Maske wieder auf: eine Schule legt vor

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Gemischtes Bild (hier am Gmünder Hans-Baldung-Gymnasium): Am eigenen Platz ist Maske tragen derzeit kein Pflicht, manche Schülerinnen und Schüler lassen sie dennoch auf.
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Am Heubacher Rosenstein-Gymnasium hat der Schulleiter das Maske tragen im Unterricht wieder eingeführt – seiner Verantwortung wegen, sagt er.

Schwäbisch Gmünd

Dieser Schulleiter geht über die Corona-Verordnung hinaus: Am Rosenstein-Gymnasium in Heubach hat Rektor Johannes Josef Miller die Maskenpflicht für Schüler am Platz wieder eingeführt. Miller sieht das nicht als Verstoß gegen die Verordnung des Landes: „Aus meiner Sicht ist Gefahr im Verzug, und da muss ich als Beamter handeln.“

Johannes Josef Miller sieht sich mit einem guten Dutzend Corona-Fällen unter seinen Schülern konfrontiert. In den Ferien seien 14 positiv PCR-getestete Covid-19-Fälle aufgetreten – von 650 Schülerinnen und Schülern insgesamt. „Eine Klasse muss ich ganz zuhause lassen, ich kann nicht anders“, so Miller. Dort sind sieben Kinder betroffen.

Was das Maskentragen angeht, beruft sich Miller auch auf das aktuelle Schreiben des Kultusministeriums vom vergangenen Freitag. Dort steht, dass die Maske auch während des Unterrichts „selbstverständlich“ freiwillig getragen werden könne. „Darauf berufe ich mich“, so Miller. Und auf den Geist, den er an seiner Schule wirken sieht: „Unser Leitbild dreht sich um die Frage, wie nehme ich Verantwortung wahr für meine Mitmenschen.“ Aktuelle gehe es um den Schutz von Schülern und der Lehrkräfte. „Die meisten im Kollegium sind mit Astra-Zeneca geimpft, und da sagen Studien, dass mit diesem Impfstoff die Schutzwirkung merklich nachlässt.“

„Aus meiner Sicht ist Gefahr im Verzug."

Johannes Josef Miller, Rektor Rosenstein-Gymnasium Heubach

Rektorin Stefanie Bleicher von der Gemeinschaftsschule in Waldstetten richtet sich an die aktuell geltenden Regeln im Land: Maske auf beim Herumgehen im Klassenzimmer und in den Gängen, Maske ab am Platz. Der Schulleiterin fällt das leicht, weil es an ihrer Schule, an der rund 400 Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, derzeit keinen Fall gibt: „Toi, toi, toi, es ist sehr ruhig im Moment“, sagt Bleicher. Eine Änderung des Verhaltens hat sie nach den Ferien aber schon beobachtet: „Es sind definitiv mehr Schüler, die Maske tragen als vor den Ferien.“

Auch Veit Botsch, Schulleiter am Gmünder Hans-Baldung-Gymnasium, hält sich an die derzeitige Regelung. Auch an seiner Schule ist die Corona-Lage recht ruhig. Einige Schüler seien in Quarantäne, „aber einen richtigen Ausbruch haben wir bisher nicht gehabt im Schulbetrieb“.

An zwei Aalener Gymnasien haben sich die Schulleiter für die Form eines Aufrufs entschieden: „Dringende Empfehlung: Maskentragen im Unterricht“, steht auf den Homepages des Theodor-Heuss-Gymnasiums Aalen und des Kopernikus-Gymnasiums in Wasseralfingen. Die Rektoren Christoph Hatscher und Michael Weiler begründen ihren energischen Apell so: "Seit Aufhebung des Maskenpflicht im Unterricht am 15.Oktober sind die Inzidenzzahlen im Ostalbkreis von damals 84 auf 243 (7.11.2021) erschreckend gestiegen."

Eine landesweite Rückkehr zur kompletten Maskenpflicht in den Schulen hat sich das Kultusministerium vorbehalten – diese „noch vor Erreichen der Alarmstufe kurzfristig einzuführen“ sei möglich. Aktuell gebe es aber „keine Hinweise vom Regierungspräsidium“, sagte Veit Botsch am Montagmittag. Eigenständig eine Maskenpflicht einzuführen, das kommt für Botsch an seiner Schule nicht infrage. „Ich kann mich nicht über die Corona-Verordnung stellen“, andernfalls sei mit Einsprüchen von Eltern zu rechen.

Sein Heubacher Kollege Johannes Josef Miller sieht es so: „Wir werden ziemlich allein gelassen.“

So ist die Lage in Aalen: Schulleitungen appellieren: Maske tragen auch wieder am Platz

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