Land will helfen bei der Woha-Belebung

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Landesentwicklung-Ministerin Nicole Razavi zu Gast in Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd. Das Land will dabei helfen, das Woha-Areal am Marktplatz einer neuen Nutzung zuzuführen. Das sagte die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi, am Mittwoch bei einem Besuch in Gmünd zu. Oberbürgermeister Richard Arnold hatte der Ministerin erläutert, dass die Belebung des Woha-Areals ein Schlüsselprojekt für die Revitalisierung der Innenstadt sei. Diese Woha-Belebung könne aber nur gelingen, wenn Stadt, Land und die privaten Eigentümer des Areals zusammenarbeiten. Eine Förderung des Landes könne hier Anreize für Investoren schaffen, erläuterte der OB.

Gmünds Innenstadt, so Arnold, sei ebenso wie andere Zentren stark durch die Corona-Krise gebeutelt worden, habe nun etwa 10 bis 20 Prozent Leerstände. Bei der Revitalisierung gehe es nicht nur um neue Geschäfte, sondern auch um die Schaffung nicht-kommerzieller Treffpunkte. Es müsse „eine Gemeinschaft Innenstadt“ entstehen.

Nicole Razavi anerkannte, dass Gmünd in den vergangenen Jahrzehnten rund 45 Millionen Euro vom Land bekommen und diese sehr gut genutzt habe. OB Arnold sagte, dass er der Ministerin Gmünd auch als „Experimentierfeld“ angeboten habe. Dabei könnte es zum Beispiel ums Wohnen gehen. Die ganze Region rund um Stuttgart brauche mehr bezahlbaren Wohnraum, so Razavi. Deshalb spiele Gmünd mit seinen vielen laufenden innerstädtischen Wohnbaumaßnahmen eine wichtige Rolle für die ganze Region Stuttgart. Die Menschen wollten ins Zentrum, auch Senioren, ist sich die Ministerin sicher. „Nur so hat eine Stadt Leben.“ Ganz ohne die Nutzung bisher unbebauter Flächen werde diese Entwicklung nicht funktionieren, meint sie. Doch die Nutzung von Freiland müsse deutlich reduziert werden. Das werde sich auch im neuen Landesentwicklungsplan widerspiegeln, den die Landesregierung derzeit erstelle. Dafür würden auch Kommunen und Bürger angehört, versicherte sie. OB Arnold warnte davor, Stuttgart in diesem Planwerk eine zu zentrale Rolle zuzuschreiben und die historisch gewachsenen Städte im Umland zu vernachlässigen. Gmünds Baubürgermeister Julius Mihm kritisierte, dass Städte östlich von Gmünd Retorten-Quartiere in die freie Landschaft setzten und damit die weiter westlich an der Remstal-Verkehrsachse gelegenen Kommunen beeinträchtigten.

Auf Anfrage der Gmünder Tagespost ging die Ministerin auch auf die Diskussion ein, dass Hausbesitzer in der unter Gesamtanlagenschutz stehenden Gmünder Altstadt keine Photovoltaik-Anlagen installieren dürfen. Erneuerbare Energien und Denkmalschutz seien kein Widerspruch, sagte Razavi. Über die Vereinbarkeit der beiden Werte müsse im Einzelfall entschieden werden, wobei sie auch auf neue technische Entwicklungen setzt.

Weitere Themen der Besprechung zwischen Rathausspitze und Ministerin waren unter anderem die Pläne für den westlichen Stadteingang Gmünds und die Neugestaltung des Hardts, mit der sich Gmünd auch in die Internationale Bauausstellung Stuttgart 2027 einbringen möchte. ⋌Wolfgang Fischer

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Nicole Razavi trug sich uns Goldene Buch der Stadt ein. Mit im Bild (v. l.): Gerhard Hackner, Julius Mihm, Tim Bückner, Richard Arnold, Paul Schneider und Uwe BeckÌÌFoto: Tom

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