Maskenlos im Klassenzimmer: Erleichterung und Sorge

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Masken an Schulen fallen
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Was die geschäftsführenden Schulleiter im Gmünder Raum zur neuen Verordnung des Kultusministeriums sagen.

Schwäbisch Gmünd. Grundschüler brauchen im Klassenzimmer seit Montag keinen Mundschutz mehr, Schüler ab der fünften Klasse dürfen den Mundschutz abnehmen, wenn sie an ihrem Platz sitzen und müssen ihn aufsetzen, wenn sie zum Beispiel an die Tafel gehen. Auch Lehrer dürfen ohne Mundschutz unterrichten, wenn sie 1,5 Meter Abstand zu ihren Schülern einhalten. Das hat das Kultusministerium des Landes nun beschlossen.

Einerseits...

Vom Gefühl her sei der Beschluss eine Erleichterung, sagt Daniela Maschka-Dengler, geschäftsführende Schulleiterin der Gmünder Grund-, Real-, Haupt- und Gemeinschaftsschulen. Vor allem bei den Grundschülern seien das Spiel der Mimik und die Interaktion enorm wichtig. Beispielsweise um sehen zu können, ob ein Kind den Unterrichtsstoff verstanden hat oder nicht. Das sieht auch Veit Botsch so. Die jüngeren Schüler, die manchmal ohnehin sehr leise redeten, verstehe er mit Maske schlecht, erklärt der Schulleiter des Hans-Baldung-Gymnasiums und geschäftsführende Schulleiter der Gmünder Gymnasien. Botsch setzt nun die Maske ab, wenn er einen längeren Erklärvortrag mit ausreichend Abstand zu den Schülern hält. „Sobald ich in der Klasse rumgehe, muss ich die Maske aber wieder aufsetzen.“ Wie es seine Kollegen handhaben, könne er noch nicht beurteilen. Er hätte sich den Wegfall der Masken im Unterricht aber zu einem früheren Zeitpunkt gleich nach den Sommerferien gewünscht. Da sei die Inzidenz relativ niedrig und die Erkältungssaison noch nicht gestartet gewesen. „Zum Ausprobieren wäre es früher besser gewesen“, findet Botsch.

Andererseits...

„Die Viren haben es nun einfacher“, sagt auch Daniela Maschka-Dengler. Sie hofft, dass die Coronazahlen an den Schulen jetzt nicht überproportional zunehmen. Die Schulleiterin der Friedensschule appelliert auch an die Verantwortung Schwächeren gegenüber. Es gebe Lehrer, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen Corona impfen lassen könnten, und es gebe Kinder mit geschwächtem Immunsystem. „Auch die müssen wir schützen“, findet sie. Das bereite ihr mit dem Wegfall der Masken im Unterricht wieder mehr Sorgen. Sie kann sich vorstellen, dass einige Lehrer den Mundschutz aufbehalten, obwohl sie es nicht müssten.

Alle Schüler im Gmünder Raum werden dreimal pro Woche getestet. Gibt's einen positiven Fall in einer Klasse, müssen die Schüler den Mundschutz fünf Tage lang dauerhaft im Unterricht tragen und fünf Tage hintereinander täglich zum Testen. Auf den Fluren – und ab der fünften Klasse beim Verlassen des Sitzplatzes – herrscht weiterhin Maskenpflicht.

  • Ein Blick in die Corona-Verordnung
  • Im Regelfall ermittelt das Gesundheitsamt bei einem Coronafall in einer Schulklasse keine Kontaktpersonen, die in Quarantäne müssen. Die jeweilige Schulklasse bleibt in den Pausen im Klassenverband. Sonderregelungen gelten auch für den Sport- und Musikunterricht. Erst wenn ein relevantes Ausbruchsgeschehen und eine hohe Infektionsdynamik vorliegt, prüft das Gesundheitsamt, für welche Schüler oder gegebenenfalls die ganze Klasse Quarantäne angeordnet werden muss. Das Gesundheitsamt informiert nicht mehr täglich detailliert über Ausbrüche an Schulen und Kitas. Deshalb liegt laut Sprecherin Susanne Dietterle aktuell keine Liste mit Coronazahlen an Schulen vor. Am Ende eines Monats werden Statistiken zum Infektionsgeschehen an Schulen und an Kitas veröffentlicht.

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