Katholikentag mit Verstärkung aus Gmünd

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Das Gmünder Heilig-Kreuz-Münster
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Wolfgang Schuster und Rudolf Böhmler im vorbereitenden Trägerverein. Eintrittskarten statt Ausflug.

Schwäbisch Gmünd. Unerwartete Aktualität für das Leitwort des Katholikentags, der vom 25. bis 29. Mai im Stuttgart stattfinden wird: „leben teilen“. „Teilen beginnt vor der eigenen Haustür und erstreckt sich über die ganze Erde“, so die Botschaft bei der Programmpräsentation im vergangenen Jahr. Der Ukraine-Krieg war noch kein Thema, wird aber nach Einschätzung von Professor Dr. Wolfgang Schuster den Katholikentag beschäftigen.

Der frühere Gmünder und spätere Stuttgarter Oberbürgermeister ist Vorsitzender des Trägervereins des 102. Deutschen Katholikentags. Mit ihm im Gremium ist Dr. Rudolf Böhmler, ehemaliger Staatssekretär und stellvertretender Bundesbankvorstand. Der Verein kümmert sich nach Worten des Vorsitzenden „um die finanziellen, organisatorischen, personellen und rechtlichen Themen für die Planung und Durchführung des Katholikentags“. Etwa die Entscheidung, dass alle 1700 Veranstaltungen in der Stuttgarter Innenstadt stattfinden werden. Die Veranstalter rechnen mit 30 000 Besucherinnen und Besuchern, „jetzt bei Lockerung der Corona-Maßnahmen könnten es auch mehr sein“, meint Böhmler. 

Krieg verändert die Inhalte

Sie alle können einen Katholikentag erleben, der sich am aktuellen Geschehen orientiert:  Dr. Wolfgang Schuster: „Der Leitgedanke ‚leben teilen‘ erinnert an St. Martin, für uns in Baden-Württemberg und Stuttgart geht es in vielfacher Weise um ‚teilen‘ mit Menschen aus 170 Nationen, im Alltag, im Berufsleben, bei Bildungschancen. Durch den grausamen Krieg in der Ukraine gewinnt „leben teilen“  eine neue Dimension. Deshalb wird dieser Krieg mit Millionen von Flüchtlingen das Programm verändern.“ Weitere kritische Themen: Die steigende Zahl der Kirchenaustritte geht nach Einschätzung Schusters nicht spurlos am Katholikentag vorbei.  „Wir rechnen  mit vielen jungen Menschen, die sich in einen kritischen Dialog über Glaube, Kirche und die Zukunft unserer Gesellschaft einbringen, die Gemeinschaft erfahren und Orientierung finden wollen und nicht zuletzt durch spirituelle Impulse Kraft aus dem Glauben schöpfen können.“ 
Mit seinen drei großen Themenbereichen antworte der Katholikentag auf aktuelle Herausforderungen. Bei „Unser Glaube - Hoffnung teilen“ gehe es neben Glaubensfragen um die Krise in der katholischen Kirche, den Synodalen Weg und den Interreligiösen Dialog sowie um die Ökumenische Entwicklung. Beim Themenbereich „Unsere Verantwortung - Herausforderungen teilen“  stünden gesellschaftliche Fragen in Deutschland und Europa,   die Zukunft der Arbeit, die Auswirkungen der Digitalisierung, Fragen der sozialen Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Zusammenhalt im Mittelpunkt.

Klimaschutz ein Thema

Der Klimawandel und seine Folgen, der Schutz der Menschenrechte, das Miteinander der Weltreligionen und ihr Beitrag zum Frieden in der Welt  würden im Themenbereich „Unsere Zukunft - Chancen teilen“ angesprochen. 

Dr. Wolfgang Schuster und Dr. Rudolf Böhmler erwarten in Stuttgart Besucher aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Sie würden sich „sehr freuen, wenn sich auch viele Bürgerinnen und Bürger aus Schwäbisch Gmünd   aktiv in den Dialog einbringen, an den vielen Open-Air-Konzerten erfreuen und an den Gottesdiensten auf dem Schlossplatz teilnähmen“. Ein Wunsch, der Wirklichkeit wird: „Wir werben jetzt mit Plakaten in allen Kirchen“, sagt Dekan und Münsterpfarrer Robert Kloker. Außerdem verzichte man in diesem Jahr auf einen Mitarbeiterausflug. Dafür erhalten die fest Angestellten eine Eintrittskarte zum Katholikentag. Aus Schwäbisch Gmünd kommen auch aktive Mitwirkende: So treten die Sankt-Michael-Chorknaben beim Katholikentag auf. Auch der Chor der Klosterbergschule wird sich dort bei einem Auftritt zeigen. 

Der 102. Katholikentag ist vom 25. bis 29. Mai in Stuttgart. Programm und Karten findet man unter www.katholikentag.de. Ergänzend werden die großen Gottesdienste und wichtige Veranstaltungen digital.

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