Jakob Unrath ist Landtagskandidat der SPD

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Die Landtagswahl 2021 wirft ihre Schatten voraus: Die SPD wählte (von rechts) Sonja Elser zur Ersatzkandidatin, Jakob Unrath zum Kandidaten. Unterlegen sind Alessandro Lieb und Brigitte Schoder.

Nominierungsversammlung für die Landtagswahl. Leidenschaftliche Reden auch der unterlegenen Kandidaten.

Mögglingen. Der Kandidat der SPD für die Landtagswahl 2021 im Wahlkreis Gmünd steht fest: Jakob Unrath ist am Samstag in der Mögglinger Mackilohalle mit 100 Stimmen zum Kandidaten gewählt worden, Alessandro Lieb erhielt 39 Stimmen. Zur Ersatzbewerberin wählten die 140 Delegierten Sonja Elser aus Lorch. Zuvor hatte Brigitte Schoder aus Schwäbisch Gmünd die Kandidatur als Ersatzbewerberin zurückgezogen.

Die SPD-Mitglieder erlebten in der Mackilohalle in Mögglingen zuvor eine leidenschaftliche Vorstellung von Jakob Unrath und Sonja Elser. Auch Alessandro Lieb und Brigitte Schoder trafen den Nerv vieler Delegierter, den längeren Beifall gab's aber jeweils für die anschließend mit großer Mehrheit gewählten Kandidaten.

Der Mensch steht im Mittelpunkt und nicht der Kommerz.

Jakob Unrath SPD-Landtagskandidat

Jakob Unrath, Büroleiter von Leni Breymaier, SPD-Ortsvorsitzender und Gemeinderat in Mögglingen sowie Mitglied im Kreisvorsitz der Partei, kam mit klaren Ansagen zu aktuellen Problemen. Er kritisierte frühere Bestrebungen von CDU und FDP, die Zahl der Kliniken in öffentlicher Hand zu reduzieren. Unrath plädierte für die Stärkung dezentraler Strukturen, auch für neue Anreize, um die ärztliche Versorgung auf dem Land zu verbessern. Auf eine entsprechende Anfrage in der Gesprächsrunde ließ er wissen, "dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht der Kommerz". Ärzte auf dem Land möchte er in von der Kommune getragene medizinische Versorgungszentren holen. Genau das strebt er auch für Mögglingen an.

Wie Ersatzdelegierte Sonja Elser ist auch Jakob Unrath klarer Befürworter einer kostenfreien Bildung, frühkindliche Bildung eingeschlossen. Im aktuellen Strukturwandel sieht der SPD-Landtagskandidat "nicht die Verwaltung des Niedergangs, sondern neue Ziele". Beim Thema Amazon-Ansiedlung hat er eine klare Meinung: "Wer hier keine Steuern zahlen, aber die Infrastruktur in Anspruch nehmen will, soll sich schämen." Jakob Unrath streifte weitere Politikfelder, unter anderem geht es ihm um eine Stärkung der Demokratie, um eine Politik gegen die rechte Szene, die versucht habe, das Reichstagsgebäude zu stürmen.

Sonja Elser bescheinigte in ihrer Vorstellungsrede der Landesregierung Versagen. Gerade in Coronazeiten habe sich gezeigt, dass etwa bei der Betreuung vor allem Alleinerziehende hart getroffen wurden. Dort sieht die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Göppingen auch das größte Armutsrisiko.

Alessandro Lieb, Betriebsratsvorsitzender von Bosch AS in Schwäbisch Gmünd, sprach sich ebenfalls gegen die Amazon-Ansiedlung aus, gegen die er im Gemeinderat stimmen werde. Großen Nachholbedarf sieht er in der Ökologie. "Da darf es nicht so weitergehen wie bisher", so Lieb. Er sprach sich dafür aus, den Klimawandel sozial zu gestalten. Ein 365-Euro-Ticket für den Nahverkehr reicht ihm nicht aus, "wir brauchen auch eine bessere Anbindung des ländlichen Raums". Er brachte weitere Vorschläge für die Zukunft von Bildung, Infrastruktur und Gesundheit, Forderungen, die auch die zunächst als Zweitkandidatin angetretene Brigitte Schoder unterstützte.

Die Wahl unter Corona-Bedingungen mit geordnetem Urnengang brachte auf Anhieb die im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit. Jakob Unrath, das wurde auch aus Äußerungen der Fragerunde deutlich, konnte viele Stimmen der Jusos hinter sich bringen. 100 Stimmen für ihn bedeuten eine Zustimmung von 71 Prozent der Delegierten. Geleitet wurde die Nominierungsversammlung durch den SPD-Kreisvorsitzenden André Zwick und seine Stellvertreterin Dr. Carola Merk-Rudolph.

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