Kabarett und Kapellen bringen den Remspark „zum Blühen“

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Werner Koczwara hatte, trotz einer achtmonatigen Auftrittspause, nichts verlernt und nahm die 163 Besucher mit auf die Reise in den Dschungel der „real existierende“ deutschen Rechtsprechung und Gesetze. Dem Publikum gefiel's.
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Mit einem Wochenende voller Musik, Kabarett startet Schwäbisch Gmünd wieder ins kulturelle Leben. Gute Laune bei den Auftaktveranstaltungen.

Schwäbisch Gmünd

Vergleichbar Veranstaltung in dieser Größenordnung gab's pandemiebedingt das letzte Mal im vergangenen August im Himmelsgarten mit der Veranstaltungsreihe „Mit Abstand am Besten“. Umso mehr freute es am Wochenende Oberbürgermeister Richard Arnold, als „Modellversuch für die Region“ wieder Kunst und Kultur in die Stadt zu bringen. Von Freitag bis Sonntag gab es Open-Air-Veranstaltungen, die unter strengen Coronaregeln abgehalten wurden.

Nicht alle waren da

Zum Auftakt verzauberte Isa Ün & Friends am Freitagabend beim Bühnenzauber die Gäste. „Leider haben etliche Besucher ihre kostenlose Buchung nicht wahrgenommen, meint Hans-Peter Spitznagel von der Gmünder Touristik und Marketing, dies sei aber eher der schlechten Wetterprognose geschuldet als den wirklich guten Klängen der Musiker.

Der Eintritt war bei allen Freiluftaktionen frei, bei Isa und Friends und dem verbalen „Feuerwerker“ Werner Koczwara galt es, vorab für die festgelegte Platzanzahl bei der Remsparkbühne eine Platzreservierung vorzunehmen. Die meisten Besucher nutzten dazu die über die Homepage der Stadt angebotene Reservierungsmöglichkeit, zur Kontaktnachverfolgung mussten die persönlichen Daten angegeben werden, am Einlass wurde der zur Verfügung gestellte QR-Code von der Buchungssoftware „Timmy“ eingelesen.

Offensichtlich waren allen Besucher mit den AHA-Regeln vertraut, die Abstände vor dem Einlass wurden eingehalten, die Masken blieben auf dem Weg zum Sitzplatz auf. Koczwara selber hatte, trotz einer achtmonatigen Auftrittspause, nichts verlernt und nahm die 163 Besucher mit auf die Reise in den Dschungel der „real existierende“ deutschen Rechtsprechung und Gesetze, schwadronierte über „juristische Schmuckstücke“ und außergewöhnliche Wortschöpfungen in den deutschen Gesetzestexten. Unterhielt mit der „Grammatikapokalypse“ der deutschen Sprache und der „Avantgarde der Gesetzgebung“, zu der auch das wichtige „Rasenmähergesetz“ gehört. Es gab Erfahrungsberichte aus der Kindheit des Künstlers in „Trollingen“. Der „Weihrauchsopran“ des Gemeindepfarrers und die sexuelle Aufklärung durchs „Schlüsselloch“ trieb manchem die Lachtränen ins Gesicht, „Abends im Bett gab's dann immer einen Kurzfilm mit Happy End“.

Leistungsfähige Vereine

Ein Happy End fand am Sonntag die lange Zeit der Auftrittsverbot der zahlreichen Musikkapellen, die sich im „klingenden Remspark“ buchstäblich den „Taktstock in die Hand gaben. Vor dem Rokoko-Schlösschen und auf der Remsbühne zeigten sie ihr Können. Der Park war für den Publikumsverkehr geschlossen, zwei freundliche Damen zählten die Besucher. Für die Sitzplätze an der Bühne waren Reservierungen erforderlich die „Sitzplatzbesitzer“ zeigten sich durchweg kooperativ und präsentierten unaufgefordert ihre Impfdokumente und gaben ihre Kontaktdaten an. Die Freifläche rund um die Bühne stand „Stehgästen“ ebenso zur Verfügung wie der Platz vor dem Rokoko-Schlösschen. Für den reibungslosen Ablauf und die Einhaltung der Regeln standen Sicherheitskräfte bereit. Die kurzfristigen Zusagen der Musiker freuen die Vorsitzende des Stadtverbands Musik und Gesang, Ramona Kunz-Glass, und den Gmünder Kulturbüroleiter Ralph Häcker. Das zeige deutlich die „Leistungsfähigkeit der Vereine“, die praktisch ohne Vorbereitung ihren ersten Auftritt nach Monaten liefern konnten.

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