Lokale Agenda für Tempo 30 in der Innenstadt

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Soll in Gmünds Innenstadt Tempo 30 gelten?
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Sprecher der Arbeitskreise sehen viele Vorteile. Stadtverwaltung befürwortet individuelle statt pauschale Lösungen.

Schwäbisch Gmünd. Die Agenda-Arbeitskreise Stadtentwicklung sowie Mobilität und Verkehr unterstützen die Forderung sieben deutscher Großstädte, in den Innenstädten Tempo 30 zu testen. Dies teilten Susanne Lutz, Heidi Preibisch und Thomas Kaiser am Mittwoch mit. Sie reagierten damit auf die Städte Ulm, Freiburg, Leipzig, Aachen, Augsburg, Hannover und Münster, die in Deutschlands Innenstädten generell Tempo 30 statt Tempo 50 befürworten.

Der Klimaschutz spiele eine sehr wichtige Rolle in den Agenda-Arbeitskreisen, sagen die drei Sprecher. Klimaschutz aber gehe alle an. „Wir alle müssen Verantwortung übernehmen, es geht um unsere Existenz und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.“ Durch Tempo 30 in der Innenstadt werde „nicht nur Lärm und CO2 reduziert“, vor allem werde so die „Lebens- und Wohnqualität der Bewohner an stark befahrenen Straßen wie Königsturm-, Weißensteiner- oder Buchstraße deutlich erhöht“. Alle Ampeln müssten weg, denn durch sie entstünden grundsätzlich unnötige Staus. Die dadurch eingesparten Energie- und Wartungskosten sollen in den Bau von Kreisverkehren an Kreuzungen einfließen, sagen die drei Sprecher. Überall solle rechts vor links gelten. Dann brauche man auch keine gesonderten Fahrradstraßen oder Fahrradstreifen, und Autos müssen nicht generell ausgesperrt werden. Alle Verkehrsteilnehmer, ob Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer, seien gleichberechtigt. Im Kleinen funktionierten diese „shared spaces“ in Gmünd gut, sagen Lutz, Preibisch und Kaiser und nennen Sparkassenplatz und Bockstorplatz als Beispiele. In ganz Europa hätten viele Städte verkehrsreduzierende Maßnahmen oder „autofreie Innenstädte“ schon vor Jahren eingeführt. Das Ergebnis: „Es gibt fast keine Staus, weniger Unfälle, weniger Lärm, weniger Energiekosten und viel weniger CO2.“ Zudem habe in diesen Städten der Umsatz des Einzelhandels deutlich zugenommen.

Die Stadt Gmünd hingegen spricht sich nicht für solche pauschalen Lösungen aus. Die Stadt bleibe bei ihrer Linie und suche in den einzelnen Fällen „individuelle und intelligente Lösungen“, sagte Stadtsprecher Markus Herrmann. Er nannte die aktuelle Schmiedgassen-Diskussion als Beispiel. Dort ginge mit den Veränderungen nicht einmal Tempo 30. Michael Länge

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