Maria 2.0: Gmünder Katholiken machen weiter

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Die Frauen und Männer der Maria-2.0-Aktionsgruppe wollen Reformen. Was sie dafür tun.

Schwäbisch Gmünd. Mitgliedern der katholischen Kirche reicht's – zumindest einigen Frauen und Männern. Sie haben keine Lust mehr auf das System in der Kirche. Mitte Mai riefen deutschlandweit Katholikinnen mit der Aktion Maria 2.0 zum Kirchenstreik auf. Das Ziel der Aktion: neue Reformen. Auch in Schwäbisch Gmünd demonstrierten etwa 130 Männer und Frauen vor dem Münster.

Doch wie geht's nach dem Streik weiter? Einfach nur demonstrieren ist den Aktivisten zu wenig. "Nach der Aktion vor dem Münster hat sich eine Maria-2.0-Aktionsgruppe mit etwa 20 Mitgliedern gegründet", sagt die Pastoralreferentin Silke Weihing auf Tagespost-Anfrage. Dabei seien Frauen und Männer aller Altersstufen. "Die Mitglieder sind schon lange in der Kirche aktiv und spüren, dass sich etwas ändern muss", sagt Silke Weihing.

Die Maria-2.0-Aktivisten fordern deutschlandweit, dass Frauen in der katholischen Kirche Zugang zu allen Ämtern bekommen, die Missbrauchsfälle aufgearbeitet werden, und dass das Pflichtzölibat überprüft wird und die Machtstrukturen erneuert werden.

Für die Katholiken in Gmünd steht fest: "Um etwas zu erreichen, müssen wir uns vernetzen." Etwa mit dem Frauenbund in Aalen und in Stuttgart. Das Ziel der Mitglieder sei, dem Bischof der Diözese Stuttgart/Rottenburg, Dr. Gebhard Fürst, einen Brief zu schreiben. "Wir wollen unser Anliegen an ihn bringen, ihn ermutigen, dass er das Thema mit in die Bischofskonferenz nimmt", sagt Silke Weihing.

Doch die Aktionsgruppe will weiter gehen. Aufklären. Die Aktivisten wollen Gesprächsabende starten. "Wir wollen etwa die Argumente für und gegen das Frauenpriestertum vorstellen." Den Mitgliedern gehe es um die Frage, ob Kirche überall gleich sein muss. "Die Kultur etwa in Afrika ist anders. Dort wäre es undenkbar, dass eine Frau Priesterin wird", sagt Silke Weihing. Doch in Europa arbeiten Frauen in Führungspositionen. "Warum dürfen sie dann nicht auch in der Kirche weiter oben arbeiten?", fragt sich Silke Weihing.

"Den Ausschluss aus den kirchlichen Ämtern empfinden wir als Diskriminierung und Berufsverbot", sagt Dr. Iris Mandl-Schmidt. Auch sie gehört zur frisch gegründeten Aktionsgruppe Maria 2.0. Ein Grund, warum nur Männer für das Priesteramt zugelassen sind: Jesus soll nur Männer als seine Apostel berufen haben.

Für den Gmünder Münster-Pfarrer Robert Kloker kommt die Maria-2.0-Aktion nicht überraschend. Er stellt klar: "Ich bin in keiner Weise gegen die Aktion."

Übrigens: Auch die Aalener Katholikinnen sind bei Maria 2.0 dabei. "Wir planen eine Vortragsreihe zum Thema und wir wollen mit alternativen Gottesdiensten die Aktion weiterführen", sagt Luzia Gutknecht, Sprecherin des Aalener Frauenbunds, auf Tagespost-Anfrage.

Maria 1.0 – "Maria braucht kein Update"

Nach dem Maria 2.0-Streik hat sich die Gegengruppe Maria 1.0 gebildet. Das Argument der Frauen: "Maria braucht kein Update." Die Mitglieder "lieben die katholische Kirche". Online sind die Ziele der Gruppe abrufbar. Sie sind für die katholische Lehre, den Zölibat, die katholische Sexuallehre und die überlieferte Ordinatio Sacerdotalis (Priesterweihe). maro

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