Kunst gegen Rassismus am Parler

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Markus Schädle (links) lässt sich die Idee der Hände gegen Rassismus am Parler durch Kunstlehrer Eduard Losing erklären.

Schülerinnen und Schüler des Parler-Gymnasiums wollen mit verschiedenen Kunstaktionen auf die Themen Rassismus und Diskriminierung aufmerksam machen.

Schwäbisch Gmünd

Aus verschiedenen Klassen des Gmünder Parler-Gymnasiums kommen die Ideen, verschiedene Kunstaktionen machen im Schulgebäude auf die Themen Rassismus und Diskriminierung aufmerksam. Markus Schädle vom Kolping Bildungswerk, der Ansprechpartner für die Courage-Schulen in Baden-Württemberg, hat sich nun ein Bild von den kreativen Aktionen gemacht und dabei den Dialog mit den Lehrkräften über das Thema Rassismus und Diskriminierung gesucht.

Was hat es mit den vielen Händen auf sich, die man im Schulhaus finden kann? Genau muss man hinsehen, den die Hände, gefertigt von Fünft- und Sechstklässlern, scheinen mit dem Untergrund zu verschmelzen. Eduard Losing, Kunstlehrer der Klassen kann es erklären: Man habe Vorstellungen, man meine, Vieles zu kennen, man glaube, der Blick geradeaus ist ausreichend. „Aber geht es nicht darum, immer wieder einen neuen Blick zu wagen, genau hinzusehen, sich selber ein Bild zu machen?“ Genau darauf sollen die Hände aufmerksam machen, sie sollen der Schulgemeinschaft sagen: „Hey, schau selber hin, nimm die Menschen um Dich rum bewusst wahr und laufe nicht irgendwelchen Vorurteilen hinterher.“

Stefanie Krüger ergänzt mit ihrer neunten Klasse die Hände um Poster, auf denen ihre Schüler Plakate zeigen. Die Auseinandersetzung mit Sprüchen wie „Ich bin kein Rassist, aber…“ oder die Auseinandersetzung mit der Frage „Gibt es Rassen?“ stand hier im Vordergrund. Ebenso die Diskussion, wo uns Rassismus im Leben begegnet. Claudia Stärk ist mit ihren Neuntklässlern auf der Suche nach Graffitis, die das Thema sichtbar machen und zur Auseinandersetzung auffordern.

Nimm die Menschen um Dich rum bewusst wahr und laufe nicht irgendwelchen Vorurteilen hinterher.“

Eduard Losing,, Kunstlehrer

Überall ein Thema

Mit Markus Schädle zeigte sich auch Schulleiter Thomas Eich begeistert von der Kreativität, mit der sich die Schüler mit diesem wichtigen Thema auseinandergesetzt haben. „Und es ist überall ein Thema“, so Schädle, „denn ein ich kann es nur geben, wenn es auch ein Du gibt. Abgrenzung lässt sich nicht abstellen, wir können nur verhindern, dass sie starr wird und Stereotypen folgt“. Schule sei ein Ort, an dem Menschen auf Menschen treffen und Menschen unterschiedliche Aufgaben haben. So gehöre es zur Realität von Schule, dass es Vorfälle im Bereich Diskriminierung gibt. Aber es müsse auch zur Realität von Schule gehören, fährt Schädle fort, dass sich „mit solchen Vorfällen beschäftigt wird, dass sie aufgearbeitet werden, dass sie Thema sind“. Mit der langen Zeit von Schule unter Pandemiebedingungen, mit dem Fehlen von Begegnungen in der Schule sei eine komplette Interaktionsebene verloren gegangen, werde das Wiedererlernen des Umgangs mit Konflikten eine große Bedeutung haben, müssen Erfahrungen wieder gesammelt werden.

„Schule ohne Rassismus“, besser vielleicht „Schule mit Courage“, Schule, die sich mit dem Thema Diskriminierung auseinandersetzt, das ist keine Auszeichnung, sondern ein Auftrag, so Schulleiter Eich.

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