Liebeserklärung an das Fagott

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Besprechung Schwörhauskonzert

Die ehemalige Schülerin der Städtischen Musikschule Lena Nell verzaubert ihre Zuhörer mit ihrem Können.

Schwäbisch Gmünd. Lena Nell war die allererste Fagottschülerin der Städtischen Musikschule überhaupt. Und mit ihrer Wahl ihres Instrumentes lag sie genau richtig, denn heute ist die junge Musikerin Solofagottistin der Anhaltischen Philharmonie Dessau. Nun kehrte sie nach Schwäbisch Gmünd zurück und war beim Schwörhauskonzert zu hören.

Nach dem festlichen Läuten der Glocken der Franziskuskirche begann der gut besuchte Abend im Schwörhaus mit Andante und Rondo ungarese von Carl-Maria von Weber, dem Namensgeber der Hochschule, an der Lena Nell studiert hatte. Bereits in den ruhigen Eingangstakten zeigte sich die souveräne Klanggestaltung auf dem nun gar nicht großväterlich-gemütlichen Instrument.

Auch im französisch eleganten und hochvirtuosen Concertino von Marcel Bitsch überzeigte sie in allen Belangen – hier erwies sich auch die Klavierbegleiterin Brita Wiederanders als Meisterin ihrer Faches, die alle agogischen und dynamischen Schattierungen vorausahnend mittrug.

Mit Robert Schumann bekam auch die deutsche Romantik an diesem Abend ihren Platz, und obwohl das Werk im Original für Klarinette komponiert worden ist, so war das Fagott mit Nells Spiel ein vollwertiger Ersatz.

Charmant, humorvoll und gekonnt führte Lena Nell durch den Abend. Mit einem Werk für Fagott solo klang der Abend aus. Bei „Mit FaGottes Hilfe“, so der Titel des Werks von Werner Pichner, wurde das Instrument und die Musikerin aufs Äußerste gefordert. Passagen über die ganze Skala des Fagotts, Mehrfachklänge, theatralische Einlagen und, und, und. Der erste Satz des Werkes sei eine Liebeserklärung an ihr Instrument, so die junge Künstlerin – aber eigentlich war es der ganze Abend, da waren sich die Zuhörerinnen und Zuhörer alle einig.

Besprechung Schwörhauskonzert

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