbisch Gmünd. In Schwäbisch Gmünd werden zurzeit in 56 städtischen, kirchlichen und freien Kindereinrichtungen etwa 2600 Kinder betreut. Dabei bekommen alle Kinder über drei Jahre einen Platz. Nur der Wunschort könne nicht immer garantiert werden, sagte der Leiter des Amtes für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt, am Mittwoch im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates. Für Kinder unter drei Jahre stehen aktuell 564 Plätze zur Verfügung. Die „passgenaue Planung“ für diese U-3-Plätze sei eine Herausforderung, sagte Arnholdt. Er erläuterte dies am Beispiel der Weststadt. Niemand könne genau sagen, wieviele Familien mit Kindern in die 147 Wohnungen auf dem Fehrle-Areal einziehen würden. Dies gelte für die gesamte Stadt. Auch auf dem Hardt werde die Stadt angesichts des Wohnungsbau Schwierigkeiten bekommen. Arnholdt skizzierte ein weiteres Problem: Der Fachkräftemangel spitze sich zu. Dabei steige der hohen Geburtenzahl, wegen, des Zuzugs wegen und der Ausweitung der Angebote wie Ganztagsbetreuung oder längere Öffnungszeiten wegen der Bedarf. Eine Lösung sieht der Amtschef in der Ausbildung der Erzieher durch die Stadt. Insgesamt rechnet die Stadt in 2022/23 für die Kinderbetreuung mit knapp 14 Millionen Euro im Jahr. 17 Prozent davon decken die Elternbeiträge, 33 Prozent übernimmt das Land, 50 Prozent bleiben bei der Stadt.

Arnholdt erläuterte auch die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie: Monatlich würden zurzeit noch etwa 50 000 Tests in den Kindertagesstätten durchgeführt. Mindestens bis zum 20. März seien dies drei Tests in der Woche. Dies sei für die Mitarbeiter und für die Kita-Träger ein „immenser Aufwand“. Positive Tests würden dabei immer Folgen auslösen und hätten Auswirkungen auf die pädagogische Arbeit. Viele Mitarbeiter seien deshalb „am Anschlag“. Dennoch gilt für sie und für die Stadt, dass „Kinder aus der Ukraine ein Betreuungsangebot bekommen sollen“.

Für diesen - 60-seitigen - Kindergarten- und Kita-Bedarfsplan bekam Arnholdt von allen Fraktionen viel Lob. Wichtig sei, sagte Christian Krieg (CDU), dass es für jedes Kind einen Platz gebe. Das Augenmerk müsse auf fehlendes Personal gelegt werden. Die knapp 14 Millionen Euro seien „gut angelegtes Geld“, sagte Christian Krieg.

Grundsätzlich stimme seine Fraktion zu, sagte Thomas Krieg (B 90 / Die  Grünen). Auch für ihn waren die Ausgaben „gut angelegtes Geld“. Um dem Personalproblem beizukommen, schlug Krieg vor, in Schulen zu gehen und für den Beruf der Erzieher zu werben. Die Flüchtlinge aus der Ukraine, sagte Krieg, würden Monate, wenn nicht Jahre da sein. Denn selbst wenn der Krieg schnell zu Ende gehen sollte, könnten sie nicht zurückkehren, da vieles zerstört worden sei. Krieg fragte, ob es unter den Flüchtlingen Erzieher gebe.

Die Stadt frage die Berufe ab, sagte dazu Bürgermeister Christian Baron. Eine Hürde dabei sei die Sprache. Aktuell prüfe die Stadt den Einsatz einer Lehrerin an der Mozartschule, sagte de Bürgermeister.

Wege suchen, um den Beruf der Erzieher aufzuwerten, dies schlug Sigrid Heusel (SPD) vor. So solle man den Mangel an U-3-Plätzen beheben.

Für Kinder aus der Ukraine die Kita-Gruppen aufzustocken, schlug Sebastian Fritz (Die Linke) vor. Auch er meinte, dass der Beruf der Erzieher aufgewertet werden müsse. Fritz fragte nach einem Bildungs- und Familienzentrum in der Innenstadt.

„Wir müssen die Kinder aus der Ukraine unterbringen, Lösungen dafür finden“, sagte Karin Rauscher (FWF). Die knapp 14 Millionen Euro für die Kinderbetreuung seien „gut investiertes Geld“, sagte Brigitte Abele (Bürgerliste). ⋌Michael Länge

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