Lindenturm vorläufig geschlossen

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Zu den Aussichtsebenen des Lindenturms führt eine sehr schmale Treppe, die kaum Begegnungsverkehr zulässt.

Die Aussichtsplattformen mit Blick auf Schwäbisch Gmünd müssten in Corona-Zeiten überwacht werden. Das wäre nur über Ehrenamtliche möglich.

Schwäbisch Gmünd

Ein Symbol der Remstal-Gartenschau in Schwäbisch Gmünd ist jetzt gesperrt: Nicht wegen Vandalismus, sondern wegen der Corona-Pandemie hat die Stadt den Lindenturm auf dem Lindenfirst geschlossen. "Das Risiko, dass sich dort Menschen auf engstem Raum begegnen, ist einfach zu groß", sagt Stadt-Pressesprecher Markus Herrmann.

Zu den Aussichtsebenen des Lindenturms führt eine sehr schmale Treppe, die kaum Begegnungsverkehr zulässt. Auch auf den beiden oberen Etagen ist nicht so viel Platz, dass sich größere Gruppen dort aufhalten können. Der Turm bleibt nun auf unbestimmte Zeit zu.

Die einzige Möglichkeit, ihn für Besucher zugänglich zu machen, wäre eine ehrenamtliche Betreuung. "Aber da sehen wir derzeit keine Möglichkeit", sagt der Pressesprecher. Nur mit großem Aufwand sei es möglich, die schon vorhandenen Türme immer wieder zu öffnen. Zugänglich ist der Himmelsstürmer im ehemaligen Gelände der Landesgartenschau in Wetzgau. Dahinter steht der Freundeskreis Himmelsstürmer. Der Fünfknopfturm ist Ausstellungsort des Vereins Staufersaga, der dort auch für Besucher öffnet. Viele Jahre lang hat der Arbeitskreis Alt Gmünd den Königsturm sonntags zugänglich gemacht. Aus Altersgründen haben die Mitglieder jetzt die Verantwortung an die Touristik- und Marketing GmbH weitergereicht. Und es gibt den Schmiedturm, einen Ort der Kunst, der nur auf Anfrage geöffnet ist.

Beim Lindenturm würde es nach Ansicht Markus Herrmanns nicht ausreichen, ihn einfach für einige Stunden am Tag aufzuschließen. Vielmehr müsse man wegen Corona die Zahl der Besucher überwachen, die jeweils oben ist. Zurzeit gibt es auch keine Überlegungen, den Turm am Wochenende für ein paar Stunden zu öffnen. Dann könnte der unerwünschte Effekt eintreten, so der Pressesprecher, dass Leute vor dem Turm Schlange stehen.

Das Risiko, dass sich dort Menschen auf engstem Raum begegnen, ist einfach zu groß.

Markus Herrmann, Pressesprecher

Ein Nebeneffekt der Turmschließung ist jetzt der Vandalismus. Immer wieder wird nach Worten Markus Herrmanns das Schloss an der Zugangstür zerstört. Deshalb werde der Lindenturm auch regelmäßig kontrolliert.

Gebaut wurde der rund zehn Meter hohe Aussichtsturm auf dem Lindenfirst zur Remstal-Gartenschau 2019. Von oben hat man einen Blick nicht nur auf die ganze Stadt, sondern auch zum Rosenstein und ins untere Remstal. Der Entwurf stammt von Professor Florian Nagler aus München, Architekt und Lehrender an der Technischen Universität München.

Aussicht: So sind die anderen Türme in Gmünd geöffnet: Himmelsstürmer: Während der Sommerferien Samstag und Sonntag von 12 bis 16 Uhr. Fünfknopfturm: Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Königsturm: Samstag und Sonntag von 13 bis 16 Uhr. Schmiedturm: Auf Anfrage im i-Punkt.

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