Kolping-Musical erst wieder 2023

  • schließen

Unkalkulierbare Risiken sorgen für eine Absage 2022. Das finanzielle Risiko wäre bei zurückkehrenden Corona-Beschränkungen zu groß.

Schwäbisch Gmünd. Sieben ausverkaufte Aufführungen im Stadtgarten, ein kultureller Höhepunkt im neuen Jahr: Dafür steht das Kolping-Musical seit 1920. Unterbrechungen gab es nur in den Kriegsjahren – und gibt es in Zeiten der Pandemie. Auch 2022 wird es keine Aufführung im Februar geben. Darauf haben sich die Verantwortlichen der Musicalaufführung geeinigt. Trotz aktueller Lockerungen im Veranstaltungsbereich „können wir das nicht verantworten“, sagt Regisseur Michael Schaumann, „weil niemand in den Februar 2022 blicken kann“.

Für die Absage gibt es nach seinen Worten mehrere Gründe. Die Gesundheit von Mitwirkenden und Publikum steht an erster Stelle. Wie sich Corona im Winter entwickelt, ob Varianten Probleme bereiten, sei offen. Die Musical-Macher rechnen nicht damit, dass mehr als 1000 Besucher in den Peter-Parler-Saal des Stadtgartens dürfen. Das wiederum wäre Voraussetzung, um eine solche Inszenierung realisieren zu können. Die finanziellen Aufwendungen liegen im sechsstelligen Bereich, „ohne weitgehendausverkaufte Veranstaltungen können wir das gar nicht schultern“.

Unüberwindbare Hürden

Selbst wenn heute schon sicher wäre, dass Aufführungen ohne Einschränkungen möglich sind, gibt es, so Michael Schaumann, unüberwindbare Hürden. Überregionale Kolpingsfamilien zählten seit Jahren zum festen Besucherkreis. Die Kartenbestellungen dafür liefen im Sommer. Dieses Jahr haben die nicht mit einer Aufführung 2022 gerechnet, also gebe es auch keine Kartenbestellungen. „Aber wir haben diese 1000 Besucherinnen und Besucher fest in unserer Kalkulation“, so der Regisseur. Auf eine sichere finanzielle Basis könne man nicht verzichten, „Unterstützung wie bei von öffentlicher Handgetragenen Theatern gibt es bei uns nicht“.

Eine Inszenierung 2022 wäre auch aus anderen Gründen schwierig: Wir hätten im Juni mit Vertragsverhandlungen beginnen müssen, hätten Mitwirkende verpflichten und uns schon um Kostüme kümmern müssen. Daran sei im Juni bei den damals noch geltenden Einschränkungen gar nicht zu denken gewesen. Dazukommen die Probemöglichkeiten. Die seien bis jetzt für Chöre gar nicht möglich gewesen. In vorhandenen Räumen im katholischen Gemeindezentrum Franziskaner ohnehin nicht, weil die Abstände nichteingehalten werden können.

Hoffen auf 2023

Jetzt richten die Verantwortlichen Michael Schaumann, musikalischer Leiter Markus Wamsler und organisatorische Leiterin Hanne Baranowski den Blickweiter nach vorne: „Wir planen für 2023 und hoffen, dass dann Aufführungen wieder möglich sind“, so Schaumann. Sie freuen sich auf ein Stück, das noch nie in Schwäbisch Gmünd aufgeführt wurde: „Wonderful Town“, 1953 komponiert von Leonard Bernstein. Die Geschichte spielt in den 1930er-Jahren in New York, zwei Schwestern aus Ohio versuchen, dort eine Karriere zu starten. Ein Stück mit hohem Anspruch auch an das Orchester. Ein Stück, d as Michael Schaumann gerne mit dem langjährigen Stamm an Mitwirkenden aufführen möchte. Aus Rückfragen weiß er, „dass die Allermeisten sofortbereit sind, wenn es wieder losgeht“.

So lange können sie an erfolgreiche Aufführungen zurückdenken: Letzter Höhepunkt war„Die Päpstin“, die 2020 wenige Wochen vor dem Corona-Ausbruch über die Bühne ging.

Wir planen für 2023 und hoffen, dass dann Aufführungen wieder möglich sind.“

Michael Schaumann, Regisseur
  • Aufführungen seit über 100 Jahren
  • Die Musical-Tradition des Kolping-Musiktheaters in Gmünd geht zurück bis ins Jahr 1920. Damals wurde im Katholischen Vereinsheim „Preziosa“ von Carl Maria von Weber aufgeführt. Walter Böhnlein übernahm 1955 Regie und leitete bis 2004 die jährlich inszenierten Operettenaufführungen. Seit 2005 ist Michael Schaumann Regisseur, konnte der Reihe mit dem Umstieg auf Musicals neuen Schwung geben.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare