Landtags-CDU will Gmünd helfen

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Vertreter der CDU-Landtagsfraktion besuchten die Gruppe behinderter Menschen auf dem Schönblick und informierten sich auch über die Schwierigkeiten bei der Flüchtlingshilfe. Hintere Reihe, Mitte: Fraktionsvorsitzender Manuel Hagel. Foto: HOJ
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Fraktionschef Hagel sieht Konflikt zwischen Flüchtlingshilfe und Bürokratie.

Schwäbisch Gmünd. An einem Abend im Februar traf die erste Gruppe ukrainischer Flüchtlinge, die meisten davon Menschen mit Behinderung, auf dem Schönblick ein. Zwei Tage später, berichtet Martin Scheuermann, war die Heimaufsicht da, um nachzuprüfen, ob bei der Unterbringung der Flüchtlinge auch alle Verordnungen eingehalten werden. Das erzählte der Geschäftsführer des Schönblick am Freitag Besuchern: dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Landtag, Manuel Hagel, dem religionspolitischen Sprecher der Fraktion, Christian Gehring, und dem Gmünder CDU-Landtagsabgeordneten Tim Bückner. Ebenso wie der Erste Bürgermeister Gmünds, Christian Baron appellierte Scheuermann an die Politiker, sich dafür einzusetzen, dass Aufsichtsbehörden praktische Hilfe vor Ort nicht durch überbordende Bürokratie erschweren. Als weiteres Beispiel berichtete Scheuermann, dass sein Haus vor drei Monaten Kostenersatz für die Unterbringung der Flüchtlingsgruppe beim Landratsamt beantragt habe - und in dieser Woche den Bescheid bekommen habe, dass die Kaltmiete ersetzt werde. Manuel Hagel antwortete, er sehe die Problematik. Er wolle versuchen, in Gesprächen in Stuttgart eine Lösung zu erreichen. Denn dass und wie der Schönblick diese Flüchtlinge beherberge, sei ein Akt der Menschlichkeit auf der Grundlage des Evangeliums und gebe den Menschen aus dem Kriegsgebiet Stabilität und Hoffnung. Tim Bückner berichtete, dass die Fraktionsvertreter bewusst auf den Schönblick gekommen seien, um sich dieses Beispiel der Hilfe abseits der Bürokratie vor Ort anzuschauen.

Christian Baron informierte sie, dass in Gmünd inzwischen fast 800 Flüchtlinge untergebracht sind. Zuletzt sei am Freitagmorgen eine Gruppe mit Waisenkindern aus dem Osten der Ukraine angekommen. Die Stadt habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, um zu ermöglichen, dass sie noch am Freitagabend in ein angemietetes Haus einziehen konnten. Das Zusammenwirken der ganzen Gesellschaft in Gmünd ermögliche solche Hilfe. Und die Ukrainer seien offen dafür: Viele Kinder besuchten bereits die Schule oder Vereine.

Großen Dank an das deutsche Volk für diese Hilfe sprach Serhij Bolchuk aus. Der Pastor betreut in der Ukraine ein Reha-Zentrum für Menschen mit Behinderung. Dank seiner Initiative, so Martin Scheuermann, sei es inzwischen gelungen, mehr als 400 behinderte Menschen aus dem Kriegsgebiet zu holen, die in elf Gruppen in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden untergebracht sind und von ihm betreut werden - auch die Gruppe auf dem Schönblick. „Wir haben das Empfinden, dass unsere seelischen Wunden langsam anfangen zu heilen“, sagte er.

Bolchuks Ehefrau Natascha, selbst Rollstuhlfahrerin, sagte über den Schönblick dankbar: Ich fühle mich hier zuhause.“ Oleksandr Malynovsky, ebenfalls auf den Rollstuhl angewiesen, hat in seiner Heimat Ukraine Tischtennis gespielt. Er berichtete, dass er nun in der Tischtennis-Abteilung des TSB Gmünd mittrainiert. Wolfgang Fischer

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