Lesen lernen beim Fußballtraining

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Die Teilnehmer des Projektes "Volltreffer – Rundes aus Leder trifft Eckiges aus Papier" mit den Organisatoren und Kooperationspartnern im Musiksaal Gmünder Schiller-Realschule im Verbund. Das Projekt startet kommenden Montag und endet im Herbst.

Zum zweiten Mal machen Schüler der Gmünder Schiller-Realschule im Verbundbei "Volltreffer – Rundes aus Leder trifft Eckiges aus Papiermit. Warum die Premiere ein Erfolg war.

Schwäbisch Gmünd

Wer hätte gedacht, dass Fußball und Lesen eine so gute Kombination sind", fragt Gmünds Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Zum zweiten Mal können Schüler der Gmünder Schiller-Realschule im Verbund beim Projekt "Volltreffer – Rundes aus Leder trifft Eckiges aus Papier" mitmachen.

Im Projekt, das Teil der Aktion "kicken&lesen" der Baden-Württemberg-Stiftung in Kooperation mit dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg ist, sollen Kinder in einem Jahr mit Hilfe des Fußballs fürs Lesen begeistert werden. Denn Lesen lernen Kinder nicht mit dem drohenden Zeigefinger, sondern in Verbindung mit etwas, das Spaß mache, sagt Bläse. "Manche erreicht man mit Kultur und Musik, andere mit Fußball."

Manche erreicht man mit Kultur und Musik, andere mit Fußball.

Dr. Joachim Bläse, Gmünds Erster Bürgermeister

Wie den elfjährigen Ali, der im vergangen Jahr am Projekt teilgenommen hat und begeistert ist. "Wir waren in der Stadtbibliothek und haben uns Bücher ausgeliehen", erzählt der Schüler den diesjährigen 15 Projekteilnehmern aus der 5a und 5b. Zudem habe der projektverantwortliche Lehrer, Jean-Pierre Lewis, immer Bücher mitgebracht, aus denen die Schüler während des Fußballtrainings laut vorgelesen haben und danach Rätsel lösen oder ein Quiz beantworten mussten. Auch einen Besuch bei der AOK gab es, bei dem er den Unterschied zwischen gesunden und zuckerhaltigen Getränken gelernt habe. Was ihm am besten gefallen hat? "Der Ausflug ins Stadion des VfB Stuttgart", sagt Ali. "Fußball erreicht Jungs, die Hilfe brauchen", sagt Dr. Jens Keyßner von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und Kooperationspartner des Projektes. Durch die Verbindung zum Fußball, haben die Kinder ihre Berührungsängste vor dem Lesen abgebaut, bestätigt Projektleiter Lewis. "Die Kinder haben nur Motivation gebraucht", sagt der Lehrer. Das zeigte sich auch bei einem Lesetest, der nach dem Projekt gemacht wurde. "Nur bei einem Teilnehmer hat es nicht verbessert." Obwohl das Projekt vergangenes Jahr gut ankam, habe man inhaltliche Änderungen vorgenommen, sagt Sema Toykan, Leiterin des Kommunalen Bildungsbüro. So seien zu Beginn Präsentationen geplant gewesen, die die Kinder einfach überfordert hätten. "Man muss klein anfangen und die Kinder mitnehmen."

Zum Beispiel beim neuen Kooperationspartner, dem Kindergarten Brücke aus der Weststadt, bei dem die Projektschüler den Kindern vorlesen werden. "Dort sollen die Kinder als Lesevorbilder fungieren", sagt Lewis. Doch im Projekt soll es nicht nur um Fußball und Lesen gehen. "Die Jungs und Mädels sollen das Gefühl bekommen, sie sind was und können was", sagt Bläse. Zum Beispiel Ali, der beim Start des Projekts kaum gesprochen habe und nun vor einer Gruppe steht und seine Erfahrungen erzählt.

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