Kältester Frühling in Gmünd seit 1987

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Schwankende Temperaturen und viel Sonnenschein bestimmten das Frühjahrswetter im Raum Schwäbisch Gmünd.

Wetterbeobachter Martin Klamt hat seine gesammelten Klimadaten ausgewertet.

Schwäbisch Gmünd. „Dieses Frühjahr spielte das Wetter total verrück“, meint Gmünds Wetterbeobachter Martin Klamt und erklärt warum: Während am 31. März mit 25,0 Grad Höchsttemperatur erstmals ein Sommertag in einem März in der bis 1950 zurückreichenden Schwäbisch Gmünder Wetter-Historie auftrat und auf einen warmen Frühling hoffen ließ, drehte die Luftströmung rasch auf Nord um, so dass der April und Mai einen spürbar kühleren Verlauf nahm und damit die sieben Jahre andauernde Serie zu warmer Frühjahre beendete.

7,8 Grad im Schnitt

Mit 7,8 Grad Celsius lag im Frühling 2021 der Temperaturdurchschnitt um 0,6 Grad unter dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Das haben Klamts Messungen ergeben. Im Vergleich zu aktuellen Vergleichsperiode 1991 bis 2020 habe die Abweichung -2,1 Grad betragen. Ausschlaggebend für die negative Abweichung sei der kälteste April seit 1982 sowie der kühlste Mai seit 1991 gewesen.

Die Lufttemperatur schwankte in der Region Schwäbisch Gmünd zwischen -6,9 Grad am 7. März und 29,1 Grad am Muttertag, dem 9. Mai.

Die Sonne schien im Frühjahr 492 Stunden lang (104 Prozent der Norm), wobei im März und April mehr Stunden als im normal sonnigsten Monat Mai verzeichnet wurden.

Erneut zu niedrig waren derweil die Frühlingsregenmengen: „Die Monate März und April kamen nur auf 57 beziehungsweise 36 Prozent der Norm und brachten keine Starkniederschläge“, hielt Martin Klamt fest. Im Mai hingegen seien es 123 Prozent der Norm gewesen, so dass das Frühjahr mit insgesamt 174 Litern (77 Prozent der Norm) nicht ganz so trocken ausfiel wie 2018 oder 2020, als nur 113 beziehungsweise 118 Litern (43 Prozent) zusammenkamen und eine große Dürre auslöste, die von den damals weit übernormalen Temperaturen verstärkt wurde.

Ein „skurriler Verlauf“

Die Zahl der Tage mit einem Höchstwert von 20 Grad und mehr haben Martin Klamt zufolge einen „skurrilen Verlauf“ genommen: Während sie normalerweise vom März bis Mai von einem über sieben Tage auf 15 Tage steigt, gab es dieses Jahr erstmals in jedem Monat jeweils drei Frühlingstage – „also insgesamt 14 Tage zu wenig“, erklärt Klamt. Dies sei aber kein Rekordwert gewesen, denn im Jahr 1991 habe es allein im Mai nur sechs Frühlingstage gegeben. Daneben waren nur drei Tage mit 25 Grad und mehr aufgetreten, einer am 31. März und am 9. und 10. Mai.

Im vergangenen Frühjahr gab es 29 Frosttage – wobei im April mit 13 Tagen ein neuer Rekord aufgestellt wurde. „Es gab damit die meisten Frosttage seit 1984“, so Gmünds Wetterbeobachter.

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