Leutze-Linde als Brücke zwischen USA und Gmünd

Zum 206. Geburtstag des Gmünder Malers Emanuel Leutze pflanzt der Leutze-Club einen Baum.

Schwäbisch Gmünd. In den USA bekam der deutsch-amerikanische Historienmaler Emanuel Leutze in diesem Jahr auch ein „Geburtstagsgeschenk“: Die verkleinerte Replik des Gemäldes „Washington Crossing the Delaware“ (1851) erzielte in diesen tagen bei Christie’s in New York den Leutze-Rekordpreis von 45 Millionen Dollar.

In Gmünd bereitete der Leutze-Club zum 206. Geburtstag des Malers mit Gmünder Wurzeln eine besondere Ehrung vor. Das „Geburtstagsgeschenk“ war ein Gedenkbaum. Ehrenmitglied Biologieprofessor Dr. Dieter Rodi hatte eine Linde vorgeschlagen, da sie gut in den Gmünder Stadtgarten passe. Nach Absprache mit Zeno Bouillon, dem Leiter des Gmünder Garten- und Friedhofsamtes, fiel die Entscheidung auf eine amerikanische Stadtlinde „Greenspire“. Somit symbolisiere die Leutze-Linde eine virtuelle Brücke zwischen Gmünd, Leutzes Geburtsstadt, und Washington D.C., der Stadt, in der er seine letzte Ruhe fand. Am Baum wurde die rot-weiße Schleife angebracht, die vier Club-Mitglieder 2018 aus Washington, D.C., zurückgebracht hatten. Sie hing am Kranz, den die Stadt Gmünd zum 150. Todestag Leutzes gespendet hatte und der von den Mitgliedern am Grab auf dem Glenwood Cemetery aufgestellt wurde.

Nach Absprache mit Zeno Bouillon und Stefan Schnaible, dem städtischen Baumkontrolleur, Event-Manager Robert Frank und der Vorsitzenden des Clubs, Heidrun Irre, wurde ein prominenter Standort gegenüber des Geigerbrunnens mit der Skulptur von Wilhelm Widemann (1906) ausgewählt.

Als Leutze-Expertin hatte Heidrun Irre herausgefunden, dass es in Leutzes größtem Gemälde einen Hinweis auf den „Geiger zu Gmünd“ (1816) gibt. Es handelt sich um das 6,10 auf 9,15 Meter große Wandgemälde „Westward the Course of Empire Takes Its Way“ (1862), das sich im US-Kapitol in Washington, D.C., befindet. In der Bildmitte versucht ein Landstreicher mit seiner Liebsten, eine Aussichtsplattform zu erklimmen. Genau im Schnitt der Bilddiagonalen befindet sich dessen Fiedel in einem grünen Sack.

Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold freute sich über die Spende des Leutze-Clubs und unterstrich, dass auch diese Aktion zur Steigerung der Attraktivität der Stadt beitrage. Ein Dank gebührt den Männern der Stadtgärtnerei, die das Pflanzloch gegraben, den Baum eingepflanzt und versorgt haben und weiterhin versorgen werden. Im nächsten Jahr finanziert der Leutze-Club einen Findling mit einer Bronzetafel und einer Widmung für Emanuel Leutze, dem berühmten Sohn der Stadt Schwäbisch Gmünd.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare