Mädchen und Jungen entdecken den Wald

Eine Gruppe Jugendlicher baut unter Anleitung eine eigene Hütte.

Schwäbisch Gmünd. „Frau Kristina, vallah. Das ist voll krass! Ich schwöre.“ So drückt ein zwölfjähriges syrisches Mädchen ihre Freude und Begeisterung nach drei ereignisreichen und abenteuerlichen Nachmittagen im Wald im Taubental aus. Dort hatte sich eine Gruppe von elf Kindern im Alter von elf bis 15 Jahren sowie der erfahrene Waldpädagoge Oliver Eyth getroffen, um den Wald für sich zu entdecken. Sie wurden begleitet vom „mogly“-Team der der Aktion Jugendberufshilfe in Ostwürttemberg (AJO).

Etwas „Fremdes“ kennengelernt

Der erste Tag stand für die teilnehmenden Mädchen und Jungen unter dem Motto „Gemeinsam Hindernisse und Hürden überwinden“. Hierbei mussten sie beispielsweise über eine hohe Mauer steigen oder einen breiten Bachlauf überqueren – ohne die teuren Sneaker dreckig zu machen oder das „Cep-Telefoni“ (Smartphone) ins Wasser fallen zu lassen.

„Der Wald ist vielen Kindern und Jugendlichen heute leider fremd“, sagt Wolf Noack, vom Netzwerk Waldpädagogik Ostalb. „Etwas Fremdes kennenzulernen kann jedoch unglaublich spannend sein und Freude bereiten.“ Das treffe nicht nur für den Wald zu, sondern auch für Menschen. Noacks Fazit nach den Nachmittagen im Taubentalwald: „Beim Mogly-Projekt haben wir beides gesehen: eine Gruppe von Kindern, die viel Spaß und tolle Erlebnisse im Wald hatten und außerdem sind sie in den drei Tagen zu einem Team zusammengewachsen.“

So ist auch der Eindruck von Waldpädagoge Oliver Eyth: „Die einzelnen Kinder als Individuum sind zu einer echten Gemeinschaft geworden, egal ob Junge oder Mädchen, elf oder 15 Jahre, Syrer oder Türke, reich oder arm. Selbst der Regen am Schluss war den Kindern total egal. Hauptsache sie sind zusammen. Toll“.

Am zweiten Tag durften die Kinder im Taubental schließlich so richtig loslegen: Sie sammelten gemeinsam Baumstämme und Äste, hantierten mit der Säge und erschufen so das Grundgerüst für eine Hütte. So lernten sie unter Anleitung von Oliver Eyth mit Materialien aus dem Wald kreativ zu sein, mit Werkzeug umzugehen, Seile zu spannen, Feuer zu machen und selbst etwas zu erschaffen.

Voller Tatkraft und Motivation haben die Kinder am dritten Tag ihre Hütte schließlich fertiggestellt. Als Belohnung und krönenden Abschluss gab es für alle teilnehmenden Mädchen und Jungen ein großes Grillfest mit Stockbrot, Kebab, Würstchen und gebackene Kartoffeln.

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