Kinder sehnen sich nach Treffen

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Kommunion Kerze
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Mädchen und Jungs im Gmünder Raum zeigen großes Interesse an Gruppenstunden zur Kommunion und Konfirmation. Die Feiern fallen schlichter und kleiner aus als vor Corona.

Schwäbisch Gmünd

Bloß nicht online: Das wünscht sich die achtjährige Nele für ihren Kommunionunterricht. So wie Nele geht es vielen Kindern, die in diesem Jahr ihre Kommunion in der katholischen Kirche feiern. Nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie und damit verbunden viel Unterricht oder Gruppentreffen über digitale Plattformen hätten die Kinder genug von „Online-Geschichten“, wie Gmünds Pastoralreferentin Silke Weihing erklärt. Deshalb habe sich die Gmünder Seelsorgeeinheit Mitte für Gruppenstunden in Präsenz entschieden. „Kommunion bedeutet schließlich Gemeinschaft“, erklärt Silke Weihing. Das heiße, die Kinder müssten sich in irgendeiner Form treffen können. Nele trifft sich also in den kommenden Wochen mit anderen Drittklässlerinnen und Drittklässlern zum Geschichten hören, singen und basteln. Sie feiern gemeinsam Gottesdienst und lernen etwas über die Kommunion.

Treffen wollen sich auch die Konfirmanden. „Die Jugendlichen haben die Nase voll von Digitalem“, sagt Dekanin Ursula Richter. Deshalb finde auch der Konfirmandenunterricht in kleinen Gruppen in Präsenz statt. Die Rückmeldungen von den Konfirmanden seien durchweg positiv, das Angebot werde dankend von den Jugendlichen angenommen. „Die Jugendlichen sind sehr offen – auch für ernste Themen“, sagt Ursula Richter. Das falle den Pfarrern auf, die die Jugendlichen anleiten.

In den Gruppenstunden mit etwa acht Kindern oder Jugendlichen tragen diese Mundschutz und halten Abstand, außerdem werde regelmäßig gelüftet. Viele Kirchengemeinden arbeiten mit unterschiedlichen coronatauglichen Konzepten. In Gmünd gab's beispielsweise Weggottesdienste mit verschiedenen Stationen für die Kommunionkinder, im Sommer vergangenen Jahres trafen sich die Kommunionkinder im Freien auf dem Ziegerhof, um einen Dankgottesdienst zu feiern. In der evangelischen Kirche gab's Konfi-Tage und Ausflüge im Sommer. „Die Pfarrer versuchen, mit verschiedenen Formaten das zu ermöglichen, was eben möglich ist“, schildert es die Dekanin. Das sei oft sehr aufwendig. Aber die Kinder und Jugendlichen hätten in den vergangenen Jahren auf vieles verzichtet. Umso dankbarer seien sie für Angebote wie den Konfirmandenunterricht. „Sie wollen echtes Leben erleben“, ist die Dekanin überzeugt.

Die Gottesdienste zur Konfirmation sind im Gmünder Raum Ende April, Anfang Mai geplant, die Kommunionen der Gmünder Kirchen sind auf Juli verschoben. „Wir hoffen, dass sich die Corona-Lage bis dahin entspannt und auch Feiern im Familienkreis einfacher umzusetzen sind“, erklärt Silke Weihing. Neles Eltern wünschen sich ein schönes Sommer-Wochenende, damit sie mit der Familie im Garten feiern können.

Die Gottesdienste zur Kommunion fielen kleiner und schlichter aus, die Teilnehmerzahl sei begrenzt, es werde weniger gesungen als vor Corona, die Gottesdienste würden kürzer gehalten. In der evangelischen Kirche werde aktuell in den Gottesdiensten nicht gesungen, ab Mitte Februar gelte obendrein 3G. Es gibt laut Ursula Richter eine große Bandbreite an Gottesdienst-Formaten: ganz kleine Feiern mit jeweils nur zwei Konfirmanden, Konfirmationen in kleinen Gruppen oder einen Gottesdienst für alle Konfirmanden unter freiem Himmel. Dabei komme es auch immer auf die Gegebenheiten vor Ort an, auf die Größe der Kirche, auf die Anzahl der Konfirmanden. „Alles, was stattfinden kann, ist wichtig für die Jugendlichen“, findet die Dekanin. Aufgabe der Kirche sei es, Halt und Zuversicht zu vermitteln. Dazu gehörten auch Feiern wie die Konfirmation. Dem schließt sich Silke Weihing an. Kinder sollten ihre Kommunion und die Gruppentreffen möglichst unkompliziert erleben. „Wir bekommen dafür viele positive Rückmeldungen“ – und keine Absagen wegen Corona. Ein Kommunionunterricht online würde hingegen viele Kinder überfordern.

Die Jugendlichen sind sehr offen – auch für ernste Themen.“

Ursula Richter, Dekanin
  • Kommunion und Konfirmation
  • Die Erstkommunion gehört neben Taufe und Firmung zu den Einführungssakramenten der katholischen Kirche. An diesem Tag empfangen die Kinder zum ersten Mal die heilige Kommunion (Leib und Blut Christi in Form von Brot und Wein). Die Kommunion stellt einen wichtigen Schritt des Hineinwachsens in die Kirche dar.
  • Die Konfirmation ist ein feierlicher Segnungsgottesdienst, in dem sich junge Menschen zu ihrem christlichen Glauben bekennen. Die Konfirmanden bekräftigen ihre Aufnahme in die christliche Gemeinde, die zuvor mit der Taufe geschehen ist. Im Alter von 14 Jahren sind die Jugendlichen religionsmündig und erhalten damit alle Rechte innerhalb der evangelischen Kirche. Die Konfirmation geht auf die Reformationszeit zurück.

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