Johannes als Spielmacher für Jesus

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Viele Besucher kamen in die Johanniskirche, wo Dekan Robert Kloker an Johannes als Wegbereiter für Jesus erinnerte.

Beim Patrozinium in der Johanniskirche sind alle Plätze vergeben. Dekan Robert Kloker berichtet von einem Einbruch in das Gotteshaus. Es wurden Spendengelder gestohlen.

Schwäbisch Gmünd

Das Hochfest der Geburt von Johannes dem Täufer begeht die katholische Kirche zwar stets am 24. Juni, doch das Patrozinium wurde schon Sonntag in der Johanniskirche im Kreis der Gemeinde gefeiert und gleichzeitig per Livestream in die Wohnungen gesendet.

Von zwei Ministranten begleitet, mit Mesnerin und den beiden zwei Kantoren Dominik und Sebastian Tobias zog Dekan Robert Kloker durch den Mittelgang zum Altarraum der Johanniskirche. Robert Kloker begrüßte erfreut die über 60 Besucher, die mit Coronaabstand in der Kirche Platz genommen hatten.

Im Mittelpunkt der Feier Johannes, das späte Kind der betagten Elisabeth und ihres Ehemanns Zacharias. Johannes, der Wegbereiter von Jesus Christus in die Welt, der von sich sagte: "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen!"

Normalerweise würden an Johannes' Geburtstag die Fußballfans dem letzten Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft entgegenfiebern, so Robert Kloker und erläuterte, dass die Faszination beim Fußball im Teamspiel liege. Einzelne stehen im Scheinwerferlicht, weil sie besondere Leistungen erbringen. Wie der Stürmer, der die Tore schießt. Aber wichtig seien auch die in der zweiten Reihe, die die Tore vorbereiten. So könne man Johannes als Spielvorbereiter und -spielmacher für Jesus Christus sehen: Er ging voraus, wuchs heran und war stark im Geist. Sein Auftrag war, die Menschen zur Umkehr aufzurufen. Johannes war der, den Jesaja bereits benannte als ‘Stimme aus der Wüste, die den Weg des Herrn vorbereitet'. Johannes ist ganz anders als Jesus. Er ist ein rauer Kerl, der die Massen begeistert. Er führt die Menschen zu Jesus, steht in der zweiten Reihe, ist nicht im Rampenlicht. Doch ohne ihn wäre der Weg für Jesus nicht bereitet gewesen.

Dieser Gottesdienst war der erste Livestream aus der Johanniskirche. Von Kirchenmusikdirektor Stefan Beck an der Orgel begleitet. Ein Instrument mit großer Klangfülle, die die meisterlich interpretierten Werke in der besonderen Akustik erklingen ließen. Das gemeinsame Singen ist noch immer nicht erlaubt. Aber die beiden Kantoren füllten diese Lücke mit vollen Stimmen.

Seit Pfingsten ist die Johanniskirche wieder für Besucher geöffnet. Alles sei sehr arbeitsintensiv wegen der besonderen Bedingungen in der Coronazeit. Pfarrer Kloker dankte den Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz den Besuch der Kirche wieder ermöglichen. Denn es sei erst ein Jahr her, dass die Restauration abgeschlossen wurde. Sie dauerte zehn Jahre und hat fünf Millionen Euro gekostet.

Dekan Kloker bat um Spenden: "Vergessen Sie uns nicht!" In der Stele werden jene gesammelt, die für die Johanniskirche bestimmt sind. Im ‘normalen' Spendenkasten die für die Gemeinde. Diese habe ein neues Zehn-Jahres-Projekt zu bestreiten, das jährlich 450 000 Euro benötigt: die Restaurierung des Münsters. Es hat einen Einbruch in die Johanniskirche gegeben, bei dem Spendengelder entwendet wurden. Vermutet wird, dass sich der Dieb hat einschließen lassen, um die Tat zu begehen. Die Nachforschungen laufen noch.

Die Johanniskirche ist bis 30. September dienstags bis freitags von 13.30 bis 16.30 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Der Turm bleibt geschlossen.

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