Lernen, wie man „unmögliche Gespräche“ führt

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Freuen sich über das neue VHS-Programm, im dem rund 1000 Kurse angeboten werden (v.l.): Beate Heilig, Gerburg Maria Müller, VHS-Leiterin Ingrid Hofmann, Joana Allacher, Anastasiya Mies, Dorothea Martini, Helmut Schwimmbeck.
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176 Seiten mit rund 1000 Kursen - mir großer Vielfalt wirbt das neue VHS-Programm um Wissbegierige aus Gmünd und Umgebung.

Schwäbisch Gmünd 

Man könnte diese Zeilen allein mit einer Aufzählung von Kursen füllen: Yoga für Kinder, philosophische Gespräche, ein Glas-Workshop, Kochkurse, Kabarett, PC-Kurse, Arzt-Patienten-Foren, Sprachkurse in 23 verschiedenen Sprachen – und noch viel mehr. In ihrem neuen Programm für Frühjahr und Sommer versucht die Gmünder Volkshochschule möglichst viele Lebensbereiche zu berühren. 

Auch deshalb heißt das Motto des neuen Programms „Zusammen in Vielfalt“. „Weil bei uns in der Volkshochschule viele Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen“, sagt Ingrid Hofmann, die Leiterin der VHS. Wie man mit Andersdenkenden umgeht, wie es um die Tendenz zur Spaltung der Gesellschaft steht, darum geht es in den kommenden Monaten in den Veranstaltungen zur politischen Bildung. „Wir versuchen dazu beizutragen, dass die Kluft nicht noch größer wird“, sagt Hofmann. „Wie man unmögliche Gespräche führt“, heißt etwa ein Workshop, den im März der Schauspieler Pat Mueller leiten wird. Im Mai wird der Soziologe Stefan Immerfall vom Auseinanderdriften der Gesellschaft berichten – und wie man Zusammenhalt sichern und pflegen kann.  

Bei den Sprachkursen hat es bei der VHS einige Aussteiger und Abbrecher durch Corona gegeben. In solchen Fällen einen guten Neustart beim Sprachenlernen zu ermöglichen, darauf lege man einen Schwerpunkt in diesem Bereich, sagt die dafür verantwortliche Dorothea Martini.

Online und Outdoor

Zwei Entwicklungen haben sich nach fast zwei Jahren Pandemie verfestigt: Online-Kurse haben ihren Platz im Spektrum der Angebote erobert – nicht nur wegen Corona. „Manche schätzen es einfach, wenn sie bequem von zuhause aus im Yoga-Kurs sind“, erzählt Ingrid Hofmann. Außerdem gebe es einen „Trend zu Outdoor-Angeboten“, erzählt Beate Heilig, die für das regionale Bildungszentrum zuständig ist. „Das gilt besonders für die Angebote in den Gemeinden, wo häufiger keine für Corona-Bedingungen passenden Räume zur Verfügungen stehen.“

Ein Teil des VHS-Programms findet ohnehin außerhalb von Räumen statt: Im April etwa gibt es im Lappertal bei Lautern eine „Exkursion zu Vögeln und Frühblühern“. Familien mit Kindern ab sechs können sich in einem anderen Kurs ein „Wildniscamp“ im Wald bauen, in dem es sich geschützt übernachten lässt. Sogar zur Kläranlage der Stadt Gmünd gibt es eine Exkursion. 

Bildung für alle

  „Wir machen den Versuch, Bildung für alle umzusetzen“, sagt Helmut Schwimmbeck, der auf zwei Seiten mit Kursen für inklusive Gruppen verweist. Wie sich die VHS Mühe gibt, sehr spezielle Angebote zu schaffen, zeigen auch zwei Kurse in der Außenstelle Bartholomä: Italienisch für die Reise, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Ideal für Bartholomäer, deren Ort den Austausch mit der italienischen Partnergemeinde Casola Valsenio pflegt. 

Angebote soll es für nahezu alle Altersstufen geben: für Kinder schon ab drei Jahren in der Jugendkunstschule, für ältere Menschen etwa Vorträge zu Gesundheitsthemen und viele lebenspraktische Kurse: zum Vererben, zur Frage, was ansteht, wenn man in Rente geht sowie PC-Kurse speziell für Senioren. 

Man kann sich aber auch von irdischen Alltäglichkeiten lösen mithilfe der Volkshochschule, zumindest einen Abend lang. Im März spricht Referent Georg Tatzel über „Einsteins spezielle Relativitätstheorie“.

  • 11000 Exemplare in Rathäusern, Banken, Bäckereien 
  • Das neue VHS-Programm ist in einer Auflage von 11000 Exemplaren gedruckt worden, es liegt in vielen öffentlichen Bereichen aus: in Rathäusern, Banken, bei Ärzten, in Bäckereien und natürlich im VHS-Gebäude am Münsterplatz. Das ganze Programm ist auch online zu sehen: www.gmuender-vhs.de. Beim nächsten Mal wolle man, auch der Druckkosten wegen, die Auflage reduzieren, sagt VHS-Leiterin Ingrid Hofmann. „Aber es gibt noch viele Leute, die es gedruckt haben wollen.“

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