Lehrkräfte als Test-Dienstleister

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Die Corona-Selbsttests unter Aufsicht sind inzwischen Routine zweimal die Woche in den Schulen - und jetzt auch für andere Bereiche gültig. Im Bild von links: HBG-Schülern Lizzy Wentenschuh mit Sabine Ocker vom Schulsekretariat.
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Mit dem Schultest zum Einkaufen? Seit dieser Woche sollen Schulen auf Wunsch Test-Nachweise ausgeben – wofür der Nachweis gilt und wie die Schulen damit zurechtkommen.

Schwäbisch Gmünd

Schulen und ihre Lehrkräfte bekommen eine Zusatzaufgabe: Wenn Schüler und Eltern das wünschen, müssen Lehrerinnen und Lehrer von dieser Woche an Nachweise über gemachte Corona-Tests ausstellen. Das stellt Klaus Arnholdt, der Leiter des Gmünder Schul- und Sportamts, klar. Er hofft aber auf Verständnis, wenn es einige Tage Anlauf brauche, bis die Regelung von allen Schulen voll umgesetzt wird.

Denn die neue Corona-Verordnung, in der auch die Testpflicht der Schulen geregelt wird, gilt erst seit Freitag. „Die entsprechende Mail aus Stuttgart kam am Freitag um 23.44 Uhr“, erzählt er. Doch auch da ist Arnholdt dafür, nicht einseitig zu urteilen: „Die Leute im Ministerium haben es im Moment auch nicht einfach.“

„Eine zusätzliche Belastung“

Den Satz würden die meisten Lehrerinnen und Lehrer wohl derzeit für sich genauso gelten lassen. „Ich sehe auch, dass es eine zusätzliche Belastung ist, die erst mal nichts mit Unterricht zu tun hat“, sagt Arnholdt. Aber „der gesunde Menschenverstand“ spreche eben dafür. „Es wäre ja widersinnig, wenn ein Kind morgens getestet wird und mittags gleich wieder, nur weil es noch in den Sportverein gehen will.“

Keine Chance für Rückfragen

Daniela Maschka Dengler, die geschäftsführende Schulleiterin der Grundschulen, sieht das genauso. „Ich verstehe die Eltern sehr gut, das ist doch logisch, nur einmal am Tag zu testen.“ Doch für die Kommunikation gelte: „Das hätte man besser machen können. Es ist einfach ein bisschen zu schnell.“ Sie habe zum Beispiel keine Möglichkeit gehabt, eine Rückfrage beantwortet zu bekommen. Etwa die: „Gelten die Testbescheinigungen der Schule auch für ein Pflegeheim? Das hätte ich gerne geklärt gehabt.“ Das bedeute schließlich eine große Verantwortung für die Lehrkräfte. „Da sitzen 25 vor einem, und jeder popelt ein bisschen anders in der Nase.“

Weil es das Ziel sei, Kindern mehrmaliges Testen am Tag zu ersparen, gilt laut Klaus Arnholdt: „Der Schultest gilt in anderen Bereichen auch, dann für die üblichen 24 Stunden.“ Andere Bereiche meint: Orte und Veranstaltung, die nicht schulähnlich sind. Also zum Beispiel auch, wenn Kinder am Nachmittag mit den Eltern zum Einkaufen gehen.

Geplant: analog in Gmünder Kitas

Die Regelung aus den Schulen, samt der Gültigkeit der Tests für 60 Stunden, gilt, wenn Schüler etwa das Training im Sportverein oder die Musikschule besuchen. Schwarz auf weiß nachlesen in der Corona-Verordnung lässt sich da nicht. „Aber so werden wir die Verordnung auslegen, weil es einfach logisch und pragmatisch ist“, sagt der Gmünder Sportamtsleiter.

Auch für die städtischen Kindertagesstätten soll es in Gmünd ganz ähnlich laufen: Für unter Sechsjährige gibt es keine Testpflicht, aber die Stadt testet in Kitas dennoch auf freiwilliger Basis. Wenn man ohnehin schon teste, sei es ja auch bei den Jüngsten sinnvoll, den Test auch für Sport und ähnliches gelten zu lassen. „Wir prüfen das, wir möchten das so machen“, sagt Arnholdt.

Die neue Regelung trifft auf große Zustimmung bei den Eltern, berichtet etwa Veit Botsch, geschäftsführender Schulleiter der weiterführenden Schulen.

„Eine hohe Nachfrage“

Genaue Zahlen, wie viele Schüler am Montag den Nachweis haben wollten, habe er nicht, sagt der Rektor des Hans-Baldung-Gymnasiums. „Aber wir haben schon viele Formulare ausgestellt, ich denke, dass es eine hohe Nachfrage geben wird.“ Und Botsch blickt gespannt in die nähere Zukunft: „Man muss sich vorstellen, dass bei uns in der kommenden Woche wohl wieder alle 730 Schülerinnen und Schüler kommen.“

Es wäre widersinnig, wenn ein Kind morgens getestet wird und mittags gleich wieder.“

Klaus Arnholdt, Leiter Schul- und Sportamt

Dokumentiert: die Regel, das Formular

Die Regel: In der neuesten „Verordnung des Kultusministeriums über den Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen“ vom 4. Juni 2021 heißt es unter Paragraph 2 Testung: „Auf Verlangen stellt die Schule eine Bescheinigung über das negative Testergebnis einer in ihrer Organisationshoheit durchgeführten Testung unter Angabe des Testdatums und der Uhrzeit aus.“

Das Formular: gibt es für alle Schulen als Vordruck von der Schulverwaltung. Sieben Zeilen müssen ausgefüllt werden. Neben Namen, Adresse und Geburtsdatum des Schülers oder der Schülerin zusätzlich der Name des Corona-Tests, der Hersteller des Tests, außerdem Testdatum und Testuhrzeit, zuletzt braucht es die Unterschrift der Aufsicht führenden Lehrkraft samt einem Schulstempel.

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