Knifflige Räume im Miniatur-Gmünd

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Virtueller Stadtrundgang und viele knifflige Rätsel: Für die sieben Escape-Room-Abenteuer in „Minecraft“-Optik haben die Projektentwickler in wochenlanger Arbeit ein Miniatur-Schwäbisch Gmünd erschaffen.
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Sieben Escape-Room-Abenteuer führen seit Dienstag virtuell durch Schwäbisch Gmünd. Die Online-Spiele sind kostenlos und frei verfügbar.

Schwäbisch Gmünd

Felix Hönes klickt und der Bildschirm verändert sich. Ein großes Gebäude taucht auf. Die Frontansicht mit der mittig gelegenen Eingangstreppe wirkt vertraut. „Denkt man sich vorbeifahrende Busse dazu, erkennt man das Alte Spital sofort“, lautet Hönes‘ Hinweis. Man durchquert den Eingangsbereich und betritt den Innenhof. Dort stehen Bänke, Bäume und die Skulptur von Adam und Eva. „Hier fehlt der Apfel“, sagt Hönes, „den gilt es zu finden“. So beginnt eines von insgesamt sieben kostenlosen Escape-Room-Abenteuer des Projekts „eSwäG“, die seit Dienstag online freigeschaltet sind.

Das Abenteuer, das vom Spital noch zur Salvator-Kirche führen wird, wurde von Felix Hönes, Cindy Rauh, Paulina Ludmann und Hanna Günther kreiert. Insgesamt haben sich 27 Studierende der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd sowie sieben Gmünder Jugendliche an eSwäG beteiligt, bei dem die Esperanza Jugendkulturinitiative und die Stadt Schwäbisch Gmünd mit der PH kooperiert haben.

Die Escape Rooms, zu Deutsch Fluchträume, spielen dabei alle in Schwäbisch Gmünd. In wochenlanger Arbeit bauten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beispielsweise den Marktplatz, den Prediger oder das Jugendhaus Esperanza nach. Dabei ähnelt die Optik dem würfelähnlichen System des Spiels „Minecraft“. Und die detailgetreue Nachbildung der Stadt ist gelungen:. „Wie ein Miniatur-Schwäbisch Gmünd“, findet Daniel Autenrieth. Der Medienpädagoge und Informatiker ist einer der Leiter des Projekts. „Die Jugendlichen und Studierenden haben die Stadt gemeinsam erkundet, ihre eigene physische und kulturelle Lebenswirklichkeit wahrgenommen und schließlich in Spiele umgesetzt.“ Stefanie Nickel, PH-Professorin für Erziehungswissenschaft und ebenfalls Projektleiterin, urteilt: „Wir sind von den Ergebnissen absolut überwältigt.“ Entstanden seien sieben völlig individuelle, kurzweilige und knifflige Räume, sagt Autenrieth. „Escape Room-Fans werden sehr begeistert sein.“

Katharina Lampe, Projektkoordinatorin beim Kulturbüro, erzählt, dass das Projekt auch durch die Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Sonderprogramms „Neustart Kultur“ und des Fonds Soziokultur möglich gewesen sei. Von der Stadt wurde „eSwäG“ vom Stadtjugendring, vom Amt für Familie und Soziales sowie von der Touristik und Marketing GmbH unterstützt. „Dabei war ein Ziel, dass sich die Jugendarbeit in Schwäbisch Gmünd nochmal neu miteinander vernetzt“, sagt Lampe. Das sei durch die verschiedenen Projektpartner auch wirklich passiert. „Außerdem wird Gmünd durch die Spiele auf eine spannende Art und Weise erlebbar.“ So könne man auch junge Leute für die Stadt begeistern. „Wir von der Stadt sind dankbar für diese Projektidee.“ Sie sei stolz darauf, was für tolle, kreative junge Menschen in Gmünd leben.

Bei den Escape Rooms müssen Rätsel gelöst werden, um ein übergeordnetes Ziel zu erreichen. „Unsere erste Aufgabe ist es, einen Eingang zu finden“, erzählt Felix Hönes zum Spiel seines Teams. Ist das geschafft, gelangt der Spieler in die Katakomben unter Gmünd. „Und kann erst flüchten, also ‚escapen‘, wenn er weitere Rätsel löst.“ Die Spiele würden 30 bis 60 Minuten dauern, je nachdem, wie viel Übung ein Spieler schon hat.

Die Escape Rooms gibt es kostenfrei im Internet unter https://eswaeg.de. Um sie zu nutzen, muss die Software Minetest installiert werden, Link und Anleitung finden sich auf der Internetseite. Die Spiele eigenen sich ab dem Grundschulalter, manche sind komplexer und sind ab 12 Jahren empfohlen.

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