Junge Menschen ins Museum holen

+
Schulen und Museum starten eine neue Kooperation.
  • schließen

Museumsverein unterstützt das Angebot für Kinder und Jugendliche. Schulen wollen das Angebot aufgreifen.

Schwäbisch Gmünd. Über den Tellerrand hinausblicken, andere Kulturen kennenlernen, bei diesem Thema hat das Museum im Prediger vor allem junge Leute im Blick. Und die sind in den vergangenen Jahren zurückhaltender geworden, wie der Vorsitzende des Museumsvereins, Uli Majocco,  bei der Vorstellung des neuen Programms für diese Zielgruppe anmerkte.

Gerade weil weniger Schulklassen und Kindergartengruppen ins Museum kommen, unterstützt der Verein die neuen Aktivitäten: das Programm „Museumsfüchse“ für Kinder von 5 bis 12 und die Angebote unter dem Titel „Museums-Entdecker“ für Kinder und Jugendliche. „Jedes Kind in Schwäbisch Gmünd sollte die Möglichkeit haben, das Museum kennenzulernen“, so Majocco. Dr. Monika Boosen und Christa Sänger begleiten die Veranstaltungen, „Museumsfüchse“ treffen sich an vielen Samstagen um 11 Uhr und erfahren nicht nur Museumsinhalte, sondern werden immer auch selbst aktiv.

Dass dies möglich ist, verdankt das Museum nach Worten seines Chefs Dr. Max Tillmann auch den vielen Schenkungen aus Nachlässen einstiger Unternehmen aus der Schmuckbranche. „So haben wir einen großen Fundus an Glasperlen und Teilen aus der Produktion.“ Was daraus wird, haben die Kinder selbst in der Hand. Dr. Monika Boosen orientiert sich  bei den Themen an den Museumsinhalten. Kurz vor Ostern bringt sie am 19. März den jungen Teilnehmern den Brauch des Palmesels näher, der bis 1801 immer am Palmsonntag durch Schwäbisch Gmünd gezogen wurde.

Die Nähe zu den Schulen ist dem stellvertretenden Museumsleiter Joachim Haller wichtig. Durch Schüleraustausch könnten kulturelle Impulse und Kulturtransfer aktiviert werden. Ein Vorhaben, das die Schulen gerne aufgreifen. Wichtig ist für die geschäftsführende Schulleiterin für Grund-, Real- und Gemeinschaftsschulen, Daniela Maschka-Dengler, die Kultur nicht zu sehr auf den Sockel zu stellen, um einzelne Gruppen nicht von vornherein auszuschließen. Sie spricht sich für eine engere Zusammenarbeit mit dem Museum aus und schlägt vor, Rektoren der Schulen diese Angebote gesondert vorzustellen. Bei den Gymnasien sind die jeweiligen Fachbereiche Geschichte, Kunst und Religion gefragt, sagt  deren geschäftsführender Schulleiter Bernd Gockel. Besonders erfolgreich könnte die Kooperation verlaufen, wenn sich das angebotene Programm nah am Bildungsplan orientiert. „Sind solche Anknüpfungspunkte vorhanden, bringen sich die Schülerinnen und Schüler besonders ein.“   Unterstützung für die Kooperation kommt von der Stadtverwaltung. Klaus Arnholdt, Leiter des Amts für Bildung und Sport, nennt die Gmünder Bildungsbausteine, bei denen die kulturelle Bildung eine wesentliche Rolle spiele. Die Museumspädagogik sei da schon verankert.

 Alle Angebote gibt es auf einem Flyer, der jetzt im Museum aufliegt. Mehr auch unter museum-galerie-fabrik.de.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare