In Weiler künftig Eigenwasser und Landeswasser

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Weiler wird an die Landeswasserversorgung angeschlossen. Außerdem kommt ein Stück Überlandleitung in die Erde.

Immer häufiger werdende trockene Sommer machen den Anschluss nötig. 900 Meter neue Leitung werden zurzeit gebaut.

Schwäbisch Gmünd

Die Stilllegung der Eigenwassergewinnung im Gmünder Stadtteil Weiler ist nicht geplant. Das sagt die stellvertretende Pressesprecherin der Stadtwerke, Aimee Fischer. CDU-Stadtrat Christian Krieg hatte in Zusammenhang mit dem Neubau einer Wasserleitung in Weiler durch die Landeswasserversorgung entsprechende Befürchtungen geäußert.

Aktuell wird, so die Sprecherin, eine neue Hauptversorgungsleitung vom Trinkwasserbehälter Lauchhof bis nach Weiler verlegt. Die Leitung ist rund 900 Meter lang und hat einen Durchmesser von 225 Millimetern. Bis jetzt sind im Ort Frischwasserleitungen mit geringerem Querschnitt im Einsatz. Grund für den Leitungsbau sind die zunehmend trockenen Sommer der vergangenen Jahre. Das Eigenwasser reiche im Sommer nicht mehr aus, um die gesamte Gemeinde Weiler zu versorgen. Daher werde das Ortsnetz Weiler in zwei Zonen aufgeteilt. Aimee Fischer: "Eine der beiden Zonen wird mit Wasser von der Landeswasserversorgung versorgt, die andere mit Eigenwasser." Landeswasser nach Weiler zu bringen, hält auch Christian Krieg für richtig. Schließlich könne man so in Dürresommern die Wasserversorgung sicherstellen und auch die nötige Löschwasserkapazität schaffen. Er hätte es aber begrüßt, Landeswasser nur bei Bedarf zusätzlich ins bestehende Reservoir einzuspeisen und in der Hauptsache Eigenwasser zu nutzen.

Grundsätzlich pflegen die Stadtwerke auch die eigenen Quellen, aber "reine Eigenwasserversorgung ohne zusätzliche Einspeisung durch die Landeswasserversorgung gibt es aktuell nur noch in Weiler", so die Pressesprecherin. Einige Stadtteile werden anteilig mit Eigenwasser versorgt. Dazu zählen Degenfeld, Bargau, Unterbettringen, Teile von Großdeinbach, Hangen- und Kleindeinbach. "Auch hier machen sich", so Aimee Fischer, "zunehmend die trockenen Sommer bemerkbar. Während laut unserer Aufzeichnungen in den 90er- und 00er-Jahren Bargau im Sommer noch einen Eigenwasseranteil von etwa 40 Prozent hatte, sind es dieses Jahr im August noch sieben Prozent Eigenwasser." Der Wasserverbrauch schwankt im Sommer von Jahr zu Jahr, abhängig von Temperatur und Niederschlag. Im Dürresommer 2018 ist er zum Beispiel in Straßdorf im Juli um 24,8 Prozent im Vergleich zu Juli 2017 gestiegen. In Weiler lag der Anstieg im gleichen Zeitraum bei 16,7 Prozent. In den Winter- und Frühjahrsmonaten ist er seit Jahren etwa konstant, mit leichten Ausschlägen nach oben oder unten.

Quellen gibt es in Schwäbisch Gmünd auch auf vielen privaten Grundstücken. Eine genaue Zahl liegt den Stadtwerken aber nicht vor. "Es sind überwiegend außerhalb gelegene Gehöfte ohne unmittelbare Anschlussmöglichkeit betroffen. In den vergangenen drei Jahren beobachten wir jedoch eine verstärkte Nachfrage an einem Anschluss an das Trinkwassernetz", sagt die Sprecherin der Stadtwerke. Die Zahlen seien daher rückläufig.

Auch hier machen sich zunehmend die trockenen Sommer bemerkbar.

Aimee Fischer Stadtwerke

Schon im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke informiert, dass zur Einhaltung der heute geforderten Wasserqualität in Weiler Investitionen nötig seien. Dazu benötige man eine neue Chlorungsanlage und einen Trübungsfilter. Eine Investition, die bleibt, wenn die Landeswasserversorgung nur einen Teil Weilers versorgt.

Mit den aktuellen Bauarbeiten wird auch Strom verlegt. Die bestehende Mittelspannungsfreileitung zwischen Weiler und dem Oberen Haldenhof kann so durch erdverlegte Stromkabel ersetzt werden.

Wasser auf 300 Kilometern

Nur zwei Stadtteile profitieren beim Wasserpreis noch durch die Eingemeindungsverträge. Während ein Kubikmeter Wasser im Stadtgebiet 2,53 Euro kostet, müssen Bettringer nur 2,02 Euro und Bargauer 2,30 Euro bezahlen. Durch das 300 Kilometer lange Rohrnetz der Stadtwerke fließt – von Eigenquellen abgesehen – Trinkwasser aus dem Egauwasserwerk des Zweckverbandes Landeswasserversorgung. kust

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