Kleiderladen der Kirche erweitert Öffnungszeiten

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Der Kleiderladen der evangelischen Kirchengemeinde in der Gmünder Buchstraße bietet ein Gutschein-System für Geflüchtete aus der Ukraine an.

Schwäbisch Gmünd

Die Türen des Kleiderladens der evangelischen Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd stehen für alle offen. Kunden, die dort gebrauchte, aber hochwertige Kleidung zu günstigen Preisen kaufen möchten, sind willkommen. Aktuell zählen viele Geflüchtete aus der Ukraine zur Kundschaft. Gemeinsam mit der Gmünder Stadtverwaltung hat sich die Kirchengemeinde nämlich ein besonderes Gutschein-Projekt ausgedacht. Das kommt sehr gut an. Ein Blick in den kleinen Laden.

Die Türen der einstigen Bäckerei in der Buchstraße 32 öffnen sich, Kunden stehen inmitten von Blusen, T-Shirts, Hosen und Jacken. Im Schaufenster gibt's auch ein wenig Spielzeug für Kinder - Puzzle oder kleine Brettspiele. Im hinteren Teil ist ein ganzer Raum für Kinderkleidung reserviert. Wenn Frauen und Kinder aus der Ukraine ins Geschäft kommen, haben sie in der Regel einen Gutschein dabei, den sie zuvor von der Gmünder Stadtverwaltung erhalten haben. „Damit können die Frauen insgesamt fünf Kleidungsstücke ihrer Wahl mit nach Hause nehmen, egal was diese kosten“, erläutert Kirchengemeinderätin und ehrenamtliche Helferin Dr. Christine Blaschczok. Finanziert wird das Gutschein-System vom Nothilfefonds der evangelischen Kirchengemeinde Gmünd. Ein Beschluss des Kirchengemeinderates, wie Gmünds Dekanin Ursula Richter erläutert. Sehr schnell habe die Kirchengemeinde so auf den Strom an Flüchtlingen aus dem vom Krieg gebeutelten Land reagiert. Dafür dankt sie ganz besonders dem zuständigen Pfarrer und Seelsorger Matthias Walch und dem Team aus ehrenamtlichen Helferinnen, die jede Woche hinter der Theke des Ladens stehen, sich um die ukrainischen Frauen und Kinder kümmern und bei der Kleiderwahl helfen. „Die Verständigung klappt gut“, sagt Kirchengemeinderätin und Helferin Gudrun Oesterle-Hammer. Mit Händen und Füßen, mit Übersetzungs-App, auf Englisch oder wenn deutschsprachige Begleiter in den Laden mitkommen. Die Kundinnen dürfen sich ihre Kleidung aussuchen, anprobieren, den Gutschein abgeben und die Ware mitnehmen. „Die Frauen sind sehr dankbar und freuen sich“, sagt Ursula Böhme, die seit 20 Jahren im Kleiderladen ehrenamtlich aktiv ist. Seit Kriegsausbruch sogar mit verlängerten Öffnungszeiten. Zu Beginn der Gutschein-Ausgabe seien die Frauen und Kinder aus der Ukraine manchmal in einer langen Schlange vor der Tür gestanden. „Wir sind der einzige Laden in Gmünd, der die Kleidung für Geflüchtete kostenlos ausgibt“, erklärt Ursula Böhme.

Finanziert wird der Nothilfefonds der Kirchengemeinde aus Spenden von besonderen Gottesdiensten, zum Beispiel von Hochzeiten, aber auch Privatspenden. Weitere Spenden sind laut Ursula Richter immer willkommen. Willkommen sind auch viele Kunden, denen Nachhaltigkeit am Herzen liegt, erläutert Gudrun Oesterle-Hammer. Ihr liegt der Recycling-Gedanke am Herzen. Gute Kleidung müsse nicht weggeworfen werden, sondern könne über den Kirchenladen einen neuen Besitzer finden.

Die Frauen aus der Ukraine sind sehr dankbar.“

Ursula Böhme, evangelischer Kleiderladen

Für den Laden spenden oder dort einkaufen

Geldspenden für den Nothilfefonds der evangelischen Kirchengemeinde Gmünd gehen an: Kreissparkasse Ostalb, IBAN: DE 06614500500440001092.
Kleiderspenden: Gut erhaltene, hochwertige Kleiderspenden können während der Öffnungszeiten direkt im Laden abgegeben werden.
Öffnungszeiten: Montag von 10 bis 12 Uhr, Mittwoch von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr, Donnerstag von 14 bis 17 Uhr, jeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr.

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