Keine höheren Gebühren für große Autos

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Anwohner in Tübingen müssen vielleicht bald mehr fürs Parken zahlen. In Gmünd ist das bislang kein Thema.

Schwäbisch Gmünd. Müssen Anwohner in Tübingen – vor allem mit großen Autos – bald deutlich mehr für ihren Stellplatz bezahlen als bislang? 360 statt 30 Euro für SUVs, 180 Euro für Minivans: Dieser Wunsch geht aus einem Antrag hervor, über den der Gemeinderatsausschuss zur Fortschreibung des Klimaschutzprogramms am Donnerstag entscheiden soll. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer erhofft sich dadurch mehr Geld für den Klimaschutz und gleichzeitig weniger Autos in Tübingen.

Gibt es ähnliche Ideen in Schwäbisch Gmünd? „Nein“, sagt Stadtsprecher Markus Herrmann. „Wie soll dies konkret gestaffelt und in der Praxis kontrolliert werden?“, fragt er. Und wirft weitere Fragen auf: Vielleicht sei ein Minivan, mit dem der Vater seine und drei Nachbarskinder zur Schule fährt, ökologisch sinnvoller als ein Porsche. Vielleicht nutze jemand den Minivan für eine Fahrgemeinschaft ins Büro. Er würde sich mit einer solchen Staffelung schwer tun und ist gespannt, wie Tübingen über diesen Vorstoß diskutiert und entscheidet.

Ein Anwohnerparkplatz kostet in Gmünd derzeit 30 Euro im Jahr. Das war laut Stadtsprecher eine Vorgabe des Landes. Seit Anfang Juli gibt es eine neue Verordnung des Landes, die es den Städten erlaubt, für einen Anwohnerparkplatz mehr Geld pro Jahr zu verlangen. Dass die Stellplatzgebühren in Gmünd allgemein erhöht werden könnten, schließt Markus Herrmann indes nicht aus. Das müsse diskutiert werden. Hier stelle sich die Frage: „Wollen wir mehr Wohnen in der Innenstadt?“ Dann müsse auch bezahlbarer Parkraum zur Verfügung stehen.

Aktuell gibt's 163 reine Anwohnerparkplätze im Gmünder Stadtgebiet. 2018 hatte die Stadtverwaltung die Parkregeln in Gmünd neu aufgestellt. Es gibt seitdem keine Mischparkplätze mehr, die Besucher und Anwohner gleichermaßen nutzen können, sondern nur noch reine Anwohnerparkplätze und reine Besucherparkplätze. 147 gemischt genutzte Parkplätze sind durch die neue Regelung weggefallen. Die Stadtverwaltung möchte so den Parksuchverkehr verringern und Besucher mit ihren Autos in die Parkhäuser bringen. Immer wieder gibt's Kritik von Anwohnern, die sich seitdem schwerer tun, einen Parkplatz zu finden. Thomas Kaiser, Sprecher des Arbeitskreises Mobilität und Verkehr, bewertet das Parkkonzept als Erfolg. Marie Enßle

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