Klassenzimmer werden kühler und die Sauna bleibt aus

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Nicht wegzudenken, aber kälter: Wer ab jetzt ins Becken des Gmünder Hallenbads springt, landet in drei Grad kälterem Wasser als bisher. Die Sauna bleibt ganz kalt. Foto: Tom
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Die Stadtverwaltung legt eine ganze Reihe von Sparmaßnahmen vor. Lange Schließung zum Jahreswechsel.

Schwäbisch Gmünd

Augenmaß und gesunder Menschenverstand: Das waren, so Oberbürgermeister Richard Arnold, die Maßstäbe für verschiedene Arbeitsgruppen, die in sich in den vergangenen Wochen in der Verwaltung mit dem Thema Energiesparen beschäftigt haben. Bei einem Pressegespräch am Freitag gaben sie die bisherigen Entscheidungen bekannt.

Die Arbeitsgruppen unter den Leitungen von OB Arnold, dem Ersten Bürgermeister Christian Baron, Stadtwerke-Chef Peter Ernst und dem Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft, Helmuth Caesar, haben alle städtischen Einrichtungen auf Einsparmöglichkeiten abgeklopft. Kitas sollen dabei ausgespart bleiben. Dagegen lag der betagte Hallenbad-Bau ganz besonders im Blick. Das Schießtal-Freibad wird zwei Wochen länger geöffnet bleiben (mehr dazu im Artikel „Zwei Wochen länger baden“). Auch der freie Eintritt für Kinder und Jugendliche wird verlängert. Wenn das Hallenbad dann ab 27. September öffnet, entfällt der Warmbadetag, die Sauna bleibt geschlossen. Die Temperaturen in den Becken werden gesenkt, im Sportbecken zum Beispiel von 27 auf 24 Grad. Allein mit diesen Maßnahmen, sagt Stadtwerke-Chef Peter Ernst, würden 97 000 Kubikmeter Gas eingespart - so viel, wie 138 Wohnungen durchschnittlich brauchen.

Die Klassenzimmer in den Schulen werden auf 19 (bisher 20) Grad erwärmt. Das, so Arnold, sei mit den geschäftsführenden Schulleitern abgesprochen. Auch einige Schüler und Lehrer hätten bereits nach Energiesparmaßnahmen gefragt. In Bibliotheken ebenso wie in städtischen Büros soll die Temperatur von 20 auf 19 Grad sinken. Das Prediger-Foyer wird ebenso wie städtische Flure und Treppenhäuser sowie auch die Toiletten nicht mehr beheizt. Die Sparmaßnahmen gelten ebenso für Räume der VHS, der Musikschule und des CCS.

Auch Strom sollte eingespart werden und da fällt vor allem die Beleuchtung ins Auge. Dabei habe die 2020 gerade mal acht Prozent des städtischen Stromverbrauchs ausgemacht, so Richard Arnold. Da spiele auch die LED-Technik eine Rolle. Die drei Grad Temperaturabsenkung im Schwimmbecken des Hallenbads könnten die Energie für 100 Jahre Beleuchtung des Weihnachtsmarkts ausgleichen. Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Ernst wies auf die Komplexität des Systems hin. Die Außenbeleuchtung mancher öffentlichen Gebäude wie der Augustinuskirche hängten mit der Straßenbeleuchtung zusammen und könnten deshalb nicht so einfach ausgeschaltet werden. Bei der Straßenbeleuchtung seien bisher rund 1300 der insgesamt etwa 9000 Leuchten auf LED umgerüstet. Die Umrüstung werde fortgeführt, weitere Einsparungen in diesem Bereich würden vor Ort geprüft, so Arnold. Er warnte bei der Beleuchtung aber vor Symbolpolitik. Es gelte auch, die Sicherheit der Passanten - vor Stolperfallen oder vor Überfällen - zu beachten.

Auch für die Stadt hat das Thema Energiesparen viel mit Geld zu tun. Schon jetzt, so OB Arnold, rechne der Kämmerer mit Mehrkosten von über fünf Millionen Mark, das im Haushalt eingestellte Budget reiche nicht mehr aus.

Um Energie zu sparen, werden alle städtischen Verwaltungsgebäude von 23. Dezember bis 1. Januar geschlossen, die Mitarbeiter müssen Urlaub nehmen. Die städtischen Hallen bleiben bis Dreikönig geschlossen.

Da lässt sich zu Hause sparen

Wer zu Hause Strom sparen möchte, sollte den Stand-by-Verbrauch vieler Geräte ernstnehmen. Diesen Rat gibt der Geschäftsführer der Stadtwerke, Peter Ernst. Er warnt aber auch davor, zu viele Geräte an eine Mehrfachsteckdose mit Ausschalter anzuschließen. Angesichts der Energiekosten könne sich auch die Überlegung lohnen, neue Waschmaschinen, Trockner oder Kühlschränke mit niedrigen Verbrauchswerten anzuschaffen. Die Beheizung einer durchschnittlichen Hauses mit Erdgas, die heute 2500 Euro kostet, könne 4700 Euro teuer werden, schätzt Ernst. Beim Strom erwarten die Stadtwerke eine Preissteigerung von knapp 50 Prozent.

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