Kreisputzete: Fundstücke von der Axt bis zum aufgeflexten Tresor

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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Was Freiwillige alles aufsammeln und warum für den Landrat und die Gmünder Verwaltung diese Aktion so wichtig ist.

Schwäbisch Gmünd

Auf die 61 Vereine und Jugendgruppen, 22 Schulen und vier Kindergärten, die sich am Samstag an der kreisweiten Landschaftsputzete allein in Schwäbisch Gmünd und seinen Ortsteilen beteiligt haben, ist Gmünds erster Bürgermeister Christian Baron sichtlich stolz. Exemplarisch für alle Beteiligten besuchte er nach der Putzaktion die Gmünder Feuerwehr.

17 Kinder und Jugendliche von der Jugendgruppe der Abteilung Innenstadt hatten sich mit ihren Betreuern daran gemacht, achtlos weggeworfene Hinterlassenschaften zu beseitigen. Vom Hauberweg ging's Richtung Musikerheim in der Weststadt, Isabell Polat und Leonie Löschner berichten über die Fundstücke: Neben den üblichen Verdächtigen - leere Flaschen, Zigarettenstummel und Schuhe - fischten die Jugendlichen auch ein großes Plüschtier aus dem Gestrüpp. Besonders übel habe es am Parkplatz bei der Krähe ausgesehen, erzählt der stellvertretende Jugendleiter Nico Fuchs. Das Gebiet wird von der Wehr öfters zu Übungszwecken genutzt, Müll sammeln steht dabei jedes Mal mit auf dem Plan. Am Samstag habe der Anblick des Parkplatzes aber „alles übertroffen“. Über die Menge an Umverpackungen der nahe gelegenen Fast-Food-Kette können die Freiwilligen nur den Kopf schütteln. Richtig ekelhaft seien die gefüllten Hundekotbeutel gewesen, die achtlos in die Landschaft geworfen worden sind, erzählt Leonie. Auch einen Kühlergrill und eine Kaminabdeckung wanderten an den Straßenrand, um, wie 30 gut gefüllte Müllsäcke, von der GOA entsorgt zu werden.

Tobias, Lennard und Lukas sind erstaunt über die Entsorgungskultur einiger Menschen, säckeweise Windeln kamen zum Vorschein, ebenso benutzte Einlagen für Blasenschwäche. Tobias schüttelt sich: „Zum Glück hatten wir Handschuhe an.“

Ufer und Böschung der Rems im Gebiet der Schwerzerallee wurden vom Technischen Hilfswerk in Angriff genommen. An den Steilufern wurden einige Helfer gut gesichert abgeseilt. Er habe den Eindruck, die Vermüllung habe nachgelassen, meint Michael Menrad - und wundert sich trotzdem, wer einen Gartenzaun aus Metall und eine Axt „einfach verliert“.

Zur Putzete aufgerufen und die Schirmherrschaft übernommen hatte Landrat Dr. Joachim Bläse - und ließ nach seinem kreisweiten Aufruf für eine glänzende Ostalb Taten folgen. Gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein Lindach machte er sich auf den Weg. Während in Lindach die Feuerwehr das Unterdorf frühlingsfit machte, war der Albverein für die Strecke zwischen seiner Schutzhütte am Schelmenwasen bis zum Wanderparkplatz Richtung Täferrot zuständig. Auch hier das selbe Übel wie immer, meint der Vorsitzende Bernd Maile. Der 20-köpfige Reinigungstrupp füllte rund 16 Müllsäcke. Wie ein aufgeflexter Tresor allerdings auf den Wanderparkplatz gekommen ist, bleibt ein Rätsel.

Bläse dankte allen, die sich an der Aktion beteiligt haben. Der Kreis habe mit einer generationenübergreifenden Gemeinschaftsleistung „effektiv und Hand in Hand“ für eine schöne Landschaft gesorgt. Zur sauberen Natur erhofft sich Bläse mehr Sensibilität für die Umwelt. Ähnlich sieht es Baron, der es bedauerlich findet, dass Landschaftsputzeten überhaupt sein müssen. Der ehrenamtliche Einsatz sei „ein schöner Tag für ein glänzendes Gmünd“.

Zum Glück hatten wir Handschuhe an.“

Tobias (10), , ehrenamtlicher Helfer
Foto: Jan-Philipp Strobel
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