Kompetent gegen digitalen Stress

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Einjährige Fortbildung endet mit Abschlussfachtag Medien-Durchblick in der Gmünder Eule

Wie Kinder Smartphones & Co. nutzen bis hin zu Theater gegen Cybermobbing: Einjährige Fortbildung endet mit Abschlussfachtag „Medien-Durchblick“ in der Gmünder Eule.

Schwäbisch Gmünd

Im vergangenen Dezember startete der Ostalbkreis mit dem Diakonieverband Ostalb, der Wissenswerkstatt Eule und dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg die einjährige Fortbildungsreihe „Medien-Durchblick - Kompaktqualifikation Medienkompetenz“. Mit einem Fachtag endete der Kurs kürzlich in der Eule Gmünder Wissenswerkstatt.

Rund 80 Teilnehmende, darunter Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Pädagogen, Erzieher und Präventionsfachkräfte sowie zwölf Referentinnen und Referenten, gingen mit dem Ziel voran, das Medienkompetenznetzwerk im Ostalbkreis noch weiter auszubauen und Fachleute vor Ort mit einer Zusatzqualifikation zur Medienkompetenz und -pädagogik auszustatten. „Der digitale Wandel ist nach Corona für Gesellschaft und Schule von großer Bedeutung. Eine umfassende Kompetenzvermittlung ist jetzt von großem Interesse“, erklärt Andreas Schumschal vom Landratsamt.

Prävention notwendig

Gastredner des Fachtags, der als Hybridveranstaltung ausgerichtet wurde, war Prof. Dr. Daniel Hajok mit seinem Vortrag „Verändertes Heranwachsen mit digitalen Medien - neue Herausforderungen für eine angemessene pädagogische und erzieherische Begleitung“. Als Einstieg trat Hajok mit allen Teilnehmenden in Kommunikation und zeigte die Veränderungen für Kinder und Jugendliche aufgrund der Digitalisierung auf. Konflikte, Stress und Probleme seien ohne Begleitung von Medienkompetenz programmiert, sagte er. Präventive Ansätze seien aufgrund der schnell voranschreitenden Digitalisierung notwendig. Aus dem Vortrag wurde deutlich: Kinder und Jugendliche suchen vermehrt den digitalen Zugang. Leider sei der Medienumgang durch unzureichende Begleitung und Kontrolle durch Erwachsene gekennzeichnet. Vor allem Eltern müssten sensibilisiert werden, aufmerksamer auf Gefahren im Umgang mit Smartphone und Co. zu werden. Hajok möchte zur Reflektion anregen, den Medienalltag auf der Basis bislang gemachter Erfahrungen bewusster zu gestalten. Zum Schluss zeigte er den Teilnehmenden eine Menge an präventiven Angeboten. Beispielhaft dafür nannte er den Medienführerschein Bayern für alle Altersgruppen, eine Internetseite, welche Lehrkräften und pädagogisch Tätigen kostenlos Ideen und Anregungen zum Thema Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen biete.

Das Organisationsteam aus Nikolas Danzinger von der Diakonie Ostalb, Alexander Weller von der Wissenswerkstatt Eule und dem Landratsamt Ostalbkreis plant, für nächstes Jahr einen weiteren Vortrag von Prof Dr. Hajok für Eltern und deren Kinder anzubieten.

Theater gegen Cybermobbing

Elke Wallenbein, Diakonisches Werk Baden-Württemberg, sprach allen Akteuren viele Glückwünsche für das tolle Projekt aus und hoffte auf positive Resonanz. Anschließend stellte Winfried Tobias, stellvertretender Intendant und Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Aalen, das Stück „Alle außer das Einhorn“ vor. Er berichtete, dass die Vorführung bis jetzt nur online stattfand. Seine Hoffnung für nächstes Jahr sei es, das Theaterstück in Präsenz vorspielen zu können. „Alle außer das Einhorn“ ist ein Theaterstück über Cybermobbing. Netti wird von den anderen Mitschülern ausgeschlossen und via Handy mit Hasskommentaren und Drohungen überfallen. Erwachsenen will sie nichts erzählen, die können ja sowieso gegen die anonymen Kommentare nichts ausrichten. Netti lässt es solange über sich ergehen, bis die Situation außer Kontrolle gerät. Cybermobbing nimmt unter Jugendlichen drastisch zu. Kirsten Fuchs nähert sich auf unterhaltsame und drastische Weise dem Thema.

Alle Teilnehmenden lobten das Theater der Stadt Aalen für die Umsetzung und befürworten das Theaterstück als präventiven Ansatz in Zusammenarbeit mit Jugendlichen. Lisa Krauß, Theaterpädagogin der Stadt Aalen, ist für die Nachbesprechung mit den Schulklassen verantwortlich. Die gemeinsame Aufarbeitung mit den Kindern sei der entscheidende Teil der Vorstellung.

Am Ende überreichte Andreas Schumschal vom Landratsamt Ostalbkreis an alle Federführenden das Zertifikat der einjährigen Kompaktqualifikation.

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